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Nach Angerer-Sager: Von Entschuldigung keine Spur

Viel Kritik hatte eine Aussage vom Kärntner FPÖ-Chef Angerer zur Folge. "Wir werden sie im Landtag herprügeln", mit diesen Worten wandte er sich gegen Prettner. Angerer äußerte sich heute dazu, von einer Entschuldigung keine Spur.

von Redaktion 5 Minuten
3 Minuten Lesezeit(527 Wörter)

Die Aussage von Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer im Zuge der FPÖ-Heimattour sorgt für ordentlich Wirbel. Denn im Zuge der FPÖ-Veranstaltung soll Angerer eine Drohung an SPÖ-Landesrätin Beate Prettner geäußert haben. Konkret habe er gesagt: „und dafür werden wir sie im Landtag herprügeln.“ – 5 Minuten berichtete.

Gesundheitsnotstand in Kärnten als jahrelanges Diskussionsthema

Schon vor einigen Tagen meldete sich Angerer nach den schweren Vorwürfen zu Wort. Eine politische Auseinandersetzung sei gemeint, hieß es. Mehr dazu hier. In einer Pressekonferenz der FPÖ wurde der Sager erneut zum Thema. Und wieder einmal betonte Angerer: „Wir haben in den letzten 10 Jahren zigfach auf die Missstände und Probleme im Gesundheits- und Pflegebereich hingewiesen und SPÖ-Gesundheitsreferentin Beate Prettner zum Handeln aufgefordert.“ Das Thema Gesundheitsnotstand in Kärnten war auch Hintergrund der polemischen Äußerung im Zuge der FPÖ-Heimattour.

„Ich weise Gewalt aufs Schärfste zurück“

Aus Sicht der FPÖ seien die Vorwürfe der letzten Tage „ungerechtfertigte Unterstellungen“. Gewalt gegen die Gesundheitsreferentin sei keine angedroht worden. Viel mehr sei das Wort „prügeln“ im übertragenen Sinne zu verstehen. „Ich weise Gewalt gegen Frauen, gegen sämtliche Personen aufs Schärfste zurück. Als ich erklärte, wir werden Prettner im Landtag ‚prügeln‘, war natürlich eine verbale Auseinandersetzung auf politischer Ebene gemeint. Das können nur jene falsch verstehen, die das auch falsch verstehen wollen, um so politisches Kleingeld zu wechseln“, so Angerer.

Keine Entschuldigung

Er fügt hinzu: „Die Prügel, die ich für meine Aussage erhalten habe, stecke ich aber gerne ein.“ Dass seine Wortwahl so „skandalisiert“ werde, sei eher ein Versuch vom Gesundheitsnotstand abzulenken. Viel mehr solle endlich eine Lösung für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in Kärnten gesucht werden. Gesundheitsreferentin Prettner lud er daher zu einem Runden Tisch ein. Am Ende zusammengefasst, wurde also das Wort „prügeln“ im übertragenen Sinne erklärt, zu Gesprächen eingeladen und das Thema Gesundheitsnotstand aufgefasst, von einer konkreten Entschuldigung war aber auch auf direkter Nachfrage der Medien bei der Pressekonferenz keine Spur.

Bild auf 5min.at zeigt eine Portätaufnahme von Josef Ofner.
©Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Alles nur Ablenkung?

Für den Kärntner FPÖ-Generalsekretär Landtagsabgeordneten Josef Ofner sei der „vermeintliche Skandal“ um die Wortwahl Angerers nicht mehr als der Versuch, von der „eigenen Unfähigkeit und Inkompetenz abzulenken. Je höher die Umfragewerte der FPÖ, desto tiefer sinkt die SPÖ.“ Bei der heutigen Pressekonferenz verwies er auf zahlreiche Medienberichte, in denen das Wort „prügeln“ vorkomme.

Bild zeigt Olga Voglauer, die Grünen
©Grüne Klagenfurt

„Angerer ist rücktrittsreif“

„Erwin Angerers Sager gegenüber Landesrätin Beate Prettner verdeutlicht einmal mehr die freiheitliche Geisteshaltung. Wer derartige inakzeptable Sprachbilder bedient, hat nicht verstanden, dass der Verrohung der Gesellschaft eine Verrohung der Sprache vorausgeht“ so Grüne-Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer, die mit Hinblick auf die heutige Pressekonferenz ergänzt: „Dass Erwin Angerer in weiterer Folge von einer ungerechtfertigten Unterstellung spricht, überspannt den Bogen. Die Verteidigung dieser verbalen Entgleisung und die mangelnde Selbstreflexion disqualifizieren Angerer als Abgeordneten und Parteichef, der Verantwortung für Kärnten trägt. Angerer ist er rücktrittsreif. Denn: Wer seine Heimat liebt, der spaltet nicht.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 07.11.2023 um 21:36 Uhr aktualisiert

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