Gibt es in der Steiermark mehr Verkehrsfläche als Wohnfläche?
Der Verkehr beansprucht in der Steiermark pro Kopf viermal so viel Fläche wie eine Person durchschnittlich zum Wohnen zur Verfügung hat.
Dies ergab eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK). Die unterschiedliche Flächennutzung innerhalb der Steiermark ist dabei auffällig. Insbesondere versiegelte Verkehrsflächen stellen aufgrund der Klimakrise ein zunehmendes Problem dar.
Mehr Verkehrsfläche als Wohnfläche
Laut der VCÖ-Analyse beanspruchen die Verkehrsflächen in der Steiermark durchschnittlich 219 Quadratmeter pro Einwohner. Dies steht im krassen Kontrast zu den 49 Quadratmetern, die einer Person im Schnitt für das Wohnen zur Verfügung stehen.
Überschwemmungen & Hitze
Die Versiegelung von rund 70 Prozent der Verkehrsflächen in der Steiermark trägt dazu bei, dass bei Regen kein Wasser versickern kann, was die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregen erhöht. Zudem absorbieren Asphaltflächen Wärme, was zu übermäßiger Hitzebelastung führt und die nächtliche Abkühlung behindert, was sich negativ auf den Schlaf und die Gesundheit auswirken kann.
Große Unterschiede zwischen den Bezirken
Innerhalb der Steiermark zeigen sich große Unterschiede zwischen den Bezirken. Pro Kopf beansprucht der Verkehr im Bezirk Murau mit 430 Quadratmetern den meisten Platz, gefolgt von den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld (343 Quadratmeter), Südoststeiermark (341 Quadratmeter) und Liezen (325 Quadratmeter). Die geringsten Flächenansprüche des Verkehrs pro Kopf sind im Bezirk Graz Umgebung (194 Quadratmeter) und im Bezirk Leoben (228 Quadratmeter) zu verzeichnen.
In Städten weniger als am Land
Die VCÖ-Analyse zeigt, dass der Flächenverbrauch des Verkehrs in Städten im Vergleich zum Landesdurchschnitt deutlich niedriger ist. Graz verzeichnet dabei mit 42 Quadratmetern pro Kopf den geringsten Flächenverbrauch des Verkehrs. Durch die Stärkung von Ortskernen, der Nahversorgung und einem Stopp der Zersiedelung könnten Gemeinden und Städte den Bodenverbrauch deutlich reduzieren und gleichzeitig die Bevölkerung dazu ermutigen, Alltagswege vermehrt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.