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Lesung im Gefängnis: Tödliche Viper hinter Schloss und Riegel

Geistreiche Texte, träumerische Lieder und bemerkenswerte Berichte über kuriose Reporter-Einsätze – die Kapelle der Klagenfurter Justizanstalt mutierte kürzlich zum Vortragssaal.

von Sabrina Tischler
Sabrina Tischler Online Redaktion 5 Minuten
2 Minuten Lesezeit(256 Wörter)

Vor Häftlingen, Justizwachebeamten und geladenen Gästen las der Klagenfurter Autor Harald Raffer aus seinem Werk „Die Blechviper – 25 ungewöhnliche Geschichten“. Die Veranstaltung wurde vom Klagenfurter Schriftsteller und PEN-Club-Funktionär Günter Schmidauer moderiert, mit dem Keyboard sorgte Eboardmuseums-Leiter Gert Prix für schwungvolle Klänge.

Vom „Dauer-Erben“ bis zum unbekannten Mörder

Drei vorgetragene Erzählungen – der unvermeidliche Verkehrstod eines Versicherungsvertreters, ein Postler als heimlicher Glücksbote und eine Klofrau, die auf das große Lottoglück pfeift – wurden mit heftigem Applaus quittiert. Die Protagonisten in diesem Buch könnten unterschiedlicher nicht sein – vom „Dauer-Erben“ bis zum fröhlichen „Totenvogel“, vom zündenden „Rachengel“ bis zum unbekannten Mörder, der einem Priester im Beichtstuhl seine Tat gesteht.

Lesung im Gefängnis: Tödliche Viper hinter Schloss und Riegel
©Allesch/Justizwache Kl

Interviews mit Gaddafi, Jack Unterweger & Co

Vor dem ungewöhnlichen Publikum erzählte der ehemalige KTZ-Chefreporter Raffer außerdem von Interviews mit Prominenten, etwa mit dem Heiligen Vater, Diktator Gaddafi oder Serienkiller und „Häfn“-Poet Jack Unterweger oder seinen Verkleidungen als „Kärntner Wallraff“ für hautnahe Reportagen, etwa als „Häftling“ im Villacher Polizei-Anhaltezentrum.

„Blechviper“ stieß auf viel Interesse

Für den reibungslosen Ablauf sorgten die Justizwachebeamtin Melanie Allesch von der Ausbildungsstelle mit ihren uniformierten Kolleginnen und Kollegen. Oberst Josef Gramm, Leiter der Justizanstalt Klagenfurt, der im Rahmen des umfangreichen Resozialisierungsprogrammes die Lesung begrüßte: „Interessierte Häftlinge konnten sich zu dieser Darbietung melden und der Kultur-Veranstaltung beiwohnen. Etliche Insassen beschäftigen sich intensiv mit Literatur. Die Blechviper kommt jetzt in unsere Anstalts-Bibliothek“.

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