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Bereits 25 Frauen ermordet: Villach setzt Statement gegen Gewalt

Am 25. November starten die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Villach setzt
ein klares Statement dagegen, unterstützt Kampagnen, veranstaltet Kurse und
setzt jegliche Maßnahmen, um für das Thema zu sensibilisieren.

von Carolina Jakubovic
2 Minuten Lesezeit(456 Wörter)

Aufrütteln, thematisieren, sensibilisieren und darüber reden: Die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ sind jedes Jahr ein Fixpunkt im Villacher Stadtgeschehen. „Es ist wichtig, dass wir uns immer und jederzeit gegen jede Form von Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen positionieren. Es darf keine Toleranz oder Verharmlosung geben – in keiner Form, auch nicht in der Sprache“, betont Frauenreferentin Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser. Es dürfen keine Rückschritte gemacht werden, „denn die Statistiken sind auch 2023 alarmierend. Es braucht dringend eine bundesweite Strategie für umfassenden Gewaltschutz und Prävention“, betont Sandriesser.

Anfrage nach Selbstverteidigung stieg

Bis zum 15. November sind laut Statistik der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser im Jahr 2023 österreichweit 25 Morde an Frauen und 41 Mordversuche/schwere Gewalt gegenüber Frauen verübt worden. In Villach stieg im laufenden Jahr die Anfrage nach Selbstverteidigungskursen. Laut Frauenbüro Villach sind aktuell alle Angebote ausgebucht, künftig werden die Kurse quartalsmäßig angeboten.

Bewusstsein schaffen

Die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ bedeutet auch Bewusstseinsbildung – daher lädt das Frauenbüro Villach heuer wieder zu einem Filmabend ein. Das Drama „She said“ thematisiert Aufdeckung des Harvey Weinstein-Skandals und erzählt die Geschichten jener Frauen, die ein großes Risiko eingingen, als sie über die sexuellen Übergriffe berichteten. „Diese Tage sind Anlass dafür, das Thema medial aufzugreifen. Das ist wichtig, aber nicht genug. Männergewalt entsteht in patriarchalen Strukturen, die wir leider auch in Österreich vorfinden. Trotzdem fehlt auf sämtlichen Ebenen die Priorität für Gleichstellungsthemen“, bedauert Frauenbeauftragte Alisa Mack.

Gewaltschutzoffensive

Umso bemerkenswerter ist die Rolle der Stadt Villach als Vorreiterin: Heuer wurden erstmals in Kärnten in Kooperation mit dem Frauenhaus die „Übergangswohnungen“ realisiert. Diese sollen Frauen nach der Betreuung im Frauenhaus den Schritt in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben ermöglichen. Auch das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ wird in Villach umgesetzt. Hier liegt der Fokus auf Aufklärungs- und Präventionsarbeit in den einzelnen Stadtteilen. „Zu all diesen zusätzlichen Angeboten haben wir auch unsere eigene Gewaltschutzoffensive im Haus, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell geschult sind. Die handlichen Pocketcards liegen auf, bei städtischen Wohnungen haben wir während des Lockdowns eine Plakatkampagne gestartet“, fasst Frauenreferentin Sandriesser zusammen.

Verschiedene Aktionen

Sandriesser: „Wir müssen aber weiter auf das Thema aufmerksam machen und sensibilisieren, um endlich Gehör zu finden!“ Daher unterstützt die Stadt Villach auch die UN-Initiative „Orange the World“ und bestrahlt in der Zeit vom 25. November bis zum 10. Dezember die Evangelische Kirche, die Kirche Heiligenkreuz, die Wallfahrtskirche Maria Gail und das Dinzlschloss in oranger Farbe. Außerdem beteiligt sich das Frauenbüro am Lichtermarsch gegen Gewalt an Frauen des Soroptimist Club Villach und begrüßt dessen aufrüttelnde Aktion „Verwaiste Schuhe“ im Atrio Villach.

Termine zu „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“

Samstag, 25. November bis SO, 10. Dezember
„Orange the World“
Villach bestrahlt Gebäude in Orange

Mittwoch, 29. November, 17 Uhr
„Orange the World“ – Lichtermarsch des Soroptimist Club Villach
Von der Evangelischen Kirche bis zum Nikolaiplatz

Montag, 4. Dezember, 18 Uhr (Einlass: 17.30 Uhr)
Kinoabend „She said“
Karten: www.villach.at/frauenkino

Mehr zu den Aktivitäten
www.villach.at/frauen

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