Über 160 km/h: Heftige Sturmböen über Österreich gezogen
Windböen von teils bis zu 160 km/h sind in der Nacht auf heute und heute über Österreich gezogen. Der Sturm hat in zahlreichen Bundesländern Schaden angerichtet und für viele Einsätze gesorgt.
Der starke Sturm, der in der Nacht auf Freitag und auch im Verlauf des Tages über Österreich gezogen ist, hat zahlreiche Unfälle und Feuerwehreinsätze mit sich gebracht. Zudem ist auch ein Mensch gestorben, als ein Baum auf einen Hochstand in Klosterneuburg (Niederösterreich( gestürzt ist. In diesem hatte sich ein Jäger befunden, sagte Feuerwehrsprecher Franz Resperger zur APA – wir haben berichtet. In Salzburg stürzte im Stadtteil Liefering ein Baum auf einen vorbeifahrenden Obus, dabei wurde die 55-jährige Lenkerin verletzt.
Tödlicher Unfall im Zuge einer Wildschweinjagd
Zu dem tödlichen Vorfall kam es laut dem Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos im Zuge einer Wildschweinjagd im Augebiet von Klosterneuburg. Die Einsatzkräfte wurden gegen 1 Uhr alarmiert und befreiten den älteren Mann. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod des Jägers feststellen, sagte Resperger. Die Feuerwehren standen in Niederösterreich außerdem im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Zudem wurden Strom- und Telefonleitungen beschädigt. Gerechnet werde mit „massiven“ Einsätzen bis zum Wochenende, so Resperger.
Rund 620 Einsätze in Salzburg
In Salzburg entwurzelten im Stadtteil Liefering die orkanartigen Windböen in der Peter-Pfenninger-Straße einen großen Baum, der dann auf einen Obus stürzte. Fahrgäste kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden, die Buslenkerin musste mit ersten Informationen nach leichten Verletzungen ins Spital gebracht werden. Am Fahrzeug und an den Oberleitungen entstand erheblicher Sachschaden. In der Folge wurde gegen 23 Uhr der gesamte Obus-Verkehr in Salzburg eingestellt. Laut Landesfeuerwehrkommando hatten es die rund 620 Einsatzkräfte vor allem mit umgestürzten Bäumen, abgerissenen Ästen und abgestürzten Dach- und Fassadenteilen zu tun, die Straßen blockierten – mehr Infos zu den Sturmschäden hier.
Zahlreiche Einsätze in der Steiermark
Auch in der Steiermark gab es zahlreiche Feuerwehreinsätze: Im obersteirischen Bezirk Liezen standen rund 20 Wehren mit 280 Männer und Frauen im Unwettereinsatz, hieß es in einer Aussendung des Bereichsfeuerwehrkommandos Liezen. Die Ausläufer des Sturmtiefs zogen bis nach Graz, wo gegen 1 Uhr Böen über das Stadtgebiet peitschten. Im Bezirk Liezen waren zahlreiche Bäume auf Straßen und Bahngleise gestürzt. Durch den Schneefall in höheren Lagen kam es zu Verkehrsunfällen und der Niederschlag in den Täler sorgte für teils überschwemmte Keller. Davon betroffen ist etwa auch das Seniorenpflegeheim Gröbming.
Bis zu 12.000 Tiroler Haushalte ohne Strom
In Tirol hatten die Techniker des Stromversorgers Tinetz in der Nacht auf Freitag einiges zu tun. „Starke, lokale Windböen“ führten zu Störungen im Netzbetrieb, vor allem im Bereich rund um den Achensee (Bezirk Schwaz) sowie im Bezirk Kitzbühel. „Kurzfristig war heute früh auch das Stubaital ohne Strom, nachdem ein Baum in eine Leitung gestürzt ist“, sagte Tinetz-Einsatzleiter Hannes Koll in einer Aussendung. Zudem wurde eine Leitung zwischen Imst und Reutte unterbrochen und musste ein Baum herausgeschnitten werden. Mehrere Einsätze wurden auch in Osttirol verzeichnet. Insgesamt waren bis zu 12.000 Haushalte ohne Strom.
210 Feuerwehreinsätze in Wien
In Wien gab es ebenfalls mehr Arbeit für die Feuerwehr. Von 210 Einsätzen waren 80 auf den Sturm zurückzuführen, hieß es auf APA-Anfrage. Grobe Schäden wurden aber keine verzeichnet.
Über 160 km/h Sturmböen
Die Spitzenwerte des Sturms wurden von „Geosphere Austria“ mit 162,6 km/h am Feuerkogel in Oberösterreich (1.618 Meter Seehöhe), mit 160,6 km/h auf der Kärntner Messstation Kölnbreinsperre in 1.916 Metern Seehöhe, mit 159,5 km/h am Galzig in Tirol (2.079 Meter Seehöhe) und mit 148,3 km/h in der Station Semmering/Sonnwendstein in Niederösterreich (1.500 Meter Seehöhe) registriert. (APA / red, 22.12.23)