Eine Million Euro: Diese Regionen werden gefördert
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat am 26. Juni ein Förderprogramm für MINT-Regionen beschlossen, das aus dem Fonds Zukunft Österreich 1 Million Euro bereitstellt.
Am 26. Juni hat der Stiftungsrat der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung die Förderung für MINT-Regionen in der Höhe von eine Millionen Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich beschlossen. Die Initiative erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und wird durch die als MINT-Regionen Service Hub fungierende Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt.
MINT-Regionen werden gefördert
In der ersten Ausschreibungsrunde wurden mit rund 380 Akteuren – darunter 161 Kindergärten und Schulen, 88 Unternehmen, 15 Hochschulen und über 100 weiteren Partnerinnen und Partnern wie öffentlichen Einrichtungen – 14 österreichische MINT-Regionen ausgezeichnet. Das MINT-Regionen Qualitätslabel wird vom BMBWF, der aws und den Kooperationspartnern Industriellenvereinigung, MINTality Stiftung sowie Österreichs Bildungsagentur OeAD vergeben. „In den aktuell 14 österreichischen MINT-Regionen wollen wir möglichst viele junge Menschen entlang der gesamten Bildungskette für Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften begeistern, um den globalen Herausforderungen mit MINT-Wissen und Kreativität sowie hochqualifizierten Nachwuchskräften bestmöglich zu begegnen“, so Bundesminister Martin Polaschek. Das Engagement der MINT-Regionen unzähligen Kooperationsprojekten soll künftig durch Fördermittel aus dem Fonds Zukunft Österreich in der Höhe von eine Millionen Euro weiter gestärkt werden, wobei vor allem Mädchen und Frauen verstärkt ermutigt werden sollen, ihre Fähigkeiten in MINT-Fächern zu entfalten.
Unterstützung für innovative und experimentelle Projekte
Mit der neuen Förderung von einer Millionen Euro, sollen kooperative Projekte in den zertifizierten MINT- Regionen entwickelt und umgesetzt werden. Schulische oder außerschulische Initiativen, die einen innovativen oder experimentellen Charakter mitbringen, können so von den Akteuren risikofrei ausprobiert werden. Dabei steht die Chancengleichheit im Vordergrund: Es soll das Interesse für die MINT-Fächer bei Menschen mit unterschiedlichen sozialen und familiären Hintergründen, Fähigkeiten und Startvoraussetzungen gezielt gesteigert werden. Die Öffnung des Förderungscalls ist mit Anfang 2025 avisiert.
Mädchen fördern
„Mit der neuen Förderung wird die gezielte Ansprache von jungen Menschen – vor allem Mädchen – in den MINT-Regionen weiter gestärkt und intensiviert. Als aws freuen wir uns, dass wir dabei einen wichtigen Beitrag leisten können, um Österreich gemeinsam zu einem MINT-Standort und zum MINT-Fachkräfte-Hub zu entwickeln. Unser Beitrag zu dieser impulsgebenden Initiative ergänzt auch entsprechend unseren Auftrag als Förderbank des Bundes, die Innovations- und damit auch die internationale Wettbewerbsattraktivität zu erhöhen“, so die aws Geschäftsführung Edeltraud Stiftinger und Bernhard Sagmeister.
MINT-Wissen sei eine Grundvorraussetzung geworden
Die Suche nach Fachkräften im MINT-Bereich stellt weiterhin eine große Herausforderung für Unternehmen dar, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Gleichzeitig ist MINT-Wissen heute zur Grundvoraussetzung geworden, um die komplexe Welt zu verstehen und aktiv mitgestalten zu können – vom Klimawandel bis zur künstlichen Intelligenz. „MINT wird damit zur Superkompetenz unserer Zeit. Durch die Förderung des Fonds Zukunft Österreich erhalten MINT-Regionen neue Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche für diese Superkompetenz zu begeistern und damit die Tür zur Zukunft für sie zu öffnen“, so Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV). Jakob Calice, OeAD-Geschäftsführer, betont: „Als Österreichs Bildungsagentur begrüßen wir die neue Ausschreibung in Höhe von eine Millionen Euro sehr. Damit erhalten MINT-Regionen entscheidenden Handlungsspielraum, um ihre Projekte umzusetzen und MINT-Bildung nachhaltig zu verankern. Das ist ein wichtiger Beitrag, mit dem die Sichtbarkeit und das Interesse an MINT gesteigert werden.
MINTality – Mädchen für Technik begeistern
Das Ziel der MINTality Stiftung ist es, Mädchen von jungen Jahren an durch vielfältige und kontinuierliche MINT-Erlebnisse für Technik zu begeistern, sie miteinander zu vernetzen und zu fördern. „Entlang dieses MINT-Lernwegs mit den MINT-Regionen zusammenzuwirken bzw. diese zu unterstützen, ist uns besonders wichtig – durch Guidelines, Good Practice Sharing und Co-Creation, um gemeinsam (Pilot-)Projekte zu innovieren und regionale Projekte österreichweit zu skalieren. Dass die MINT-Regionen jetzt auch finanzielle Unterstützung bekommen, können wir nur begrüßen“, sagt Therese Niss, Gründerin und Vorstand der MINTality Stiftung.
MINT-Region Obersteiermark
Das neue Förderprogramm wird am Rande eines Besuchs von Bundesminister Polaschek in der MINT-Region Obersteiermark präsentiert. Diese erstreckt sich geografisch über die fünf politischen Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Leoben, Murtal, Murau und Liezen, die Koordinationsstelle ist an der Montanuniversität Leoben eingerichtet. „Eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, hohe Lebensqualität sowie die Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft sind gut ausgebildete Menschen, die in unserer Region bleiben bzw. sich hier neu niederlassen. Der regionalen MINT-Förderung kommt somit sowohl für die individuellen Zukunftschancen junger Menschen als auch für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Region eine zentrale Bedeutung zu“, erklärt Rektor Peter Moser das bereits langjährige Engagement der Alma Mater Leobiensis in diesem Bereich. „Die MINT-Region möchte in der Obersteiermark für die Obersteiermark wirken und sieht ihre Aufgabenstellung daher in lokal umsetzbaren Handlungsschwerpunkten“, betont Koordinationsstellen-Leiterin Julia Mayerhofer-Lillie.
Drei Meilensteine, ein Ziel
Zur Erreichung der strategischen Ziele wurden drei Meilensteine definiert: Aufbau eines starken und nachhaltigen Netzwerks, Ergänzung, Bereicherung und Entlastung des schulischen MINT-Unterrichts durch außerschulische Initiativen sowie Schaffung gelungener Bildungsübergänge. Mit diesen Meilensteinen ist ein Portfolio an konkreten Maßnahmen verbunden, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen, darunter eine erneute Abhaltung des erfolgreichen MINT-Kongresses von 25. bis 27. Februar 2025 an der Montanuniversität Leoben.
Wie erhält man das MINT-Region Label?
Um als MINT-Region mit dem Qualitätslabel zertifiziert zu werden, sind bestimmte Qualitätskriterien zu erfüllen. Diese Voraussetzungen wurden gemeinsam mit allen Partnern und einem breit zusammengesetzten Steering Committee in einem Kriterienkatalog erarbeitet. Um ausgezeichnet zu werden, braucht es ein Netzwerk an unterschiedlichen Akteuren aus dem Bildungs- und Unternehmensbereich, ein MINT-Leitbild oder auch entsprechende Zukunftsprojekte sowie Maßnahmen zur Steigerung der MINT-Begeisterung bei Mädchen und Frauen. Die Bewerbung für die zweite Ausschreibungsrunde ist noch bis 20. Januar 2025 möglich.