Handels-KV: Abbruch nach rund 10 Stunden, weitere Streiks folgen
Die sechste Runde der Lohnverhandlungen im Handel konnte wieder kein zufriedenstellendes Ergebnis bringen. Die Verhandlungen wurden abgebrochen, weitere Streiks angekündigt.
Am Freitag, den 15. Dezember wurden die Verhandlungen über den Handel-KV fortgesetzt. Große Streiks und Aktionen wurden bis dahin auf Eis gelegt. Sollte keine Einigung erzielt werden, so wurde bereits im Vorfeld angekündigt, dass weitere Proteste folgen werden – wir berichteten.
Verhandlungen „pro forma“, um Streiks zu verhindern?
Die Kollektivertragsverhandlungen für die etwa 430.000 Angestellte und Lehrlinge im Handel sind in der 6. Runde erneut von den Arbeitgebern abgebrochen worden. Nach fast 10 Stunden Verhandlungen wurde seitens der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt, mit welchem die Gewerkschaft einverstanden war. „Dieses Vorgehen der Arbeitgeber kommt einer Verhöhnung der Beschäftigten gleich, die nach wie vor nicht wissen, ob sie zum Jahreswechsel eine gesicherte Gehaltserhöhung erhalten und stellt einen großen Schaden für die Sozialpartnerschaft dar. Während wir uns wiederum bewegt haben und einen sozial gestaffelten Abschluss zwischen 9,38 Prozent und 8,58 Prozent vorgelegt haben und auch eine Öffnungsklausel für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten angeboten haben, blieben die Arbeitgeber bei der Blockadehaltung. Sie wollen offenbar justament nicht, dass Beschäftigte im Handel die Inflation abgegolten bekommen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Arbeitgeber die heutigen Verhandlungen nur pro forma vorgeschlagen haben, um weitere Streikaktionen am Freitag und am Einkaufssamstag zu verhindern“, sagt die Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA, Helga Fichtinger.
Streiks und öffentliche Aktionen
Die nun angekündigte einseitige Empfehlung von 8 Prozent an die Betriebe schafft nur Verunsicherung und wird der Handelsbranche langfristig schaden – die größte Branche schießt sich damit selbst in ein Out – aus dem sie schwer herauskommen wird, so lautet die Kritik der Gewerkschaft. „Wir werden in der kommenden Woche nochmals möglichst viel Beschäftigte über das provokante Verhalten der Arbeitgeber informieren und auch weitere Streiks und öffentliche Aktionen durchführen“, sagt der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA Martin Müllauer.