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/ ©Karolina Grabowska/Pexels
Symbolfoto
Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Ein Arzt mit verschränkten Händen

Harsche Ärztekammer-Kritik: „Krankenkassen sparen am falschen Ort“

Die Kärntner Ärztekammer kritisiert, dass Verträge mit Krankenkassen aktuell stark mit Bedingungen und Einschränkungen verknüpft seien. Vieles müsse von Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden.

von Phillip Plattner
Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(345 Wörter)

„Das zurückhaltende Interesse vieler Ärzte an Verträgen mit Krankenkassen liegt an den damit verbundenen Bedingungen und Einschränkungen“, so die Kärntner Ärztekammer in einer Aussendung. Wie kontraproduktiv das sei, könne man anhand von Beispielen grundlegender Laborwerte und Schnelltests erkennen. „So dürfen in Kärnten Internisten, Lungenfachärzte und Allgemeinmediziner nur bei jedem 20. Patienten und Kinderärzte nur bei jedem fünften Kind den CRP-Spiegel im Blut verrechnen.

„Limitierungen und Einschränkungen sind völlig verfehlt“

„Darüber hinaus müssen Patienten vor Ort rasch durchführbare Schnelltests auf RSV-Viren und Influenza-Viren aus der eigenen Tasche zahlen, weil man es vonseiten der Gesundheitskasse nicht für notwendig erachtet, diese analog zum Covid-Schnelltest kostenfrei zu übernehmen“, erklärt der Präsident der Kärntner Ärztekammer, Markus Opriessnig. Vor allem in diesen Wochen, „wenn Zehntausende mit Atemwegserkrankungen in die Ordinationen kommen“, seien diese Limitierungen und Einschränkungen „völlig verfehlt“, so Opriessnig weiter. Die Einschränkungen würden für Frust bei Kassenärzten sorgen.

Laut Opriessnig: Wie Antibiotika besser eingesetzt werden könnten

Bei einer Überschreitung des Limits beim CRP-Schnelltest müssten die Ärzte Honorarabzüge hinnehmen, viele durchgeführte Leistungen würden nicht bezahlt. „Man darf sich nicht wundern, wenn immer weniger Ärzte bereit sind, in einem derartigen System arbeiten zu wollen“, resümiert Opriessnig. Er meint, die Kasse würde am falschen Ort sparen. CRP-Tests seien nämlich ein „verlässlicher Hinweis, ob eine virale oder eine bakterielle Infektion vorliegt“. So würden auch Antibiotika, die derzeit ein knappes Gut seien, zielorientierter eingesetzt werden können.

„Das ist für das Gesundheitssystem kontraproduktiv“

Die Forderung der Ärztekammer nun: Die Limitierung der CRP-Tests, „welche Kassenärzte demotiviert und für das Gesundheitssystem kontraproduktiv ist“, aufzuheben. Weiters sei es notwendig, aufgrund der stark steigenden Krankheitsfälle, neben Corona-Tests auch Influenza- und RSV-Schnelltests auf Kassenkosten zu ermöglichen. „Nicht gerade förderlich für eine Attraktivierung der Kassenmedizin“ sieht Opriessnig auch den Fakt, dass man seitens der Krankenkassen weiterhin auf „unreflektierte Bürokratie“ setzen würde.

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