Skip to content
/ ©5 Minuten

Milliarden-Schäden: „Extremwetter wird neue Normalität“

Rund 200 Mal wurde 2023 von der GeoSphere Austria für eine Gemeinde die höchste Warnstufe ausgegeben. Für das Jahr 2024 erwartet die Versicherungswirtschaft weitere Rekordschadenszahlen.

von Tanja Janschitz
2 Minuten Lesezeit(431 Wörter)

Prävention gegen Naturgefahren wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger. Wetterextreme wie Stürme, Hagel, durch Starkregen bedingte Überschwemmungen und massive Trockenheit haben im 2023 auch in Österreich enorme Schäden verursacht – wir haben berichtet. Auch 2024 erwartet die Versicherungswirtschaft Rekordschadenszahlen. Die Bevölkerung sei auf die bevorstehenden Risiken allerdings viel zu wenig vorbereitet, kritisieren Experten vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und dem österreichischen Versicherungsverband VVO.

Wissensstand der Bevölkerung zu niedrig

Präventionsmaßnahmen müssen gesetzt und der Wissensstand der Bevölkerung deutlich gehoben werden. Darüber hinaus brauche es zur Risikoabsicherung der Bevölkerung eine gesamtstaatliche Lösung, um Schäden besser auszubalancieren. „Rekordbrechende Ereignisse wie zum Beispiel im Jahr 2023 die hohen Temperaturen werden mehr und mehr zur neuen Normalität“, stellt Rémi Vrignaud, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, klar und fordert ein gesellschaftspolitisches Umdenken. In Summe sei der Informationsgrad der Bevölkerung punkto Naturgefahren derzeit in Kärnten, Salzburg und im Burgenland am größten, während es in Wien, Niederösterreich und der Steiermark noch Aufholpotenzial gibt.

Vor diesen Katastrophenszenarien fürchten sich die Österreicher

Die Sorge vor Starkregen rangiert in einer Befragung unter den Katastrophenszenarien in mehreren Bundesländern an der Spitze (Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg), während in der Großstadt Wien und im ebenfalls eher flacheren Burgenland die Furcht vor Hitzewellen dominiert. „69 Prozent der Menschen in Österreich haben die Sorge, dass durch den Klimawandel die Naturkatastrophen zunehmen werden, zugleich sind 79 Prozent der Befragten aber auch bereit, auf bestimmte Dinge zu verzichten, um den Klimawandel zu bremsen“, so KFV-Direktor Christian Schimanofsky.

Viele Katastrophenschäden nicht versichert

Zudem brauche es eine gesamtstaatliche Lösung durch den Gesetzgeber, um die unterschiedlichen Risiken in den Bundesländern ausbalancieren zu können. „Wir fordern keine generelle Pflichtversicherung, sondern eine Kopplung der Katastrophenrisiken an die Feuerversicherung. Da derzeit ohnehin die meisten Menschen über eine Haushalts- bzw. Eigenheimversicherung verfügen, wären durch den Risikoausgleich generell deutlich höhere Deckungssummen bei Naturkatastrophen darstellbar, bei gleichzeitig leistbaren Prämien“, betont Christian Eltner, Generalsekretär vom österreichischen Versicherungsverband VVO und verweist darauf, dass bislang weltweit nur 40 Prozent der Katastrophenschäden versichert waren, wie Daten des Schweizer Rückversicherers Swiss Re zeigen. Bei den Überschwemmungen Anfang August 2023, von denen Österreich, Slowenien, Kroatien und Deutschland betroffen waren, lagen die Gesamtschäden bei 5,2 Milliarden Dollar. Davon waren aber nur 0,5 Milliarden Dollar durch Versicherungen gedeckt. „Wir müssen das Bewusstsein stärken, dass eine starke Solidargemeinschaft im Präventions- und Versicherungsbereich die Herausforderungen des Klimawandels besser meistern kann“, appelliert Eltner abschließend.

Ein Bild auf 5min.at zeigt VVO-Generalsekretär Christian Eltner, VVO-Präsident Rémi Vrignaud, Andreas Schaffhauser, Generaldirektor von GeoSphere Austria und KFV-Direktor Christian Schimanofsky.
©VVO/APA-Fotoservice/Schedl
Am Foto: VVO-Generalsekretär Christian Eltner, VVO-Präsident Rémi Vrignaud, Andreas Schaffhauser, Generaldirektor von GeoSphere Austria und KFV-Direktor Christian Schimanofsky (v.l.)
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 19.01.2024 um 19:55 Uhr aktualisiert

Deine Meinung

Der Artikel ist lesenswert

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt

Der Artikel ist informativ.

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt

Der Artikel ist ausgewogen.

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt
Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.

Mehr Interessantes