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Serie von Überfällen hielt Polizei in Atem

Für Luxushotels und Drogen: Pärchen gingen auf Beutezug in Banken

Eine Serie von Überfällen hielt die Polizei in Atem. Kürzlich konnten zwei verdächtige Pärchen erwischt werden. Mit der fünfstelligen Beute finanzierten sie Drogengeschäfte und -konsum, aber auch etwas Highlife in Luxushotels.

von APA/RED
3 Minuten Lesezeit(696 Wörter)
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Die Banküberfall-Serie begann am 21. November in einem Geldinstitut in Hernals. Ein Mann kam mit Zettel mit der Aufschrift „Schnell, auszahlen!“ in die Bank und zeigte eine Faustfeuerwaffe in seinem Hosenbund her. Nach kurzer Zeit flüchtete der Mann mit Geld. Am 27. November war eine Bank in der Leopoldstadt an der Reihe, wieder kam der Räuber mit einem Zettel, auf dem diesmal „Geld, schnell“ zu lesen war.

Markante Nase „verriet“ Täter

„Schon da hatten wir die Vermutung, dass die beiden Fälle zusammengehören könnten“, sagte Dietmar Berger, stellvertretender Leiter des Ermittlungsbereichs im Landeskriminalamt (LKA) Wien, am Dienstag. Diese Vermutung gründete sich unter anderem auf dem Modus Operandi, aber auch auf Bilder von Überwachungskameras und Zeugenaussagen, die übereinstimmend die sehr markante Nase des Räubers erwähnten bzw. zeigten.

Doch kein Einzeltäter

Am 11. Dezember schlug die Gruppe dreimal zu, zweimal davon allerdings vergeblich. Die relative Erfolglosigkeit mag daran liegen, dass die „Nase“ – Kopf und Haupttäter der Gruppe – diesmal den männlichen Komplizen vorgeschickt hatte. Der Hauptverdächtige zog jedenfalls seine Schlüsse daraus und wurde am Tag nach der Serie wieder selbst aktiv. In einer Bank in Liesing raubte er Geld. Schlüsse hatten unterdessen aber auch die Ermittler bereits gezogen und waren der Bande bereits dicht auf den Fersen. Bald war klar, dass es sich um keinen Einzeltäter handelte. Lichtbilder, Zeugenaussagen und Hinweise brachten die Polizei auf die richtige Spur.

Verdächtiger wurde schon länger gesucht

Hauptverdächtiger war die „Nase“, ein 26-jähriger Österreicher, der schon früher in Zusammenhang mit dem Suchtmittelgesetz vor Gericht gestanden war. Selbst das niederösterreichische LKA ermittelte wegen Suchtmittelhandels gegen den 26-Jährigen. Es bestand seit einem Jahr eine Festnahmeanordnung. Am Freitag, 15. Dezember, konnten die Ermittler die „Nase“ schließlich in Währing lokalisieren. Der Verdächtige versuchte noch zu flüchten, aber vergeblich. Im Auto fanden die Polizisten die Pistole bei dem 26-jährigen Niederösterreicher, außerdem 8.000 Euro in bar und auch Suchtgift.

Gleich alle vier auf einmal erwischt

Das Stoppen des Wagens war überhaupt fast eine Art Jackpot für die Ermittler. Neben der „Nase“ saßen der 27-jährige Komplize – als Ausführungstäter bei den beiden gescheiterten Banküberfällen und beim Tankstellenüberfall verdächtig – und die Freundin des 26-Jährigen im Wagen. Sie soll in vier der sechs Überfällen das Fluchtauto gesteuert haben, bei den ersten beiden Coups war die Freundin des 27-Jährigen am Lenkrad des Fluchtfahrzeugs. Der vierte Insasse, ein 25-Jähriger, hatte laut Berger mit den Taten nichts zu tun und war „einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“.

Frisch aus dem Gefängnis

Die 25-jährige Lebensgefährtin der „Nase“ ist übrigens gerade erst frisch aus dem Gefängnis gekommen. Am 11. November war sie mit der „Nase“ in einem Wagen im oberösterreichischen Asten gestoppt worden. Während die 25-Jährige mit den Beamten in einen heftigen Clinch ging, konnte ihr gesuchter Freund noch einmal entkommen. Sie wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt inhaftiert.

Erhebliches Gefährdungspotenzial

Die Ermittler schrieben der „Nase“ ein erhebliches Gefährdungspotenzial zu und wollten nicht ausschließen, dass er die Zastava, deren Seriennummer herausgefeilt worden war, in konfrontativen Situationen auch benutzt hätte. Gegen den 26-Jährigen besteht ein Waffenverbot – er ist übrigens auch ein Thaiboxer. In den Einvernahmen zeigte sich der 26-Jährige bisher schweigsam. Und wenn er sprach, wies er alle Vorwürfe zurück. Deutlich gesprächiger war da sein Komplize, der ein umfassendes Geständnis ablegte und dabei die „Nase“ auch schwer belastete.

„Delikt für Dumme“

Warum sich die Gruppe ausgerechnet Banken als Ziel für die Überfälle ausgesucht hatte, blieb zunächst offen. Die Zahl solcher Coups ist in den vergangenen zehn Jahren nicht zuletzt deshalb so drastisch gesunken, weil an den Schaltern kaum noch Bargeld in größerem Ausmaß zu bekommen ist, sowie das Risiko – und die Strafandrohung – sehr hoch sind. Auf schweren Raub stehen bis zu 15 Jahre Haft. Und nicht zuletzt deshalb betonen Ermittler immer wieder, dass Bankraub eigentlich ein „Delikt für Dumme“ ist. (APA, red 19.12.2023)

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