2023 gab es 81 spürbare Erdbeben in Österreich
Im Verlauf des Jahres 2023 wurden in Österreich insgesamt 81 Erdbeben registriert, die von der Bevölkerung verspürt wurden. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt der letzten Jahre.
Die Experten der GeoSphere Austria berichten: Im Vergleich zu den Vorjahren 2022 und 2021, die 87 bzw. 106 spürbare Beben verzeichneten, fiel die Anzahl im Jahr 2023 etwas geringer aus.
Hier waren die stärksten Beben
Im Jahr 2023 zeigten sich die stärksten Beben in Gloggnitz (Niederösterreich) und St. Veit an der Glan (Kärnten), wobei nur geringfügige Schäden, wie Verputzrisse, verzeichnet wurden. Erdbeben in St. Michael in der Obersteiermark sowie in Schwaz und Jenbach (Tirol) wurden intensiv wahrgenommen, führten aber zu keinen größeren Bauschäden, so die GeoSphere Austria.
Rückgang von etwa 40 Prozent
Im Hinblick auf instrumentell registrierte Erdbeben verzeichnete Österreich einen Rückgang von etwa 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2022. Dies wird auf die Verfeinerung des Stationsnetzes in Österreich und die engere Kooperation mit nationalen und internationalen Institutionen zurückgeführt, die eine effektive seismische Überwachung des Landes gewährleisten.
In den Bundesländern
Niederösterreich führte die Liste mit 39 verspürten Erdbeben an, gefolgt von der Steiermark mit zwölf und Tirol und Kärnten mit jeweils elf verspürten Beben. Die restlichen Bundesländer verzeichneten weniger als fünf spürbare Erdbeben oder blieben gänzlich verschont. Aus dem Ausland wurden vier Erdbeben in Österreich wahrgenommen, wobei die Epizentren in den benachbarten Ländern Kroatien, Slowenien, Italien und Deutschland lagen.
Wichtige Einblicke
Etwa 11.900 Wahrnehmungsberichte gingen über das Online-Wahrnehmungsformular des Erdbebendienstes von GeoSphere Austria sowie die App „QuakeWatch Austria“ ein. Diese Berichte trugen dazu bei, die Intensität der Erdbeben auf der Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98) zu bestimmen und bieten wichtige Einblicke in die Erdbebengefährdung Österreichs. Der Österreichische Erdbebendienst bedankt sich bei der Bevölkerung für ihre zahlreichen Meldungen.
Höhepunkte des Erdbebengeschehens:
- Gloggnitz, 30. März 2023: Das stärkste Erdbeben des Jahres mit einer Magnitude von 4,2 ereignete sich um 22:26 Uhr. Es verursachte Erschütterungen in weiten Teilen Niederösterreichs und benachbarter Bundesländer.
- St. Veit an der Glan, 2. April 2023: Ein Erdbeben der Magnitude 3,8 führte zu starken Erschütterungen im Gebiet um St. Veit an der Glan in Kärnten.
- St. Michael in der Obersteiermark, 5. Juni 2023: Ein Erdbeben der Magnitude 3,6 weckte viele Menschen in der Steiermark aus dem Schlaf.
- Schwaz, 26. August 2023: Ein Beben der Magnitude 3,7 fand nahe Schwaz in Tirol statt.
- Jenbach, 19. September 2023: Ein weiteres stark spürbares Beben ereignete sich im Unterinntal nahe Jenbach.