Skip to content
/ ©pexels

„Echte Gleichstellung“: Frauenvorsitzende fordert endlich „Halbe-Halbe“

Mehr Tempo für echte Gleichstellung, das fordert die steirische Landesfrauenvorsitzende und Spitzenkandidatin bei der kommenden Wahl zum Europäischen Parlament, Elisabeth Grossman. "Frauen verdienen mehr!", so das Credo.

von Redaktion 5 Minuten
3 Minuten Lesezeit(543 Wörter)

„Es ist höchste Zeit für Halbe-Halbe. Die Lohnunterschiede sind in Österreich so hoch wie in kaum einem anderen Land in der europäischen Union und Frauen leisten beinahe um die Hälfte mehr Care-Arbeit als Männer. Wir wollen nicht länger warten. Für die Gleichstellung braucht es gute Gesetze“, betont Elisabeth Grossmann.

„Echte Gleichstellung“: Frauenvorsitzende fordert endlich „Halbe-Halbe“
©Parlamentsdirektion/Simonis
Landesfrauenvorsitzende Elisabeth Grossmann.

35-Stunden-Woche

Arbeit muss zwischen Frauen und Männern gerecht verteilt werden. Damit Halbe-Halbe auf allen Ebenen möglich ist, braucht es gute Gesetze. Die Arbeitszeiten müssen so gestaltet sein, dass sie ein gesundes Leben fördern. Eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung hat den großen Vorteil, dass Vollzeit für alle leichter erreichbar wird. Im ersten Schritt will die SPÖ die 35-Stunden-Woche in Branchen wie der Pflege forcieren, in denen die körperlichen und psychischen Anforderungen enorm sind und viele Beschäftigte tagtäglich an ihre Grenzen geraten. Der Arbeitsalltag soll leichter werden, damit mehr Menschen in Gesundheits- und Pflegeberuf arbeiten können. „Eine kürzere Arbeitszeit ist eine wichtige Maßnahme, damit der Beruf wieder für junge Menschen attraktiv wird und die Beschäftigten in diesem sensiblen Bereich nicht ausbrennen“, betont die SPÖ.

Gewalt an Frauen nimmt drastisch zu

In Österreich ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass einer Frau Gewalt angetan wird. „Es ist traurig und erschütternd, dass Männergewalt an Frauen solch dramatische Ausmaße hat. Es braucht hat dringend wirksame Gewaltschutzmaßnahmen, aber auch nach der jüngsten schrecklichen Femizidserie bleibt die Bundesregierung, allen voran die Frauenministerin Raab, untätig“, kritisiert Grossmann. Die Steiermark hat hier mit einem 6-Punkte-Plan reagiert. Auf Bundesebene muss die Istanbul-Konvention endlich umgesetzt werden, so die Forderung. Frauen haben ein Recht darauf, in unserem Land sicher und gewaltfrei leben zu können.

Verpflichtende Lohntransparenz gefordert

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist gesetzlich verankert. „Ob dieses Gesetz aber eingehalten wird, kann kaum geprüft werden, denn in Österreich herrscht rund um den Lohn noch immer große Geheimniskrämerei“, heißt es von der SPÖ. Daher sei eine verpflichtende Lohntransparenz, nach dem isländischen Vorbild, dringend nötig. Nur so können Gehälter tatsächlich verglichen und ungerechtfertigte Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen aufgedeckt und verhindert werden, wird weiter ausgeführt. Unter der Federführung der Vizepräsidentin im Europaparlament Evelyn Regner konnte ein feministischer Meilenstein umgesetzt werden: Im Juni 2023 trat die EU-Lohntransparenzrichtlinie in Kraft. Diese neue Regelung verpflichtet EU-Unternehmen dazu, Informationen zu den Gehältern so offenzulegen, dass ein Vergleich für die Arbeitnehmer:innen möglich ist. „Die Bundesregierung ist gefordert, die Richtlinie rasch umzusetzen, damit wir der Lohngerechtigkeit endlich einen Schritt näherkommen“, so Grossmann.

Karenz als Ursache für geringere Pension

Einer der Hauptgründe für geringere Pensionen und Altersarmut ist für viele Frauen die Lücke im Erwerbsleben aufgrund von Karenzzeiten. „Karenzzeiten werden zwar für die Pension mit einem ‚fiktiven Einkommen‘ angerechnet, dieses ist aber mit aktuell 2.090 Euro klar zu niedrig. Es braucht daher eine Anpassung an die Lebensrealitäten von Frauen“, so die Forderung der SPÖ. Das bedeutet eine höhere Anrechnung der Zeiten, die Eltern außerhalb der Erwerbsarbeit verbringen. Dadurch steigen die Pensionen von Frauen, die in Karenz waren.

Fakten-Check

  • Der Gender Pay Gap ist in Österreich so hoch wie kaum sonst wo in Europa, wie die Statistik Austria berechnet hat. Nur in Estland ist die Ungleichheit noch höher. Erst vor wenigen Wochen, am 14. Februar fand österreichweit der Equal Pay Day statt. In der Steiermark fällt dieser Tag auf den 27. Februar, was eine Lohnschere von 15,9 Prozent ergibt und Frauen heuer somit schon 58 Tage „gratis“ gearbeitet haben.
  • Bezahlte und unbezahlte Arbeit ist in Österreich ungerecht verteilt. Jede zweite Frau arbeitet in Österreich Teilzeit und nimmt damit Einbußen beim Gehalt und bei der Pension in Kauf.
  • Väter in Karenz sind in Österreich die Ausnahme. 2 von 100 Männern gehen länger als drei Monate in Karenz. 1 von 100 geht länger als 6 Monate in Väterkarenz. Bei 8 von 10 Paaren geht der Mann überhaupt nicht in Karenz.
  • In Ländern, in denen es eine Verpflichtung zur geteilten Inanspruchnahme für beide Elternteile gibt, ist der Väteranteil der Karenzzeiten rapide gestiegen.

Quellen: Statistik Austria, Arbeiterkammer, Momentum-Institut, kontrast.at

Deine Meinung

Der Artikel ist lesenswert

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt

Der Artikel ist informativ.

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt

Der Artikel ist ausgewogen.

Vielen Dank für deine Bewertung!
Es wurde Mal abgestimmt
Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.

Mehr Interessantes