Klimaticket Steiermark wird teurer – aber um wie viel?
Die Öffi-Tarif-Kontroverse setzt sich fort: Die steirischen Öffi-Preise sollen ab 1. Juli 2024 wieder steigen. Kritik wurde daraufhin von mehreren Parteien laut. Nun äußert sich die Stadt Graz.
Das steirische Klimaticket soll künftig bis zu 519 Euro statt 468 Euro kosten. Dies stößt allerdings auf scharfe Kritik. NEOS-Graz-Fraktionsvorsitzender Philipp Pointner fordert das Einfrieren der Ticketpreise: “Die Grazer sind massiv von der Teuerung und dem Klimawandel betroffen. Damit aber mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, braucht es ein günstiges und qualitätsvolles Angebot. Eine weitere Preiserhöhung kommt deshalb nicht infrage.” Auch die FPÖ reagierte in Form einer Presseaussendung auf die Nachricht: „Nach der Erhöhung der Müll- und Kanalgebühren sowie der steigenden Parkkosten sollen die Grazer nun für ihre Jahreskarte über 500€ zahlen. Zum wiederholten Male bricht die KPÖ damit ihre Wahlversprechen und erhöht die finanzielle Last auf den Schultern der Grazer.“
Nun reagiert die Stadt Graz
„Inmitten der jährlichen Tarifdiskussionen für den öffentlichen Verkehr in der Steiermark steht die Stadt Graz vehement für eine faire Behandlung und gerechte Abgeltung seitens des Landes ein“, heißt es in einer Aussendung der von Finanzstadtrat Manfred Eber. Der unter den 36 verschiedenen Mitgliedern des Verkehrsverbunds Steiermark ausgearbeiteten Tarifvorschlag sieht unter anderem eine Anhebung des Klimatickets auf 519 Euro und eine moderate Erhöhung der Stundenkarte um 3,33 Prozent (von 3 auf 3,10 Euro) vor. Mit dieser Grundlage verhandelt der Verkehrsverbund Steiermark mit dem Land Steiermark.
„499 Euro wäre ein Mittelweg“
Eber betont: „Wir hätten uns grundsätzlich gewünscht, dass der Preis für das Klimaticket oder der Stundenkarte auf dem Niveau des Vorjahres bleibt. Angesichts der Preissteigerungen bei Strom, Treibstoff und Personal wäre der neu vorgeschlagene Preis des Klimatickets von 499 Euro ein gangbarer Mittelweg. Es ist jedoch nicht akzeptabel, dass die Stadt Graz bei der Abgeltung durch das Land Steiermark im Vergleich zu anderen Verkehrsbetrieben benachteiligt wird.“ Dies ist der Knackpunkt, an dem die aktuellen Verhandlungen ins Stocken geraten. Das Land komme den Mürztaler und Leobner Verkehrsbetrieben finanziell entgegen. Auch mit der ÖBB wird über eine zusätzliche Abgeltung verhandelt, heißt es weiter „Wir streben hier eine faire und gleiche Behandlung an. Täglich befördern wir in Graz rund 300.000 Menschen aus der ganzen Steiermark. Weiters ist der Erfolg des Klimatickets Steiermark maßgeblich von Graz abhängig, da wir unter anderem das Klimaticket mit 100 Euro unterstützen“, so Eber. Er betont, dass die Hälfte der etwa 80.000 in der Steiermark verkauften Klimatickets von Grazer Bürgerinnen und Bürgern erworben wird.
Zwei Vorschläge werden unterbreitet
Neben der bereits erwähnten Forderung nach fairer Behandlung hat Finanzstadtrat Manfred Eber Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang zwei alternative Kooperationsvorschläge unterbreitet: eine Kofinanzierung der neuen Straßenbahnen oder andere gemeinsame Finanzierungsprojekte im Öffentlichen Verkehr in Graz, die vor dem Hintergrund der wachsenden Fahrgastzahlen im Zusammenhang mit der Koralmtunnel-Verbindung nach Kärnten und der S-Bahn-Verdichtung notwendig sind. In einem Wahljahr für das Land Steiermark sei die Frage der Tarifgestaltung von besonderem öffentlichem Interesse. Die Stadt Graz und die Holding Graz setzen sich auch weiterhin für eine transparente Diskussion und gerechte Lösungen ein, wird in einer Aussendung verlautbart.