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Burgruine Gösting: Ist besonderes Grazer Denkmal zum Verfall verdammt?

Die Burgruine Gösting ist "pächterlos". Wie geht es nun weiter? Der Burgverein übt scharfe Kritik an der Stadt Graz, welche ihr "Versprechen nicht gehalten hat".

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(496 Wörter)
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Im November wurde bekannt gegeben: Graz beendet die Pacht für die Burgruine Gösting aufgrund finanzieller Engpässe und geringen Interesses an Führungen. Der langfristige Vertrag wird mit einer einjährigen Kündigungsfrist bis November 2024 aufgelöst. Näheres dazu hier.

Burgverein: „Wir sind nicht eingebunden worden“

Manfred Eber, der Liegenschaftsstadtrat, betonte, dass die Entscheidung schwer fiel und viele Grazer und er selbst eine emotionale Bindung zur Burgruine haben. Jedoch könne man aus finanziellen Gründen und aufgrund der gegenwärtig schwierigen Haushaltslage nicht an dem bestehenden Vertrag festhalten, den man unter anderen Umständen nicht abgeschlossen hätte. Trotz konstruktiver Gespräche mit der Eigentümerfamilie konnte keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Nun meldet sich der Burgverein Gösting zu Wort. Dabei wird kritisiert, dass die Stadt Graz die Miteinbeziehung des Vereins in das künftige Procedere zugesichert habe – dieses Versprechen sei aber nicht eingehalten worden.

Was wurde aus den Plänen?

„Vereinsseitig angedacht war die Realisierung eines Stufenplans mit dem Inhalt, zuerst die Sicherungsarbeiten zu begleiten, dann die Burgruine zeitweise zu öffnen und dafür eine provisorische Gastronomie zu organisieren und künftig die Stadt bei Maßnahmen wie Elektro-, Wasser- und Kanalanschluss zu beraten. Dadurch hätten die beträchtlichen Aufwendungen ökonomisch vertretbar auf mehrere Jahre aufgeteilt werden können“, so der Burgverein. Die Stadt Graz und die Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH sollen – abgesehen von einer Öffnung der sonst ständig gesperrten Burg am Nationalfeiertag 2022 – und von kleineren Sicherungsmaßnahmen bisher keine entsprechenden Schritte gesetzt haben, so lautet die Kritik.

Historisches Denkmal und Grazer Baujuwel

Der Burg-Eigentümer und Bäckermeister Hubert Auer ist Mitte November im Alter von 84 Jahren verstorben – wir berichteten. Die Erklärung des Stadtrats Eber, dass der Pachtvertrag gekündigt wird, überraschte den Burgverein, der sich seit 1925 für die Erhaltung einsetzt. Die Mitglieder sind „über diese Vorgangsweise sehr erstaunt und äußerst enttäuscht, weil damit die Burgruine Gösting praktisch dem Verfall preisgegeben wird, anstatt sie als wichtiges historisches Denkmal und besonderes Grazer Baujuwel, wie auch als bedeutende touristische und für die Bevölkerung freizeitrelevante Attraktion zu erhalten“. Dem Stadtrat Eber seinen Mitarbeitern sowie die Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH wirft der Burgverein vor, die historische und kulturelle Bedeutung der Burgruine Gösting nicht wichtig genug zu nehmen.

Wie geht es weiter?

Der Burgverein Gösting weist darauf hin, dass der Abschluss des Pachtvertrages mittels Stadtsenatsermächtigung vom 10. September 2021 durch den seinerzeitigen Bürgermeister Siegfried Nagl erfolgt ist. Demnach kann die Kündigung nicht durch Stadtrat Eber allein erfolgen, sondern nur durch den Stadtsenat, wird dabei betont. „Ein entsprechender Beschluss liegt uns – soweit die (mangelhafte) Information ergibt – nicht vor. Es bleibt daher spannend, ob ein derartiger Stadtsenatsbeschluss seitens der Bürgermeisterin und von Stadtrat Manfred Eber herbeigeführt wird – und wer noch für eine Kündigung des Pachtvertrages stimmte“, so das Resümee des Burgvereins.

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