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Innovativ: TU Graz Team entwickelte neues Wasserplanungstool

Die Sicherstellung einer zuverlässigen Wasserversorgung ist eine Herausforderung, die im Angesicht des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums immer dringlicher wird. Jetzt hat ein Team der TU-Graz ein neues Tool entwickelt.

von Marie-Thérèse Riepan
2 Minuten Lesezeit(415 Wörter)

In Österreich kommt es immer öfter zu angespannten Versorgunglagen, die in Zukunft voraussichtlich noch gravierender werden. Bislang konnten gängige Planungssysteme allerdings keine Schritt-für-Schritt-Prognose der Leistungsfähigkeit von Wasserversorgungssystemen bereitstellen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und den Wasserversorgungssystemen eine fundierte Planung zu ermöglichen, hat ein Team um Daniela Fuchs-Hanusch vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Landschaftswasserbau der TU Graz das Web-Tool „Entscheidungshilfe in der Wasserversorgung unter Einbeziehung von Wandelfaktoren“ (EWA) entwickelt.

Pläne bis 2055

Mit dem Tool ist kleineren Wasserversorgern möglich, die Tauglichkeit des eigenen Netzes in Zehnjahresschritten bis 2055 für unterschiedliche Entwicklungen zu bewerten. Sie können den Aus- oder Umbau ihres Netzes innerhalb des Tools planen und prüfen, ob die vorgesehenen Maßnahmen ausreichen oder weitere Schritte gesetzt werden müssten. Zur Einarbeitung in das System stehen Tutorial-Aufgaben zur Verfügung – beispielsweise der Bau neuer Brunnen und Leitungen für eine Gemeinde, um dort im Jahr 2055 noch für alle Bewohner Wasser zu haben.

Nutzerfreundlich

Zusätzlich können sich die Nutzer selbst Herausforderungen zusammenstellen, um verschiedene Szenarien oder Störfälle durchzuspielen. Für diese selbst kreierten Aufgaben lässt sich auch eine Budget-Grenze erstellen, um die Problemlösung auf Basis der eigenen finanziellen Möglichkeiten zu erarbeiten. Insbesondere Wasserversorger können dadurch sehr individuell auf ihre Systeme und die eigenen Notwendigkeiten eingehen.

Basierend auf Studien

In die Entwicklung des Tools floss unter anderem die 2021 veröffentlichte Studie „Wasserschatz Österreichs“ ein, die den damals aktuellen Wasserbedarf und die Entwicklungen der nächsten 30 Jahre im Hinblick auf den Klimawandel untersucht hat. Hinzu kamen von Wasserversorgungsdaten abgeleitete Wasserbedarfsprognosen und Abstimmungen mit den Projektpartnern Land Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft sowie drei Wasserversorgungsunternehmen.

Entwicklung des Tools

Aus den Daten leitete das Team Leistungsindikatoren ab, die ein Wasserversorgungssystem erfüllen muss und zusammen mit den Prognosen und einer Software für hydraulische Simulation, werden die Daten in einem Modell abgebildet und mit einer Benutzeroberfläche verbunden. Für die Umsetzung der gamifizierten Aspekte des Tools waren Johanna Pirker, Valentin Adler und Georg Arbesser-Rastburg am Institute of Interactive Systems and Data Science der TU Graz zuständig.

Das Tool ist frei verfügbar

Das EWA-Tool ist allen interessierten Nutzern frei zugänglich, aus Sicherheits- und Datenschutzgründen muss dafür allerdings ein TU-Graz-Account angelegt werden. Bei der Account-Erstellung ist es notwendig, Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und den Scan eines amtlichen Lichtbildausweises zu übermitteln.

Ein Foto auf www.5min.at zeigt die Karte des Wasserplanungstool der TU Graz.
©ISDS/TU-Graz
Auf einer Karte werden die vorhandenen Wassernetze und die zukünftigen Prognosen abgebildet.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 07.04.2024 um 08:48 Uhr aktualisiert

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