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Heftige Kritik: Oberösterreich will Asylwerber zu Hilfsdiensten verpflichten

Heftige Kritik: Oberösterreich will Asylwerber zu Hilfsdiensten verpflichten

Nachdem das Innenministerium den Ländern zuletzt per Rechtsauskunft grünes Licht für eine Ausdehnung des Einsatzes von Asylwerbern zu gemeinnütziger Arbeit gegeben hat, gehen die Länder in die Umsetzung.

von Janine Ploner
2 Minuten Lesezeit(342 Wörter)

In Vorarlberg sollen im ersten Quartal 2024 ankommende Asylwerbende per „Kodex“ zu Hilfstätigkeiten verpflichtet werden, bei Weigerung soll es Sanktionen geben. Auch in Oberösterreich will man 2024 schrittweise starten, so Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Samstag.

Keine Leistung – weniger Geld

Das Modell sieht vor, das Asylwerbende künftig neben gemeinnütziger Arbeit im Quartier oder im Auftrag von Ländern und Gemeinden auch für gemeinnützige Organisationen einsetzbar sein sollen. Der entsprechende Leistungskatalog soll überarbeitet werden. Bei Weigerung soll es weniger Taschengeld (40 Euro pro Monat) oder eine Umstellung von Geld- auf Sachleistungen (zum Beispiel Essensgutscheine) geben. Auch eine Kürzung von Sachleistungen könnte möglich sein. Für die jeweilige Umsetzung sind die Länder zuständig.

„Anerkennungsbeitrag“ für Asylwerber

Während Wiens zuständiger Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) in der Verpflichtung einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht, will Oberösterreich den überarbeiteten Leistungskatalog des Innenministeriums abwarten und „parallel mit den Vorbereitungen starten, damit wir nächstes Jahr schrittweise die Verpflichtung zu Hilfstätigkeiten einführen können“, so Landesrat Hattmannsdorfer im Ö1-„Morgenjournal“. Es sei angebracht, dass Flüchtlinge für die Versorgung und Verpflegung einen Beitrag leisten, vom Rasenmähen bis zur Mithilfe in Sozialmärkten. Dafür solle es einen „Anerkennungsbeitrag“ geben, im aktuellen Katalog seien drei bis fünf Euro vorgesehen.

Klare Worte von Amnesty International

Kritik an der Verpflichtung zu Hilfstätigkeiten übte am Samstag die Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, Shoura Hashemi. „Ich halte diese aktuelle Diskussion in Österreich im Moment eher für eine Politshow, eine Geschichte, die sich für den Wahlkampf gut eignet, für die Wahlen, die nächstes Jahr anstehen“, sagte sie auf Ö1. Sie stellte außerdem in Frage, was mit der Verpflichtung erreicht werden solle. Immerhin seien laut Asylrechtsexperten in der Praxis sowieso viele bereit zu arbeiten. Dass man nun von einem bisherigen Arbeitsverbot zu einer Arbeitspflicht komme, wirke „ein bisschen grotesk“. Stattdessen solle die Regierung um Asyl Werbenden generell den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 09.12.2023 um 15:17 Uhr aktualisiert

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