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Das Bild zeigt: Roswitha Lahousen, Marketingleitung Citypark, Elke Edlinger, Lisa Rücker, Elke Kahr und Doris Kirschner
Roswitha Lahousen, Marketingleitung Citypark, Elke Edlinger, Lisa Rücker, Elke Kahr, Doris Kirschner

„Müssen solidarisch für die Rechte von Frauen eintreten“

Das Sorgen und Sich-Kümmern werden traditionell noch immer als "Aufgaben" der Frauen betrachtet. Welche physischen und psychischen Belastungen damit verbunden sind, war Thema einer kürzlichen Pressekonferenz.

von Redaktion 5 Minuten
3 Minuten Lesezeit(743 Wörter)

Welche physischen und psychischen Belastungen damit verbunden sind, welche Folgen das hat und welche Veränderungen in unserer Gesellschaft notwendig sind, darüber sprachen Bürgermeisterin und Frauenstadträtin Elke Kahr, Lisa Rücker und Elke Edlinger (von den beiden Bündnissen 0803 bzw. „fair sorgen“) sowie die Leiterin des Referats Frauen & Gleichstellung, Doris Kirschner, anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentages am 8. März im Rahmen einer Pressekonferenz im Citypark.

Besser Anerkennung für Carearbeit gefordert

„Viele Frauen, haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Der Hauptgründe dafür: Aufgrund ihrer Betreuungs- und Sorgepflichten können sie nicht Vollzeit arbeiten oder haben – im Fall von Pensionistinnen) in der Vergangenheit nur Teilzeitjobs gehabt und daher eine geringe Pension. Oder sie arbeiten in traditionell schlechter bezahlten „typisch“ weiblichen Berufsfeldern“, berichtete Elke Kahr und betonte: „Es braucht einen Schulterschluss über alle Grenzen und Fraktionen hinweg, damit Carearbeit eine bessere Anerkennung und Wertschätzung in unserer Gesellschaft erfährt.“

Anzahl der Stunden unbezahlter Sorgearbeit beträgt rund 8,7 Milliarden!

Elke Edlinger vom Bündnis „fair sorgen“ verdeutlichte mit einigen Zahlen den Stellenwert von unbezahlter Care-Arbeit in Österreich: „Sieben Milliarden Erwerbsarbeitsstunden werden in Österreich pro Jahr geleistet. Die Anzahl der Stunden unbezahlter Sorgearbeit in Kernfamilie und Haushalte beträgt jedoch 8,7 Milliarden! Frauen arbeiten hier täglich 90 Minuten mehr als Männer. Das sind 10,5 Stunden pro Woche, im Leben kommen 5 Jahre zusammen. Das sind jene Jahre, die Frauen bisher früher in Pension gehen durften – und das war auch der Grund für das frühere Pensionsalter“, sagte sie. Es sei deshalb nicht Privatsache, wie die Sorgearbeit in einer Familie aufgeteilt wird, weil „wer unbezahlt arbeitet, wird bei uns bestraft. So liegt die Median-Frauenpension derzeit bei 1.154 Euro, das heißt 50 % der Frauen in Österreich haben eine Pension, die unter diesem Betrag liegt.“ „Fair sorgen“ fordert daher eine öffentliche Debatte über Gerechtigkeit und soziale Absicherung. Sorgearbeit muss in unserem Sozialsystem berücksichtigt werden!

„We care! Verantwortung und Gerechtigkeit für alle“

Lisa Rücker für das Bündnis 0803, das für den FRAUEN*MÄRZ mit zahlreichen Veranstaltungen in der Steiermark und die traditionelle Frauendemo am 8. März verantwortlich zeichnet, sagte zum heurigen Motto des Bündnis 0803: „‘We care! Verantwortung und Gerechtigkeit für alle‘: Zum einen geht es um mehr geteilte Verantwortung in der Carearbeit (mehr Übernahme von Aufgaben durch Männer z.B.) und gerechtere Bedingungen für Care-Leisterinnen. Es geht aber auch um unsere Sorge um eine immer mehr von Gewalt und Krieg geprägten Gesellschaft. Wir brauchen eine fürsorglichere Gesellschaft.“ Doris Kirschner, die Leiterin des Referats für Frauen & Gleichstellung, dankte dem Engagement der zahlreichen Fraueninitiativen und –einrichtungen. „Ohne die zahlreichen Initiativen, ohne viel ehrenamtliches, aber auch berufliches Engagement von Frauen gäbe es das reiche Beratungs- und Hilfsangebot in Graz gar nicht“, sagte sie. „Die Stadt Graz unterstützt diese Einrichtungen mit Förderungen aus dem Frauenreferat.“ Kirschner bedankte sich stellvertretend für die Stadt Graz und das Frauenreferat bei den Verantwortlichen im Citypark nicht nur für die Bereitstellung der Infrastruktur für die Pressekonferenz. „Danken möchte ich auch dafür, dass auf den Info-Screens unsere „STOPP-Gewalt an Frauen“- Anzeigen gespielt werden mit der Einblendung von wichtigen Telefonnummern im Ernstfall.“

Demo zum Internationalen Frauentag am 8. März

„Armut ist weiblich. Sie zieht sich durch alle Berufssparten“, sagte Bürgermeisterin Elke Kahr. „Wir müssen solidarisch für die Rechte von Frauen eintreten. Dabei gilt es insbesondere auch, Frauen aus anderen Herkunftsländern einzubeziehen, denn unsere Gesellschaft ist multikulturell.“ Sie betonte darüber hinaus die Bedeutung von Vätern für die Familie. „Solange es kein Gesetz für verpflichtende Väterkarenz gibt, werden sich bestimmte Dinge nicht ändern. Auch die schlechtere Bezahlung von Frauen hängt damit zusammen. Es wäre in vielerlei Hinsicht ein Reichtum für unsere Gesellschaft, wenn Väter mehr Verantwortung in der Familie übernehmen würden. Hier gibt es noch viel zu tun. Unsere Aufgabe ist es aufzuklären und zu sensibilisieren. Deshalb gibt es ja das Bündnis 0803, das Bündnis „fair sorgen“ und unser Frauenreferat. Wir brauchen mehr Frauensolidarität. Ich lade Sie ein: Kommen Sie zur Demo am 8. März. Zeigen Sie Solidarität! Wir brauchen jede Unterstützung, die Unterstützung von Frauen und die Unterstützung von Männern gleichermaßen!“

Die Demo zum Internationalen Frauentag startet übrigens am 8. März um 17 Uhr am Karmeliterplatz.

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