Bekanntes Klagenfurter Lokal insolvent: „Die fiesen Kommentare tun weh“
Vor wenigen Tagen hat der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gegeben, dass das bekannte Klagenfurter Lokal "Das Lendring" Insolvenz angemeldet hat. Was das nun bedeutet, erklärt Gastronomin Janin Baumann 5 Minuten.
Im Jahr 2021 wurde die Gesellschaft gegründet, ein Jahr später dann auch das Lokal in der Villacher Straße eröffnet – wir haben berichtet. Die Insolvenz betrifft rund 30 Gläubiger und acht Angestellte, wie es in der Aussendung des AKV hieß. Grund für die Insolvenz sei eine Rückforderung der COFAG, die während der Corona-Krise vielen Unternehmen einen Zuschuss gewährt hat – mehr dazu hier.
Darlehen von eigener Mutterfirma wird nicht geltend gemachen
Die Überschuldung beläuft sich zwar auf etwas über 400.000 Euro, ein Darlehen von 350.000 Euro komme allerdings von der eigenen Mutterfirma. Dieses werde man nicht geltend machen, erklärt Gastronomin und Betreiberin Janin Baumann gegenüber 5 Minuten.
„Lendring“ soll nicht zugesperrt werden
Geschlossen wird das Lokal aufgrund dieser Insolvenz jedenfalls nicht. „Wir haben bis 27. April im Lendring ganz normal offen und gehen nach unserem Dinner Club in die Sommerpause“, so Baumann. In dieser wird wieder „Rent the Lend“ angeboten, man könne das Lokal oder den Seminarraum also für Events anmieten. Im September soll es im „Lendring“ dann wieder ganz normal weitergehen, erklärt Baumann. Dazwischen wird das komplette Team im Sommer-Saisonbetrieb im „Electric Garden“ arbeiten. Man habe sich schon vor längerer Zeit dazu entschieden, quasi zwei Saisonbetriebe zu führen.
„Wir sind leider zu keiner Lösung gekommen“
„Ein Sanierungsverfahren ist natürlich keine spontane Entscheidung und wir haben lang überlegt, wie wir diesen Schritt vermeiden können. Wir sind allerdings leider zu keiner Lösung gekommen“, erzählt Baumann. Es sei nicht schön und sie könne sich auch nicht vorstellen, dass irgendjemand so etwas gern tue. „Natürlich nagt es an einem und die fiesen Kommentare tun auch weh, aber wir blicken jetzt nach vorn und nicht zurück“, so Baumann. Es stecke so viel Liebe, Herzblut und auch Investitionen in dem Lokal. „Das geben wir so schnell nicht auf“, gibt sich die Gastronomin abschließend kämpferisch.