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/ ©Montage: Raunig/ Pexels

Ex-BZÖ-Funktionär vor Gericht: Kärntner reiste im Namen der Partei herum

Morgen, Donnerstag, steht Stefan S. aus Feldkirchen in Klagenfurt vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, mindestens 24 Privatflüge, ohne Bezahlung unternommen zu haben.

von Manfred Wrussnig
2 Minuten Lesezeit(334 Wörter)

Vor Jahren war der Angeklagte, für den die Unschuldsvermutung gilt, in Feldkirchen als BZÖ Funktionär tätig. Allein wenn der frühere BZÖ-Sekretär den Namen hört, kommt er ins Schwitzen: „Den Kerl haben wir vor vielen Jahren fristlos aus der Partei hinausgeworfen und kommen seither nicht zu Ruhe“. Der Grund liege nicht nur an der Gleichschaltung der Medien in Kärnten, die genüsslich immer auf die Tätigkeiten im BZÖ hinweisen, ärgert sich der Ex-BZÖ-Sekretär. 

„Ich fliege im Auftrag der Partei“

„Der ist ja überall im Privatjet hingeflogen und hat gesagt, ich bin beim BZÖ, fliege im Auftrag der Partei und die zahlt alles, dabei war er Jahre schon von uns weg“, ärgert er sich noch vielmehr. Dann die vielen Rechnungen, die auf seinen Tisch flatterten, die vielen Anrufe aus aller Welt. „Da war sogar ein Taxifahrer aus Antwerpen darunter, der sich ungeduldig nach der Bezahlung zahlreicher Fuhren erkundigte“. Oder die Hotelrechnungen, 28 an der Zahl aus allen Ecken der Welt. „Alle unbezahlt, alle argumentierten, er sei ja unser Funktionär“, so der ehemalige BZÖ-Sekretär.  

Kein Bonitätsnachweis: Betrug blieb oft beim Versuch

Laut Anklageschrift blieb es bei vielen privaten Flugbuchungen allerdings nur bei einem Versuch abzuheben, weil die Flugunternehmen bei der Buchung einen Bonitätsnachweis verlangten, den der Verdächtige meistens nicht nachweisen konnte und so ein Schaden von 400.000 Euro sogar verhindert werden konnte. 

Fall rückt Partei in negatives Licht

Der frühere BZÖ-Sekretär: „Angeblich hat ihn eine TV-Serie dazu inspiriert, bei unterschiedlichen Unternehmen Privatflüge zu buchen“. Der Staatsanwalt wirft ihm jedenfalls gewerbsmäßigen Betrug vor und der Ex-BZÖ-Sekretär darf sich auch gleich wieder darauf vorbereiten, dass seine Partei wieder negativ in aller Mundes sein wird. „Ja, das BZÖ in dem Zusammenhang zu nennen, klingt halt sofort viel besser, wäre eine andere Partei betroffen, würde das wohl mit vorauseilendem Gehorsam verschwiegen werden.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 28.02.2024 um 15:12 Uhr aktualisiert

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