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/ ©APA/EVA MANHART
Modellregion mit MedUni-Spitälern in Wien und Graz und mobilen Teams

Für mehr Verurteilung: Gewaltambulanzen gehen an den Start

Der Startschuss für die seit langem geforderten Gewaltambulanzen ist gefallen. Gestartet wird mit der Modellregion Ost-Süd. Die bessere Dokumentation von Verletzungen soll eine Steigerung der Verurteilungsquote bringen.

von APA/RED
2 Minuten Lesezeit(366 Wörter)

Jede dritte Frau in Österreich wurde bereits Opfer von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt. 26 Frauen wurden heuer bereits ermordet. Hinzukommen 14.000 Betretungs- und Annäherungsverbote, die heuer verhängt wurden. Die Zahlen zu Gewalt gegen Frauen in Österreich sind erschreckend.

Für mehr Verurteilungen

Der Großteil der Gewaltakte passiert zu Hause im eigenen familiären Umfeld. Viele Frauen haben daher auch Angst vor einer Anzeige. Die Verurteilungsrate ist mit weniger als zehn Prozent niedrig. Das Projekt rund um die Gewaltambulanzen in Österreich soll genau an jenem Punkt ansetzen und eventuell dazu führen, dass mehr jener Gewaltakte angezeigt werden.

Experten sichern Beweise

Dafür sehen die Gewaltambulanzen eine qualifizierte, kostenlose und verfahrensunabhängige Beweissicherung durch Experten aus der Gerichtsmedizin nach Fällen von Gewalt vor. Pro Modellregion soll es einen opfergerechten Untersuchungsraum an einem fixen Standort geben. Die Gewaltambulanzen können aber auch unabhängig von einer Anzeige aufgesucht werden. Zudem sollen auch mobile Teams her, die bei Bedarf ausrücken. Diese hätten dann die Möglichkeit, zu Betroffenen in Spitäler zu fahren und Verletzungen zu dokumentieren.

Modellregion Ost-Süd macht den Start

Den Start macht die Modellregion Ost-Süd. Sie umfasst die Bundesländer Wien, Niederösterreich, das Burgenland die Steiermark und Kärnten – mit speziellen Gewaltambulanzen in Wien und Graz sowie mobilen Teams. Einen konkreten Zeitplan für die Modellregion Ost-Süd gibt es ebenfalls noch nicht. Die Förderverträge mit Graz und Wien „sind unterschriftsreif“, berichtete die Justizministerin Alma Zadić (Grüne). In Graz gebe es bereits eine funktionierende Gewaltambulanz, aber noch nicht rund um die Uhr. Die Umbaumaßnahmen in Graz haben bereits begonnen und starten auch in Wien.

Ausweitung auf den Westen noch im nächsten Jahr

Das Budget sei bereits ausverhandelt. „Heute drehen wir an einer ganz großen Schraube“, lobte die Justizministerin die Etablierung der Gewaltambulanzen. Der Start in der Modellregion Ost-Süd wird wissenschaftlich evaluiert und begleitet. Zadić versicherte, dass die Gewaltambulanzen 2024 zügig auch auf den Westen Österreichs ausgerollt werden sollen. „Innsbruck und Salzburg sind die nächste Phase der Pilotierung. Die Förderverträge müssen noch ausverhandelt werden“, sagte Zadić. (APA, red 6.12.2023)

Hier finden Frauen, die Gewalt erleben, Hilfe

  • Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at
  • beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at
  • beim Frauenhaus-Notruf unter 057722
  • Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
  • Polizei-Notruf: 133
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 06.12.2023 um 20:11 Uhr aktualisiert

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