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Im Handel: Droht jetzt der Megastreik?

Im Handel: Droht jetzt der Megastreik?

Auch die fünfte Verhandlungsrunde für einen "neuen" Kollektivvertrag im Handel hat vor zwei Tagen kein Ergebnis geliefert. Ob in der kommenden Woche nun gestreikt wird, erklärt uns Günther Granegger von der Gewerkschaft "GPA".

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
3 Minuten Lesezeit(514 Wörter)

Vorgestern wurde die fünfte Verhandlungsrunde rund um den Kollektivvertrag für die Handelsangestellten – es geht immerhin um knapp 430.000 Personen in Österreich – abgebrochen – wir haben berichtet. Obwohl es am heutigen Samstag, den 9. Dezember, zahlreiche „Maßnahmen im öffentlichen Raum“ und auch Warnstreiks gegeben hat, gibt es weiterhin noch keinen weiteren Verhandlungstermin. Wir haben mit Günther Granegger von der Gewerkschaft „GPA“ gesprochen, der den Kollektivvertrag in Wien mit aushandelt.

„Immer mehr Betriebe wollen streiken“

„Wir hoffen natürlich genau so wie die Arbeitgeberseite auf einen baldigen Weihnachtsfrieden und darauf, dass es vor der Weihnachtszeit einen Abschluss gibt“, erklärt Granegger im Gespräch mit 5 Minuten. Nachdem es jedoch noch nicht einmal einen neuen Termin für die Verhandlungen gibt, müsse der Druck weiter erhöht werden. „Es haben sich immer mehr Betriebe gemeldet, die mitmachen und streiken wollen“, so Granegger.

Warnstreiks kommende Woche

Daher wird es kommende Woche weitere Störungen während der Öffnungszeiten geben, verrät er. „Dabei handelt es sich wieder um Warnstreiks in den Vormittagsstunden, die zwei, drei Stunden gehen werden.“ Das werde auch rechtzeitig dementsprechend mitgeteilt werden. Die meisten Betriebe seien für den Abschluss, dennoch gebe es noch einige, die diesen blockieren.

„Unter 9,2 Prozent gibt es keinen Abschluss“

Aktuell steht die Arbeitgeberseite rund um die Gewerkschaft „GPA“ bei einer Forderung von 9,4 Prozent, die Arbeitgeberseite liegt bei 8 Prozent. Die Einmalzahlung, die anfangs seitens der Arbeitgeber vorgeschlagen wurde, ist vom Tisch. „Die rollierende Inflation im Handel liegt bei 9,2 Prozent. Wir wollen natürlich einen Abschluss aushandeln, der höher ist. Unter 9,2 Prozent gibt es keinen Abschluss“, erklärt Granegger. Dabei wären auch Zusatzregelungen möglich, die man noch ausreizen könnte, um diesen Wert zu erreichen. Aber: „Im Schnitt muss es über 9,2 Prozent kommen.“

Soziale Staffelung von Arbeitgebern abgelehnt

Von den zahlreichen Handelsangestellten sind die meisten nur in Teilzeit beschäftigt und das Brutto-Einstiegsgehalt liege immer noch unter 2.000 Euro. „Wir wollen vor allem die unteren Einkommen stärker anheben. Eine soziale Staffelung wurde aber seitens der Arbeitgeber in der fünften Verhandlungsrunde abgelehnt“, weiß Granegger.

Gibt es einen unbefristeten Streik?

„Wir sind jedenfalls jederzeit verhandlungsbereit“, so Granegger weiter. Die Verhandlungen werden jedoch wohl frühestens gegen Ende nächster Woche stattfinden. Ein unbefristeter Streik liegt übrigens auch noch am Tisch. „Die Streikfreigabe gibt es in jedem Fall. Jedes Bundesland kann selbst entscheiden, was passiert. Wir schauen aber natürlich, dass gewisse Maßnahmen österreichweit geschehen“, meint Granegger.

Was passiert, wenn die Verhandlungen kein Ergebnis bringen?

Dieses Jahr wird übrigens 75 Jahre Kollektivvertrag „gefeiert“. Was aber, wenn die Verhandlungen bis Ende Dezember kein Ergebnis bringen? „Das hatten wir vor 20, 25 Jahren schon einmal. Da ist dann eine Empfehlung der Arbeitgeber rausgegangen“, erinnert sich Granegger. Diese sei aber nicht verbindlich, wenn sich ein Betrieb nun nicht die Empfehlung von beispielsweise acht Prozent leisten könne, könnte dieser dann auch nur um fünf Prozent erhöhen. „Das würde aber den Handel komplett durcheinanderbringen. Das kann nicht im Interesse der Arbeitgeber sein“, hofft Granegger abschließend auf einen Abschluss noch vor Jahresende.

Häufig gestellte Fragen:

In der kommenden Woche gibt es im Handel in Österreich wieder Warnstreiks, die in den Vormittagsstunden stattfinden und zwei, drei Stunden dauern könnten.

Eine Streikfreigabe für den Handel wurde bereits erteilt. Somit sind theoretisch auch unbefristete Streiks möglich.

Aktuell steht die Arbeitnehmerseite bei einer Forderung von 9,4 Prozent. Das Angebot der Arbeitgeberseite steht derzeit bei 8 Prozent.

Für die 6. Verhandlungsrunde gibt es (Stand 9. Dezember, 18 Uhr) noch keinen Termin.

Es gibt derzeit knapp 430.000 Personen in Österreich, die im Handel angestellt sind.

„Das hatten wir vor 20, 25 Jahren schon einmal. Da ist dann eine Empfehlung der Arbeitgeber rausgegangen“, erinnert sich Günther Granegger von der „GPA“ gegenüber 5 Minuten. Eine Empfehlung ist aber nicht verbindlich. Heißt: Wenn die Arbeitgeber 8 Prozent als Empfehlung ausgeben und sich ein Betrieb das nicht leisten kann, zahlt er eben nur 5 Prozent mehr. „Das würde aber den Handel komplett durcheinanderbringen. Das kann nicht im Interesse der Arbeitgeber sein“, hofft Granegger.

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