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Symbolfoto
Ein Bild auf 5min.at zeigt einen Zebrastreifen bei Nacht.

In der dunklen Jahreszeit werden mehr Fußgänger am Schutzweg angefahren

36 Fußgänger wurden im Vorjahr auf Kärntner Schutzwegen angefahren und dabei verletzt. In der dunklen Jahreszeit nimmt der Anteil dieser Unfälle zu, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.

von Tanja Janschitz
Tanja Janschitz Onlineredaktion 5min.at
2 Minuten Lesezeit(411 Wörter)

In Kärnten gab es im Vorjahr insgesamt 170 Verkehrsunfälle, bei denen Fußgänger angefahren und verletzt wurden. 36 davon – also 21 Prozent – ereigneten sich am Schutzweg, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Österreichweit passierten im Vorjahr sogar 30 Prozent der Fußgängerunfälle auf Schutzwegen. Dabei steigt der Anteil in der dunklen Jahreszeit. Während von März bis September im Schnitt 25 Prozent der Fußgängerunfälle auf Schutzwegen passierten, waren es in den Monaten November, Dezember, Jänner und Februar im Schnitt mit 36 Prozent deutlich mehr.

VCÖ erinnert an die Straßenverkehrsordnung

„Gerade, wenn die Sicht schlechter ist, ist es wichtig, entsprechend langsamer zu fahren“, erinnert VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Das sei auch in der Straßenverkehrsordnung (StVO) seit vielen Jahren deutlich geregelt. Im Paragraph 9 heißt es: „Der Lenker eines Fahrzeuges darf sich einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass er das Fahrzeug vor dem Schutzweg anhalten kann.“ Zudem darf ein Schutzweg „nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenker überraschend betreten“ werden. Der VCÖ sieht aber auch die Verkehrsplanung gefordert. Denn wo Menschen unterwegs sind, passieren auch Fehler. „Das Verkehrssystem ist so zu gestalten, dass ein Fehler keine fatalen Folgen hat. Verkehrsberuhigung und niedrigeres Tempolimit tragen wesentlich dazu bei, die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger in den Gemeinden und Städten zu erhöhen“, betont Mosshammer.

Verkehrsberuhigung gefordert

Der Unterschied zwischen Tempo 30 und Tempo 50 sei beim Anhalteweg, der sich aus Reaktionsweg und Bremsweg zusammensetzt, sehr groß, verdeutlicht der VCÖ. Ein Wagen, der bei 30 km/h einen Anhalteweg von elf Metern hat, steht bei 50 km/h erst nach 24 Metern und hat aufgrund des langen Reaktionswegs nach elf Metern noch eine Geschwindigkeit von 49 km/h. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo niedergefahren, seien schwerste Verletzungen die Folge. Mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet sei deshalb eine wichtige Sicherheitsmaßnahme.

Freie Sicht wichtig

Darüber hinaus ist das Umfeld von Schutzwegen so zu gestalten, dass Autofahrende eine gute Sicht auf Personen haben, welche die Straßen überqueren möchten. „Leider verstellen immer wieder auch vor dem Schutzweg parkende Autos und Transporter den Autofahrer die Sicht. Hier wäre es für die Sicherheit insbesondere der Kinder wichtig, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter auszuweiten“, stellt die VCÖ-Expertin abschließend fest.

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