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Tempo-30-Zonen: 72 Prozent der Österreicher sind zu schnell unterwegs

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) meldet einen Anstieg von Geschwindigkeitsübertretungen in Tempo-30-Bereichen, während es dringend Maßnahmen zur Geschwindigkeitskontrolle und -disziplinierung fordert.

von Anja Mandler
Anja Mandler Online-Redakteurin Leitung Steiermark
2 Minuten Lesezeit(339 Wörter)

Neben den offiziellen Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei prüft auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), ob die Tempolimits eingehalten werden. 23 Millionen derartige Messungen mittels Seitenradargeräten sind es pro Jahr, hieß am Dienstag in einer Aussendung. Dabei wurde festgestellt, dass 72 Prozent der Pkw in Tempo-30-Zonen zu schnell fahren. Jedoch tritt das Kuratorium für eine Tempo-30-Regelung im Ortsgebiet ein, 50 km/h solle nur noch Ausnahme sein.

6,12 Millionen Verstöße in Österreich 2022 gemeldet

Laut KFV wurden im Jahr 2022 in Österreich 6,12 Millionen Geschwindigkeitsüberschreitungen angezeigt bzw. als Organstrafverfügungen geahndet – ein neuer Rekord. Jedoch legen die KFV-Geschwindigkeitsmessungen an insgesamt 230 Messstellen eine verbesserte Verkehrsdisziplin der Bevölkerung nahe: „Seit Beginn unserer Erhebungen im Jahr 1984 ist die Anzahl der freifahrenden Pkw, die die jeweiligen Tempolimits von 30 km/h, 50 km/h und 70 km/h überschreiten, zwar langsam, aber stetig gesunken“, konstatierte Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), zu den primär im Ortsgebiet und auf herkömmlichen Freilandstraßen durchgeführten Messungen. Dort gibt es auch die mit Abstand meisten Verkehrsunfälle, 2022 ereigneten sich rund 65 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Toten oder Verletzten im Ortsgebiet, 30 Prozent auf sonstigen Freilandstraßen, die restlichen fünf Prozent auf Autobahnen.

Tempo-Umkehr im Ortsgebiet und strengere Sanktionen

„Eine sehr effektive Maßnahme zur Reduktion der Unfallrisiken wäre aus Sicht des KFV eine Regelumkehr im Ortsgebiet. Das bedeutet: 30 km/h als generelles Tempolimit im Ortsgebiet und nur, wenn es die Verkehrssicherheit zulässt, kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit von den zuständigen Behörden auf 50 km/h erhöht werden“, schlug Robatsch daher vor. Ebenso tritt das KFV dafür ein, Geschwindigkeitsüberschreitungen in das Vormerksystem zu nehmen und den Führerschein bereits bei geringeren Überschreitungen als bisher zu entziehen. Derzeit sei das im Ortsgebiet erst dann der Fall, wenn man um 40 km/h zu schnell fährt. In Tempo-30-Zonen wird der Führerschein also derzeit erst ab 70 km/h entzogen, hieß es vom KFV. (APA/red, 7. 11. 2023)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 27.12.2023 um 20:12 Uhr aktualisiert

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