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Rekordpleitenjahr in Kärnten: Aktuell neun Firmen pro Woche insolvent

Im Vergleich zu Restösterreich hat Kärnten im Bereich aller Firmeninsolvenzen die zweithöchste Steigerungsrate mit 64,18 Prozent. Somit waren durchschnittlich neun Firmen pro Woche im ersten Quartal in Kärnten insolvent.

von Yvonne Schmid-Berger
2 Minuten Lesezeit(367 Wörter)
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Die Steigerungsrate allein bei den eröffneten Firmeninsolvenzen ist noch besorgniserregender, diese ist in Kärnten um 72,97 % gestiegen, heißt es heute seitens des AKV Kärnten. Während es in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Verlagerung der Insolvenzeröffnungen von Eigen- zu Gläubigeranträgen kam, ist nunmehr eine gegenteilige Entwicklung in Kärnten feststellbar. Die Zahl der von den Schuldnern gestellten Eigenanträge für eine Insolvenzeröffnung beim Landesgericht haben sich beinahe verdreifacht.

Auffallend: Es betrifft Traditionsbetriebe

Auffallend ist, dass in Kärnten zunehmend über Jahre produktive oder am Markt lang etablierte Unternehmen insolvent werden. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Inflation mit gestiegenen Preisen und Kreditzinsen, sondern auch die durch die Coronapandemie mit staatlichen Hilfen künstlich am Leben gehaltenen sogenannten „Zombieunternehmen“. Diese Firmen binden Arbeitskräfte, Boden und Kapital und bremsen damit die Entwicklung noch gut funktionierender Unternehmen, dämpfen deren Produktivität und verschlechtern die finanzielle Situation.

„Zombieunternehmen“ mit hohem Anteil

Dass der Anteil dieser sogenannten Zombieunternehmen noch sehr hoch ist, zeigt auch das Niveau der Insolvenzen, die mangels Masse abgewiesen wurden. Der Anteil dieser abgewiesenen Insolvenzen beträgt in Kärnten im ersten Quartal rund 45 Prozent und hat im Vergleich zum 1. Quartal 2023 um 53,33% zugenommen.

Kärntner Gastro kämpft finanziell am stärksten

Anders als zu Restösterreich waren die meisten Insolvenzen in Kärnten in der Gastronomie zu verzeichnen. Diese Branche leidet besonders unter den höheren Personalkosten, gestiegenen Lebensmittelpreisen, Personalmangel und nun fällig- werdende COFAG-Förderungen und führt die Branchenstatistik in Kärnten deutlich an. Die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie stieg im Vergleich zum 1. Quartal 2023 um rund 30%. Die Entwicklung trifft vor allem junge Unternehmen. Mit einer steigenden Tendenz muss weiter gerechnet werden.

Kärnten im Detail

Die meisten Dienstnehmer bei Insolvenzen waren jene der „Ilgenfritz-Gruppe“ betroffen. Von diesen Insolvenzen sind insgesamt 43 Dienstnehmer betroffen. 36 Dienstnehmer sind von der Insolvenz der ASAP Trading GmbH betroffen. Der AKV rechnet in Kärnten im Bereich der Firmeninsolvenzen mit einem Rekordpleitenjahr: „Wir rechnen mit einer anhaltenden Zunahme der Firmeninsolvenzen von rund 70% über den Werten des Normalinsolvenzjahres 2019.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 10.04.2024 um 11:26 Uhr aktualisiert
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