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/ ©Pexels / Brenda Timmermans

Nur Tage nach tödlichem Schuss: Wieder Villacher Wolf auf Abschussliste

Mit der Meldung werden Tierschützer keine Freude haben: Kaum wurde in Villach ein Wolf, wie berichtet, abgeschossen, ist auch schon der nächste dran.

von Wrussnig & Plattner
3 Minuten Lesezeit(590 Wörter)

Bis 5. Jänner darf im Hegering 31 Villach/ Villach Land wieder einem Wolf auf den Pelz gerückt werden. Kein weihnachtlicher Frieden in den Kärntner Wäldern: Während im Drau und Gailtal wie berichtet bis 19. Dezember noch ein Wolf erschossen werden kann, ist nun ein weiterer in Villach frei.

Kontroverse um Wolf-Abschüsse

„Es wäre der vierte Wolf in Villach binnen weniger Wochen – wenn er erwischt wird. Zwei wurden wie berichtet im Straßenverkehr getötet, einer vor einigen Tagen wie berichtet abgeschossen. Ein Hegeringleiter aus Oberkärnten schildert, dass  die Jägerschaft mit Abschussverordnungen, die Risikowölfe betrifft die lediglich in der Nähe von Häusern auftauchen, aber niemanden konkret gefährden, immer weniger Freude hat. „Da gibt es welche die schießen einen Wolf egal ob er frei ist oder nicht und lassen ihn im Wald liegen bis ihn der Fuchs frisst. Dann gibt es welche die schießen weil der Abschuss erlaubt ist und dann, das ist die Mehrheit, die  lasst es lieber bleiben“, erzählt er 5 Minuten aus der Praxis. 

Kritik an Verordnung und Folgen für Jäger

Es gibt mehrere Gründe, weshalb man mit der Verordnung keine Freude hat: „Es wird Zwietracht gestreut, der Abschuss wird  streng geheim vom Schützen an allen Vorgesetzten vorbei direkt an das Land gemeldet und beleidigt so irgendwie den Hausverstand der Jäger, denn geheim bleibt gar nix“, weiß unser Informant. Und: „Die Beute gehört dem Schützen und was macht der mit dem toten Wolf, er gibt ihn der Tierkörperverwertung oder lässt ihn präparieren – in beiden Fällen besteht die Gefahr, dass seine Deckung auffliegt. Da ist dann Brüssel und dort ist der Wolf streng geschützt, was hier bei uns keinen kümmert, dann sind militante Tierschützer unterwegs, denen, am Beispiel  Deutschland, so einiges einfällt. Es werden Nägel auf Forstwegen gestreut und Hochstände angesägt, um nur die harmlosen Sachen zu erwähnen“. 

Schutzmaßnahmen oder drastische Eingriffe?

Auch mit den angeblichen  Vergrämungen wäre das so eine Sache. Hupen oder in die Hände klatschen, einen Schuss in die Luft abgeben? „Hier sollte man mit Gummigeschossen operieren, wenn es ein Mal am Pelz des Wolfes ordentlich schmerzt, dann kommt der nie wieder an der Stelle vorbei“, glaubt der Hegeringleiter.  Selber würde er auch einen Wolf schießen: „Wenn der Vieh auf der Alm tötet und  Herdenschutz überwindet, gehört er entnommen. Auch wenn er  konkret auf einen Menschen zusteuern würde, muss er abgeschossen werden. Aber was hier zum Abschuss freigegeben wird, befriedigt nur die Jagdlust einer immer kleiner werdenden Gruppe.  Man soll sich dann nicht wundern, wenn Tierschützer die Jäger zu hassen beginnen.“ In Villach und dem Umkreis darf am Dobratsch bis Puch rund um den Faakersee,  Grascheiltzen, Oswaldiberg, bis Bad Bleiberg ein weiterer Wolf entnommen werden. 

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Das sind die Orte, wo der Wolf geschossen werden darf

Update 12.12., 14 Uhr: Zwei weitere Abschussverordnungen

Während dieser Artikel veröffentlicht wurde, wurden vom Land aus gleich zwei weitere Abschussverordnungen erlassen. Ein Wolf kann bis 8. Jänner im Bezirk Spittal an der Drau rund um die Gemeinden Stall, Rangersdorf, Großkirchheim und Winklern geschossen werden. Ein weiterer Wolf darf in den Bezirken Spittal und Villach-Land rund um die Gemeinden Spittal, Baldramsdorf, Seeboden, Millstatt, Radenthein, Kaning, Feld am See-Afritz, Weißenstein-Fresach-Ferndorf, Foscari-Paternion, Paternion-Weißenstein und Stockenboi „entnommen“ werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 12.12.2023 um 14:58 Uhr aktualisiert

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