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/ ©Gerald Heumann
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Bild auf 5min.at zeigt dunkle Wolken.
Wie kann ich mich am besten gegen Unwetter schützen?

So schlecht sind Österreicher gegen Unwetterschäden versichert

Unzureichender Unwetterschutz kann bei Extremwetter erhebliche Kosten verursachen, besonders in Hochrisikozonen. Eine Überprüfung und Anpassung der Versicherung sind laut "durchblicker" ratsam.

von Leonie Höllwarth Logo 5 Minuten
4 Minuten Lesezeit(828 Wörter)
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Extremwetterereignisse bringen viele Haushalte in finanzielle Misslage, da sie nicht ausreichend versichert sind. Dahinter stecken oft niedrige Deckungssummen, kein abgeschlossener “erweiterter Schutz” oder das Wohnen in Hochrisikozonen. „durchblicker“ rät angesichts der vielen Unterschiede zur Überprüfung der Polizze – und gegebenenfalls zum Anbieterwechsel.

Österreicher sind bei Unwetterschäden unterversichert

Der heurige Sommer ist geprägt von Extremwetterereignissen – Gewitter mit Starkregen haben teils Überschwemmungen oder gar Muren ausgelöst. Haushalte in ganz Österreich sind massiv davon betroffen – und haben mit teils schweren finanziellen Auswirkungen zu kämpfen. Österreicher seien im Bereich Unwetterschäden nämlich deutlich unterversichert. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Analyse der Produkte von 16 Versicherungsanbietern von durchblicker, einem österreichsichen Tarifvergleichsportal.

Warum viele unterversichert sind

Martin Spona, CEO von „durchblicker“: „Die Unterversicherung hat mehrere Gründe: Zum einen sind die Deckungssummen der Versicherungsanbieter sehr niedrig. So sind Schäden zum Beispiel durch Überschwemmungen meist nur mit einer Summe von 3.000 bis 10.000 Euro geschützt. Dazu kommt, dass die wenigsten Österreicher einen ‚erweiterten Naturkatastrophen-Schutz‘ bei der Versicherung inkludieren.“

Über 200.000 Gebäude liegen in Risikozonen

In Österreich sollen rund zehn Prozent der Häuser in Hochwasserrisikozonen liegen. Konkret sind es circa 58.500 Gebäude in einer HQ30-Zone, in denen statistisch gesehen alle 30 Jahre Hochwasserereignisse auftreten können. Diese Häuser werden gar nicht erst versichert. Weitere 227.000 Gebäude liegen in der HQ100-Zone (Regionen, in denen alle 100 Jahre ein Hochwasserereignis auftreten) mit mittlerer Hochwasserwahrscheinlichkeit. Auch hier gibt es Prämien- und Deckungsunterschiede. Allen, die in solch einer Region wohnen, wird empfohlen, ihre bestehenden Polizzen zu überprüfen.

„Deckungssummen“ decken keinen „Totalschaden“

Wenn es darum geht, den Haushalt oder das Gebäude gegen extreme Wetterereignisse zu schützen, muss man zunächst einmal wissen, dass es eine Unterscheidung zwischen „nicht außergewöhnlichen Naturgefahren“ – etwa Sturm, Hagel oder Erdrutsch – und „außergewöhnlichen Naturkatastrophen“, unter anderem Hochwasser, Überschwemmung, Muren oder Lawinen gibt. Erstere sind in der Eigenheim- oder Haushaltsversicherung meistens standardmäßig mitversichert. Anders verhält es sich bei letzteren: Der Versicherungsschutz bei außergewöhnlichen Naturkatastrophen ist nicht Standard bei allen Polizzen und wenn doch, dann nur in der Basis-Variante. Unter gewissen Voraussetzungen lässt sich der Schutz aber auch erweitern und die Versicherungssumme dadurch erhöhen.

„Erweiterter Schutz“: Entschädigung bis zu 40.000 Euro

Laut durchblicker-Analyse ist das Interesse an der Erweiterung aber überschaubar – nur jeder Vierte wählt den erweiterten Schutz bei der Eigenheimversicherung. Dabei unterscheidet sich die Deckungssumme bei der Wahl des Versicherungsschutzes signifikant: Beim Basisschutz liegt diese bei Standardverträgen zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Beim erweiterten Schutz liegen die Höchstentschädigungsgrenzen deutlich höher, nämlich bei durchschnittlich 20.000 bis 40.000 Euro. Bei einigen wenigen Anbietern sind höhere Versicherungssummen möglich. „Je höher die Deckungssumme, desto höher ist natürlich die Prämie. Was viele zusätzlich unterschätzen, ist die Tatsache, dass selbst die Höchstgrenze einen Totalschaden, sei es etwa, wenn durch eine starke Vermurung das Haus nicht mehr bewohnbar ist, nicht abdeckt“, so Spona.

Kündigung im Schadensfall und Hochrisikozonen

Problematisch wird es auch, wenn man in einer der drei Risikozonen nach HORA lebt. Das Risiko für Hochwassergefährdung ist in drei Kategorien gestaffelt und gibt die Wahrscheinlichkeit an, von einem Hochwasser betroffen zu sein: HQ30, HQ100 und HQ300 (Regionen, in denen alle 300 Jahre ein Hochwasserereignis auftreten). Wer bereits einmal einen Schaden erlitten hat, hat es beim Versichern doppelt schwierig: Die Versicherung kann den Betroffenen nach einem Schadensfall den Vertrag kündigen, eine Weitervermittlung an eine neue Versicherung kann dann schwierig sein. Auch wenn die Versicherung nach einem Schadenfall nicht kündigt – es ist damit zu rechnen, dass die Prämie steigt oder der Selbstbehalt angehoben wird. Beim Neuabschluss gelten zudem meist Wartefristen für den Baustein „außergewöhnliche Naturereignisse“.

Große Deckungs- und Prämienunterschiede

Die Prämien für Haushalts- und Eigenheimversicherungen variieren stark je nach Bausteinen, Deckungssumme und Risikozone. So liegen die Prämien für Haushalte in einer nicht hochwassergefährdeten Wohnung im steirischen Deutschfeistritz zwischen 72 und 233 Euro mit „Standard-Schutz“ und zwischen 102 und 256 Euro mit „erweiterten Schutz„. In einer Wohnung im selben Ort, aber in der Risikozone HQ30, bietet nur noch ein Anbieter den erweiterten Schutz für außergewöhnliche Naturereignisse an (102 Euro). Ähnlich verhält es sich bei der Eigenheimversicherung: In Deutschfeistritz kosten die Prämien für das Eigenheim beispielhaft zwischen 570 und 1.091 Euro mit Standard-Schutz oder 860 bis 1.510 Euro mit erweitertem Schutz. In der Risikozone HQ30 ist der erweiterte Schutz gar nicht verfügbar.

Reicht der Basisschutz aus?

Generell wird allen Wohnungs- und Hausbesitzern geraten, genau zu evaluieren, ob der Basisschutz ausreicht, oder ob der erweiterte Schutz mehr Sinn macht. „Wer Preise vergleicht und auch für einen Anbieterwechsel offen ist, zahlt mitunter nur minimal mehr dafür. Um Verbraucher bestmöglich vor Unterversicherung zu schützen, zeigen wir in unserem Vergleichsrechner für Haushalts- oder Eigenheimversicherungen bereits automatisch nur mehr die Angebote mit Basis-Deckung bei Naturkatastrophen an“, so Spona abschließend.

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