Betrügerin sprach im Dialekt: Aber Kärntnerin ließ sich nicht täuschen
Richtig ins Zeug legte sich eine Betrügerin am Dienstag bei einer Fürnitzerin. Doch sämtliche schauspielerischen Fähigkeiten nützten ihr nichts. Die 68-Jährige durchschaute ihr Spielchen sofort. Nun warnt sie andere.
Ein herzzerreißendes Weinen und Schluchzen ertönte am heutigen Dienstag am anderen Ende der Leitung, als eine Leserin aus Fürnitz den Telefonhörer abnahm. „Es war so gut gespielt, das ging mir direkt ins Herz“, erzählte sie später im Gespräch mit 5 Minuten. Doch täuschen ließ sich die 68-Jährige dennoch nicht. Im Gegenteil: „Ich war auf einen solchen Anruf schon vorbereitet!“
Betrügerin sprach im Kärntner Dialekt
Nachdem sie es dreimal mit einem „Hallo“ versucht hatte, fragte sie ins Handy: „Sabine, bist du es, was ist los?“ Daraufhin habe ihr die Frau endlich geantwortet. Sogar im Kärntner Dialekt, was selbst die Leserin erstaunte. „Weinerlich sagte sie ‚Ja Mutti, ich bin es, die Sabine. Ich hatte einen schlimmen Unfall.‘ Da wusste ich gleich, dass es ein Betrug ist!“ Die kluge Frau hatte ihr nämlich den falschen Namen auf dem Präsentierteller serviert.
Mit Polizei gedroht
Beendet hat die Leserin das Telefonat schließlich mit den Worten: „Jetzt hören Sie mir gut zu: Ich habe keine Tochter namens Sabine und wenn Sie noch einmal anrufen, verbinde ich Sie direkt mit der Polizei!“ Nun will sie auch andere vor der fiesen Masche warnen. Erst gestern hat auch die Kärntner Polizei im Rahmen der Präsentation ihrer Jahresbilanz betont, dass es 2023 zu einer maßgeblichen Steigerung von Anzeigen in den Bereichen der Internetkriminalität sowie bei analogen und digitalen Deliktsformen gekommen ist. Dazu gehört auch besagter Tochter/Sohn-Trick – mehr dazu lest ihr hier.
Tipps der Polizei
- Brecht Telefonate sofort ab, bei denen von euch Geldaushilfen gefordert werden.
- Lasst euch auf keine Diskussionen ein und macht eurem Gegenüber entschieden klar, dass ihr auf keine der Forderungen oder Angebote eingehen werdet.
- Sagt nichts zu euren familiären oder finanziellen Verhältnissen.
- Wenn ihr einen verdächtigen Anruf erhalten, wendet euch an die nächstgelegene Polizeidienststelle.
- Kontaktiert den „vermeintlichen Verwandten“, indem ihr ihn unter jener Telefonnummer zurückruft, die ihr sonst auch verwendet. Besteht auf ein persönliches Treffen und gebt euch nicht mit einer „Vertretung“ zufrieden.
- Lasst niemanden in euer Haus oder eure Wohnung, den ihr nicht kennt. Verwendet zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage sowie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
- Versucht, euch das Aussehen der Person für eine spätere Personenbeschreibung genau einzuprägen. Macht – wenn möglich – ein Foto mit dem Handy. Notiert euch – sofern möglich – auch Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
- Erstattet umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.
- Informiert eure Verwandten und Bekannten über diese Betrugsmasche.
Quelle: bmi.gv.at