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/ ©Fotomontage: Manfred Wrussnig

Am Nikolaustag: Hier wurde Villacher Wolf geschossen

Tagesgespräch ist in Villacher Jagdkreisen der Abschuss eines zu neugierigen Jungwolfes, der am Nikolaustag in den frühen Morgenstunden von einem Jäger zur Strecke gebracht wurde. 5 Minuten fand exklusiv die Stelle, wo es geschah.

von Manfred Wrussnig
2 Minuten Lesezeit(483 Wörter)

Sowohl die Stelle als auch der Name des Schützens liegt uns vor. Zudem fanden wir im Schnee sogar noch Spuren des Tieres. Der Wolf stammte vom Dobratsch-Rudel, dessen zwei Brüder innerhalb von wenigen Tagen, wie berichtet, von Autos im Straßenverkehr erfasst und getötet wurden. Damit galten die beiden als Fallwild und ein weiterer Wolf, der zum Abschuss verordnet war, konnte nun am 6. Dezember gegen 5 Uhr früh im Revier der Jagdgesellschaft Villach-Fellach von einem dort jagenden Mitglied erlegt werden. Die Aussendung des Landes zum erledigten Abschuss war eher sehr lapidar, kurz gehalten und lautete sinngemäß: „Durch Verordnung von Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP) wurde der Risikowolf am 6. Dezember in Villach neben einem Komposthaufen 100 Meter von einem Haus entfernt entnommen.“ Tatsache ist, dass der Jungwolf seit Tagen im Gebiet des Eggerteiches Spaziergängern aufgefallen war und bei Annäherung jeweils aber sofort die Flucht ergriff.

Was war genau passiert?

Wie und was dann genau passierte, schilderte 5 Minuten ein Jäger, der den Wolf mehrmals hätte schießen können, aber darauf verzichtete, weil es sich bei ihm um keinen Schadwolf gehandelt hat und offensichtlich nur durch den Geruch von Pferdemist angelockt wurde. Pferdemist und kein Komposthaufen war es, der das Interesse des Jungwolfes weckte. Dieser wurde im Ortsteil Goritschach vom Betreiber eines Reiterhofes dort deponiert. Beim Schützen, der 5 Minuten namentlich bekannt ist, handelt es sich um einen Jäger, dessen Gewehr schon in der Vergangenheit sehr locker saß und der heuer schon zehn Stück Wild allein in diesem Revier erlegt haben soll, wird erzählt.

Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist jener Ort, wo der Wolf in Villach gestern verstarb.
©Manfred Wrussnig
Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist jener Ort, wo der Wolf in Villach gestern verstarb, sehr viel Schnee liegt noch.
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Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist jener Ort, wo der Wolf in Villach gestern verstarb, bei einem Pferdedunghaufen.
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Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist jener Ort, wo der Wolf in Villach gestern verstarb. Zu sehen sind auch die Fußspuren des Wolfes.
©Manfred Wrussnig

„Er hat immer nur die Trophäe im Auge“

„Er ist ein richtiger jagdlicher Grenzgänger, der immer nur die Trophäe im Auge hat. Ausgerüstet ist er besser als James Bond, mit Nachtsichtgerät, Wärmebildkamera und kältefestem Gewand, denn in dieser Nacht gab es tiefe Temperaturen, die ihm offensichtlich nichts anhaben konnten – möglicherweise schoss er aber auch aus einem Auto heraus“, spekuliert unser Informant und lässt kein gutes Haar an seinem Kollegen. Der Kadaver des Wolfes wurde nach Meldung an das Land vom Biologen Roman Kirnbauer begutachtet, der eine DNA Probe abnahm. Ob er dazu auch noch dem Schützen ein kräftiges Weidmannsheil gewünscht hat, ist allerdings nicht überliefert.

Kehrt in Villach nun weihnachtlicher Frieden ein?

„Alle Abschussverordnungen von Gruber sind illegal und viele Jäger machen da deswegen auch nicht mehr mit“, weiß der Chef des Vereines gegen Tierfabriken (VGT) Martin Balluch. Weil befürchtet wird, dass sich militante Tierschützer an dem Schützen für den Abschuss in irgendeiner Weise rächen könnten, wird auch der Name des Mannes von 5 Minuten nicht genannt. Zu befürchten ist allerdings, dass er in entsprechenden Foren im Internet auftauchen könnte. Zu hoffen ist, dass nun in den Revieren rund um Villach weihnachtlicher Friede einkehren wird.

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