Studie zeigt: Grazer Familien geht es nach Pandemie wieder besser
Die aktuelle Grazer Familienstudie zeigt, dass es den Familien in der steirischen Landeshauptstadt nach der Pandemie wieder deutlich besser geht. Dennoch sind einige Probleme noch immer vorherrschend.
Die Ergebnisse der ersten Grazer Familienstudie 2021 waren alarmierend: Starke Belastungen und Druck durch Pandemie, Zunahme von Angst- und Depressionssymptomen oder suchtähnliche Nutzung digitaler Medien von jungen Menschen waren Teil der besorgniserregenden Entwicklungen während der COVID-Pandemie.
Verbesserung nach Pandemie
Zwei Jahre später folgt nun die zweite Auflage der Familienstudie Graz und geht der Frage nach, wie sich die Situation in den letzten beiden Jahren für Familien verändert hat. „Kinder, Jugendliche und Eltern sind im Allgemeinen noch immer belastet, im Vergleich zur letzten Studie zeigt sich aber eine Entspannung und Verbesserung“, fasst Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner zusammen, „für die meisten Eltern und Jugendlichen hat Covid aber keine besondere Relevanz mehr.“ Insgesamt haben an der Studie 2.922 Personen teilgenommen, davon 1.323 Erwachsene und 1.599 Jugendliche.
Diese Personengruppen sind am meisten belastet
In dieser Studie zeigt sich erneut, dass vor allem die Gruppen der Jugendlichen im Allgemeinen, Frauen und jugendlichen Mädchen, Personen mit Migrationsgeschichte bzw. anderer Staatsangehörigkeit und Personen mit geringen finanziellen Mitteln besonders vulnerabel und belastet sind. Mit zunehmendem Alter der Kinder steigt die generelle Belastung. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen zeigen sich vermehrt Hinweise für bestimmte Symptome und destruktive Verhaltensweisen und Reaktionen (u. a. Depressions- und Angstsymptomatik, Motivationslosigkeit und Lustlosigkeit etc.). Ebenfalls stehen diesen Gruppen weniger schulische Ressourcen zur Verfügung.
Verringerung der Belastungen
Der Vergleich mit der Familienstudie 2022 zeigt eine Verringerung der Belastungen in 2023 auf, wobei noch immer ein großer Anteil von Belastungen berichtet. Über destruktive Verhaltensweisen und Symptome für Depression und Angststörungen wird weniger häufig berichtet, doch ist noch immer ein beachtlicher Teil davon betroffen. Ein ähnliches Muster lässt sich bei Erholung und Beanspruchung erkennen. Bei Jugendlichen, die schulische oder berufliche Anforderungen schlecht bewältigt haben, ist ebenfalls eine Verringerung der Belastungen um die Hälfte zu verzeichnen.
Kinderstadt wird bis 2026 fortgesetzt
Für Hohensinner zeigt die Studie ganz klar, dass man als öffentliche Hand jetzt und in den nächsten Jahren verstärkt für Kinder, Jugendliche und Familien arbeiten muss: „Mit unserer Kinder- und Jugendstadt haben wir in Graz einen mehrjährigen Schwerpunkt für Kinder und Jugendliche beschlossen und ins Leben gerufen.“ Dieser Schwerpunkt soll auch bis 2026 fortgesetzt werden. Außerdem bestätigt sich der Trend, dass gerade Sport- und Bewegungsangebote Kindern und Jugendlichen helfen mit schwierigen Situationen besser umzugehen. Hier will die Stadt weitere Akzente setzen.