Skip to content
/ ©LPD Kärnten/Varh
Das Bild auf 5min.at zeigt Politiker am Persmanhof.
V. l.: Peter Kaiser, Elisabeth Lobnik, Alexander Van der Bellen, Romana Lesjak und Bernhard Sadovnik.

Kranzniederlegung Peršmanhof: In Gedenken an die Opfer des Nazimassakers

1945 fand am Peršmanhof ein grausames Kriegsverbrechen statt: Die SS ermordete dort elf Zivilisten, darunter sieben Kinder. Am Sonntag gedachten Bundespräsient Van der Bellen und Landeshauptmann Peter Kaiser der Opfer.

von Gerrit Tscheru
2 Minuten Lesezeit(423 Wörter)

Heute ist der Peršmanhof oberhalb von Bad Eisenkappel Gedenkort und Museum. Am 25.04.1945, wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges, fand hier ein schreckliches Kriegsverbrechen statt: Nach einer Anzeige stürmte das SS-Polizeiregiment 13 den Peršmanhof, da dieser als Partisanenstützpunkt diente. Die Partisanen konnten jedoch rechtzeitig fliehen und so ermordete die SS elf Zivilisten, vier Erwachsene und sieben Kinder der Familien Sadovnik und Kogoj.

Das Bild auf 5min.at zeigt Peter Kaiser am Persmanhof.
©LPD Kärnten/Varh
Peter Kaiser trägt sich ins Gedenkbuch am Peršmanhof ein.

Niemals vergessen

Im Gedenken an sie legten vergangenen Sonntag Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Landeshauptmann Peter Kaiser Kränze vor dem Peršmanhof nieder. „Wir werden diese Geschichte nicht vergessen“, versprach Van der Bellen und verwies auf die Bedeutung des militärischen Widerstandes der Kärntner Sloweninnen und Slowenen gegen das NS-Regime.

Das Bild auf 5min.at zeigt Personen am Persmanhof.
©LPD Kärnten/Varh
Viele nahmen an der Kranzniederlegung teil.

Ehrenzeichen für Überlebende

Der Landeshauptmann hat 2023 stellvertretend für alle Opfer aus der Peršmanfamilie Amalia Sadovnik mit dem Ehrenzeichen des Landes Kärnten ausgezeichnet. Sie und ihre Schwester Ana wurden beim Massaker schwer verletzt, von den Tätern aber für tot gehalten. Erst einen Tag später wurden sie inmitten der Verstorbenen gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Darauf ging Kaiser auch bei der Kranzniederlegung ein: „Das Land Kärnten wird der Leistung von Angehörigen der slowenischen Volksgruppe für die Befreiung Österreichs vom nationalsozialistischen Regime immer in Dankbarkeit gedenken.“

Das Bild auf 5min.at zeigt Peter Kaiser.
©LPD Kärnten/Varh
Landeshauptmann Peter Kaiser dankte der slowenischen Volksgruppe.

Österreich als Opfer und Täter

Zukunft könne man nur haben, wenn man sich mit der eigenen Vergangenheit – auch wenn das noch so schmerzhaft sei – auseinandersetze. Österreich sei Opfer des Nationalsozialismus gewesen, habe aber auch eine Täterrolle eingenommen. 2025 werde in Kärnten offizielles Gedenkjahr sein. Kaiser weiter: „Wir werden dabei niemanden vergessen, der oder die alles für Österreich gegeben hat – wir werden auch in Würde, Dankbarkeit und tiefer Trauer an die elf Menschen denken, die hier am Peršmanhof ermordet wurden.“

Das Bild auf 5min.at zeigt Politiker am Persmanhof.
©LPD Kärnten/Varh
In den Reden wurde der Opfer gedacht.

Traumata in den Opferfamilien

Der Bürgermeister von Globasnitz, Bernard Sadovnik, ist selbst Nachkomme der Familien des Peršmanhofes. Er berichtete, dass das Massaker oft ideologisch missbraucht worden sei und die Familien lange Anfeindungen von deutscher und slowenischer Seite ausgesetzt gewesen seien. Die Täter seien nie verurteilt worden und in den Opferfamilien gebe es persönliche Traumata auch über die Generationen hinweg. Dem Bürgermeister ist es daher wichtig, diese Ereignisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Überhaupt werde der Widerstand der Kärntner Sloweninnen und Slowenen gegen das NS-Regime nicht in seiner gesamten Breite anerkannt und zu oft verschwiegen. „Es war aber ein bedeutender Beitrag zum Werden von Staatsvertrag und Demokratie“, betonte Sadovnik.

Das Bild auf 5min.at zeigt Politiker am Persmanhof.
©LPD Kärnten/Varh
Der Kranz wurde am Gedenkort Peršmanhof abgelegt.
Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.

Mehr Interessantes