26 Femizide: Gewaltambulanzen starten nun in diesen Bundesländern
Das lang erwartete Projekt von Justizministerin Alma Zadic zur Etablierung von Gewaltambulanzen nimmt konkrete Formen an. Geplant ist der Start der ersten Ambulanzen Anfang des kommenden Jahres.
Ein lang erwartetes Projekt von Justizministerin Alma Zadic (Grüne) nimmt Form an: Zu Beginn des nächsten Jahres sollen die ersten Gewaltambulanzen ihre Tätigkeit aufnehmen, wie sie im Interview mit „heute.at“ verrät. Die Ambulanzen sollen gewaltbetroffenen Frauen die Möglichkeit bieten, ihre Verletzungen gerichtsfest dokumentieren zu lassen. Damit soll die Verurteilungsquote bei Gewalt gegen Frauen erhöht werden.
Gerichtsfeste Unterstützung für Gewaltopfer
Zadic betont die Bedeutung der Gewaltambulanzen, da diese Frauen niederschwellig unterstützen, indem ihre Verletzungen gerichtsmedizinisch dokumentiert werden. Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, dass mehr Verurteilungen bei Gewalt gegen Frauen ausgesprochen werden, indem die Beweislage gestärkt wird.
Kooperation mit medizinischen Universitäten geplant
Die ersten Pilotprojekte sind bereits in Planung und werden in Zusammenarbeit mit medizinischen Universitäten wie Graz und Wien durchgeführt. Zunächst sollen die Ambulanzen die Steiermark, Kärnten, das südliche Burgenland sowie Wien, Niederösterreich und Nordburgenland abdecken.
Prävention, Strukturwandel und Hilfe für Gewaltopfer im Fokus
Angesichts der 26 Frauenmorde im laufenden Jahr fordert Zadic dringend ein Gesamtkonzept für Österreich. Sie betont die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen, die auf die Beseitigung patriarchaler Strukturen abzielen. Neben der Prävention ist es laut Zadic von entscheidender Bedeutung, Gewalteskalationen zu verhindern und Opfern niederschwellige Hilfsangebote zugänglich zu machen.