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800 Euro landen im Müll – Was du gegen Essensverschwendung tun kannst
Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Landwirtschaftskammer Vizepräsidentin Maria Pein: Klimaschutz beginnt im Einkaufswagen

800 Euro landen im Müll – Was du gegen Essensverschwendung tun kannst

Lebensmittel in Höhe von 800 Euro landen jährlich in den Haushalten im Müll. Mit dem Einkauf von regionalen Produkten kann der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden. Wie genau, das erfährst du hier.

von Sabrina Tischler
3 Minuten Lesezeit(655 Wörter)

„Zu Weihnachten geht es um Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen. Genauso achtsam müssen wir mit unseren wertvollen Lebensmitteln umgehen. Mit einem regionalen und saisonalen Weihnachtsessen schont man das Klima und die Umwelt und unterstützt unsere heimische Landwirtschaft. Gleichzeitig sollten wir gerade zu Weihnachten besonders darauf achten, dass keine Lebensmittel im Müll landen“, sagt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer.

Wie Regionalität gegen Lebensmittelverschwendung hilft

Ein bewusster Einkauf direkt bei den Bauern ist die beste Prävention gegen Lebensmittelverschwendung, denn in den Bauernladen und auf Bauernmärkten bekommt man genau die passende Menge, statt auf festgelegte Verpackungsgrößen angewiesen zu sein. „Unser Einkaufsverhalten trägt enorm zur persönlichen Klimabilanz bei. Es ist ein sehr starker Hebel für den Klimaschutz und die persönliche Gesundheit“, sagt Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein

800 Euro landen jährlich im Müll

Es werden noch immer viel zu viele Lebensmittel nicht verbraucht und letztendlich entsorgt. Durch Lebensmittelverschwendung wie etwa durch falsche Lagerung, fehlende Kühlung oder Verderb entstehen laut einem Sonderbericht der UNO rund zehn Prozent der vom Menschen gemachten Treibhausgas-Emissionen. In der Steiermark fallen jährlich 170.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle (Ö: rund 1 Millionen Tonnen) an. Jeder Haushalt entsorgt noch genießbare Lebensmittel im Wert von rund 800 Euro.

Ein Beispiel eines köstlichen Weihnachtsmenüs

„Gebeizter Rindsbraten mit Schupfnudeln, Wintersalat und Bratapfel mit Topfensoufflé“ verdeutlicht den wichtigen Klimaschutz-Beitrag jedes einzelnen von uns: 50.964 Transportkilometer oder mehr als eine Erdumrundung (1,3-mal) haben internationale Lebensmittelzutaten hinter sich, bevor sie auf die Teller kommen. Bei Verwendung regionaler Zutaten beträgt der Transportweg lediglich 427 Kilometer.

Wertschätzung für Lebensmittel

Die Agrarpolitikerinnen plädieren gemeinsam dafür, regional und saisonal einzukaufen und nur so viel in den Einkaufswagen zu legen, wie tatsächlich auch verbraucht werden kann – direkt beim Bauern, in den Hofläden oder auf Bauernmärkten. „Beim Lebensmittel-Einkauf ist eine Trendumkehr dringend notwendig und es muss uns der Wert und die Kostbarkeit unserer Lebensmittel viel besser bewusst werden“, sagt Pein. Hinter jedem Lebensmittel stehen Bauern, die diese mit viel Einsatz herstellen. Um der Bevölkerung den Einkauf von regionalen, saisonalen Lebensmitteln leichter zu machen, fordern die Agrarpolitikerinnen die Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln.

Zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum

„Mehr Eigenverantwortung ist auch beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) angebracht, weil viele Lebensmittel auch danach noch eine gewisse Zeit genießbar sind – Schauen, Riechen und Schmecken sind hier die besseren Ratgeber. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nur an, bis wann das ungeöffnete Produkt seine typische Eigenschaft behält“, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Regionales Essen hält Menschen länger gesund. 

„Regionale, saisonale und frische Lebensmittel haben eine hohe Wertigkeit an Inhaltsstoffen, die ideal für die in der jeweiligen Region lebenden Menschen sind. Und genau das ist für die Gesundheit von großer Bedeutung“, sagt Sandra Holasek, Ernährungsforscherin an der MedUni GrazUnd weiter: „Ausschlaggebend für gesunde Lebensjahre im Alter ist auch die Achtsamkeit beim Essen. Sich den ganzen Tag durchzusnacken ist schlecht, während ein achtsames, bewusstes Essen, für das man sich Zeit nimmt, gesundheitsfördernd ist.“

Top 5: Diese Lebensmittel landen im Müll

„Während der Weihnachtsfeiertage entstehen jedes Jahr über 20 Prozent mehr Abfall und es werden Lebensmittel im Wert von 30 Millionen Euro vernichtet“, ist Hans Roth, Aufsichtsratsvorsitzender der Saubermacher AG, wegen der dadurch sehr hohen Kosten alarmiert. Roth nennt dazu weitere Fakten und Zahlen: Bis zu zwei Drittel ist die Restmülltonne mit Lebensmittel befüllt, zur Weihnachtszeit sogar um etwa zehn Prozent mehr. Was sind die Top-5-Lebensmittel in der Restmülltonne? „An erster Stelle stehen Brot & Gebäck, dann folgen Obst & Gemüse, an dritter Stelle Milchprodukte & Eier, danach Fleisch & Wurstwaren und am fünfthäufigsten sind Fische in der schwarzen Tonne“. 

800 Euro landen im Müll – Was du gegen Essensverschwendung tun kannst
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v.l.n.r.: Saubermachergründer Hans Roth, Ernährungsforscherin Sandra Holasek, Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Landwirtschaftskammer Vizepräsidentin Maria Pein, Caritas Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler

Lebensmittelspenden bei Caritas-Aktion „umgekehrter Adventkalender“

Mit der Caritas-Aktion „Umgekehrter Adventkalender“ können Lebensmittel gespendet werden. Dazu Nora TödtlingMusenbicher, Direktorin der Caritas Steiermark: „Speziell zu Weihnachten möchten wir mit dem ‚Umgekehrten Adventkalender‘ dazu ermuntern, an jene zu denken, denen es nicht so gut geht.“ Dazu nimmt man eine Schachtel und fügt für jeden Tag im Advent einen haltbaren, verpackten Artikel hinzu. Am 24. ist daraus ein hilfreiches Paket für einen bedürftigen Menschen geworden. Diese Pakete können auch nach Weihnachten noch in allen steirischen Carla-Shops abgegeben werden. Für Menschen, die sich schwertun, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ist das Marienstüberl in Graz eine Drehscheibe. Die Caritas unterstützt dort aktuell jede Woche 200 bis 250 Haushalte mit Lebensmitteln für den eigenen Bedarf.

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