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/ ©APA/GEORG HOCHMUTH
Mehr als 3.000 Menschen sollen davon profitieren.

„Bis 2030 soll Aids verschwinden“: HIV-Medikament noch vor dem Sommer gratis

Die am Welt-Aids-Tag zu Beginn des Monats verkündete Vier-Parteien-Einigung auf kostenlosen Zugang zur HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) wird "noch vor dem Sommer 2024" umgesetzt.

von Janine Ploner Janine Ploner 5 Minuten Online Redaktion
2 Minuten Lesezeit(391 Wörter)
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Das verkündete Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Derzeit nehmen geschätzt rund 2.000 HIV-negative Risikopersonen das Medikament zum Schutz vor einer Ansteckung ein. Mit der Neuregelung sollen insgesamt mehr als 3.000 Betroffene davon profitieren.

Gesundheit darf keine Frage des Einkommens sein

PrEp ist für Männer, die Sex mit Männern haben und Partner von HIV-positiven Menschen empfohlen, erläuterte Rauch. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf bis zu mehrere hundert Euro. Ausgewählte Apotheken bieten PrEP aber auch für rund 50 Euro pro Monat an. „Wir machen PrEP jetzt gratis, weil Gesundheit keine Frage des Einkommens sein darf“, betonte der Minister. Zudem dankte er dem Koalitionspartner ÖVP sowie SPÖ und NEOS für den gemeinsamen Entschließungsantrag mit seiner Partei.

5 Millionen Euro gesichert

„Die ärztliche Verschreibung bleibt Voraussetzung“, sagte Rauch. Dafür sind auch regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt oder der Ärztin und HIV-Tests notwendig. Die Bundesregierung stellt der Sozialversicherung für die Gratis-PrEP jährlich fünf Millionen Euro bis Ende 2027 zur Verfügung. „Das Ziel ist klar, bis 2030 soll Aids verschwinden“, hoffte Rauch. Derzeit gebe es in Österreich rund 400 HIV-Neuinfektionen pro Jahr. Bei rechtzeitiger Diagnose und richtiger Behandlung bricht Aids nicht aus, die Betroffenen sind nicht mehr ansteckend und haben mittlerweile die gleiche Lebenserwartung wie die übrige Bevölkerung.

Korrekte Einnahme ist wichtig

„Bei korrekter Einnahme wirkt PrEP genau so gut wie das Kondom“, sagte Aids-Hilfe-Wien-Geschäftsführerin Andrea Brunner bei der Pressekonferenz. „Wir kennen Fälle von jungen Menschen, die aufgrund der Teuerung aufgehört haben PrEP zu nehmen, und ein paar Monate später HIV-positiv waren“, berichtete sie. Österreich gehe nun den Weg weiterer europäischer Vorbilder wie Deutschland und Spanien. „Natürlich empfehlen wir Kondome, aber wir empfehlen auch die PrEP“, sagte sie auf Nachfrage.

Gamechanger gegen HIV

„Das ist ein echter Erfolg für viele Aktivisten, die jahrelang für die kostenlose PrEP gekämpft haben. Diese HIV-Prävention auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems wird ein echter Gamechanger im Kampf gegen HIV und Aids sein“, freute sich SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner in einer Aussendung. „Das schützt nicht nur Menschen vor dieser gefährlichen Krankheit, sondern spart auch den Krankenkassen die um ein Vielfaches höheren Behandlungskosten nach einer Ansteckung“, lobte auch die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien. (APA/red.15.12.2023)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 16.12.2023 um 14:47 Uhr aktualisiert
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