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Biodiversitätsflächen: Neuer Rekordwert in der Landwirtschaft

Die besonders schonend bewirtschafteten Flächen konnten um rund 80.000 ha auf 230.000 ha ausgeweitet werden. Das sind nun zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

von Stefan Putz
3 Minuten Lesezeit(547 Wörter)

„In Österreich gibt es 2024 in der Landwirtschaft so viele Biodiversitäts- und Naturschutzflächen wie noch nie zuvor. Die von den Bauern besonders schonend bewirtschafteten Flächen konnten mit der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik um rund 80.000 ha auf über 230.000 ha ausgeweitet werden. Damit werden über 10 Prozent der österreichischen, landwirtschaftlich genutzten Fläche (ohne Almen) für die Erhaltung und Steigerung der Biodiversität bereitgestellt“, betonen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger im Vorfeld des Internationalen Tags der Biodiversität am Mittwoch, den 22.05.2024, die Vorreiterrolle Österreichs in diesem Bereich. Darüber hinaus werden rund 27% der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Durch die angebotenen Fördermaßnahmen werden wertvolle Nahrungs-, Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Tiere, Pflanzen, Pilze und weitere Organismen in der heimischen Kulturlandschaft geschaffen. 

Anreize statt Verbote

„Wir setzen in der Agrarpolitik auf Anreize, statt auf Verbote. Die Teilnahme von rund 80% der bäuerlichen Betriebe am österreichischen Agrarumweltprogramm und der europaweit führende Anteil an Bio-Betrieben unterstreichen die hohe Bereitschaft unserer Bäuerinnen und Bauern, besondere Umweltleistungen zu erbringen“, so Totschnig. Seit 2023 werden jährliche Zahlungen von rund 614 Mio. Euro pro Jahr für über das gesetzliche Niveau hinausgehende Umweltleistungen bereitgestellt. Ein Schwerpunkt ist dabei die Biodiversität, jedoch auch Boden- und Gewässerschutz, Tierwohl sowie Klima- und Luftreinhaltung. „Die vorliegenden Zahlen belegen, dass es gemeinsam – trotz aller Herausforderungen – gelungen ist, für Landwirtschaft und Artenvielfalt gleichermaßen im Rahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik zu sorgen. Ich bedanke mich bei den Bäuerinnen und Bauern für ihre Leistungen und bei allen Vertreterinnen und Vertretern des ländlichen Raumes, die diesen Erfolg gemeinsam möglich gemacht haben“, so der Landwirtschaftsminister

Programm besteht aus 25 Maßnahmen

„Unser Agrarumweltprogramm besteht insgesamt aus 25 verschiedenen Maßnahmen, in denen die umfassenden Umweltleistungen der Bäuerinnen und Bauern für Biodiversität, Wasser- und Bodenschutz, Klimaschutz, genauso wie für noch mehr Tierwohl abgegolten werden“, so Moosbrugger. Eine davon ist die Naturschutz-Maßnahme, die einen besonders starken Zulauf erlebt. Für die damit verbundenen Ertragsverluste erhalten die bäuerlichen Betriebe im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik eine Abgeltung. „Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten viel mehr für Umwelt, Klima, Lebensvielfalt und Tierwohl, als viele der Gesellschaft weißmachen wollen. Die vorliegenden Antragszahlen zeigen, dass mit freiwilligen Anreizen mehr zu erreichen ist, als mit Zwangsvorgaben und Verboten“, betont Moosbrugger.

Durch Einkauf regionaler Produkte Umweltschutz stärken

„Nicht nur die Produktion wertvoller Qualitätslebensmittel, nachhaltiger Rohstoffe und Energie zur Versorgung der Bevölkerung, sondern auch der Naturschutz gehören für unsere Bäuerinnen und Bauern längst zum Alltag. Sie leisten Ressourcenschutz in der Praxis und das jeden Tag aufs Neue. Das sollte von den Österreicherinnen und Österreichern noch mehr geschätzt werden – etwa durch einen gezielten Einkauf regionaler Qualitätsprodukte“, so der LKÖ-Präsident. „Unsere heimische Landwirtschaft steht für eine besonders nachhaltige, umweltfreundliche Landbewirtschaftung. Nichts desto trotz ist es auch wichtig, sie arbeiten und uns versorgen zu lassen. Falsch wäre, immer mehr Flächen komplett aus der Nutzung zu nehmen, die Selbstversorgungsgrade zu senken und stattdessen noch mehr minderqualitative Waren zu importieren. ‚Schützen durch Nützen‘ muss weiterhin das Credo lauten“, betont Moosbrugger. (APA, Red. 21.05)

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