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Ein Bild auf 5min.at zeigt ein Labor.
Mpox-Virus: Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm.

Mpox-Alarm: WHO ruft weltweite Notlage aus

In Afrika ist eine neue Variante der Viruskrankheit Mpox (früher Affenpocken) festgestellt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm und ruft weltweite Notlage aus.

von Sabrina Tischler Sabrina Tischler Online Redaktion 5 Minuten
2 Minuten Lesezeit(390 Wörter)
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die höchste Alarmstufe aktiviert. Der Grund: Eine neue Variante der Mpox-Viren (früher Affenpocken genannt) wurde festgestellt. Daher ruft die WHO eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ („PHEIC“) aus. Es herrscht die Befürchtung, dass sich die Mpox-Viren erneut international ausbreiteten und in mehreren Ländern zum Gesundheitsrisiko werden könnten. Zuletzt geschah dies 2022. Auch Österreich sah sich damals mit dem Virus konfrontiert.

„Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ ausgerufen

Die WHO folgt damit einer Empfehlung unabhängiger Experten, die auf Einladung der WHO im Notfallausschuss tagten. Laut ihnen werde der Anstieg von Mpox als „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ betrachtet, mit dem Potenzial, sich weit über Länder Afrikas hinaus auszubreiten. „Das Auftreten eines neuen Mpox-Stammes, seine schnelle Ausbreitung im Osten der Demokratischen Republik Kongo und die Meldung von Fällen in mehreren Nachbarländern sind sehr besorgniserregend. Angesichts der Ausbrüche anderer Mpox-Stämme in der Demokratischen Republik Kongo und in anderen Ländern Afrikas ist es klar, dass eine koordinierte internationale Reaktion erforderlich ist, um diese Ausbrüche zu stoppen und Leben zu retten“, sagt WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Noch ansteckender, noch gefährlicher

Im Juli 2022 wurde der multinationale Ausbruch von Mpox als „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ deklariert, da es sich rasch durch sexuellen Kontakt in einer Reihe von Ländern verbreitete, in denen das Virus zuvor nicht aufgetreten war. Für beendet erklärt wurde die Notlage erst im Mai 2023. Ende 2023 tauchte dann auch schon die neue Variante der „Klade 1“ auf. Diese sei ansteckender als ihr Vorgänger und könne schwere Verläufe verursachen. Genauere Studien dazu stehen allerdings noch aus.

Besteht auch Gefahr in Europa?

Das Virus tauchte bereits erstmals auch in Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia auf. Allein in der Demokratischen Republik Kongo gab es allein heuer 15.600 Fälle und über 500 Todesfälle. Der Impfstoff gegen das Pockenvirus schütze auch vor einer Infektion mit dem Mpox-Virus, heißt es. Wie sieht die Lage nun in Europa aus? Laut einer Einschätzung der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) sei das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa Ende Juli als „sehr gering“. Konkrete Folgen gibt es durch die Erklärung der WHO aber keine. Viel mehr gilt es dadurch, die Behörden weltweit dazu anzuregen, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten.  

Mpox (Affenpocken)

Mpox (oder Affenpocken) ist eine Krankheit, die durch das Affenpockenvirus verursacht wird. Es handelt sich um eine Virusinfektion, die sich zwischen Menschen und gelegentlich auch aus der Umwelt über Gegenstände und Oberflächen, die von einer an Mpox erkrankten Person berührt wurden, auf Menschen übertragen kann. In Umgebungen, in denen das Affenpockenvirus bei einigen Wildtieren vorkommt, kann es auch von infizierten Tieren auf Menschen übertragen werden, die mit ihnen in Kontakt kommen.

Nach einer Reihe von Konsultationen mit internationalen Experten hat die WHO begonnen, den neuen bevorzugten Begriff „mpox“ als Synonym für Affenpocken zu verwenden, wie die WHO berichtet.

Mpox kann unterschiedlich schwere Symptome verursachen, von mild bis hin zu schweren Verläufen, die eine Behandlung in einer Klinik erfordern. Besonders gefährdet sind Schwangere, Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, darunter solche mit unbehandeltem HIV. Zu den häufigsten Symptomen gehören ein Hautausschlag, der bis zu vier Wochen anhält, begleitet von Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und geschwollenen Lymphknoten. Der Ausschlag kann Blasen oder Wunden bilden und verschiedene Körperstellen betreffen. Meistens verschwinden die Symptome nach einigen Wochen, jedoch können bei gefährdeten Personen schwere Komplikationen auftreten, die sogar zum Tod führen.

Mpox verbreitet sich hauptsächlich durch engen Kontakt mit einer infizierten Person, etwa durch Hautkontakt, Tröpfchen oder Aerosole sowie sexuelle Handlungen. Die Ansteckung bleibt möglich, bis alle Hautläsionen vollständig abgeheilt sind, was zwei bis vier Wochen dauern kann. Das Virus kann auch über kontaminierte Oberflächen, Kleidung oder Bettwäsche übertragen werden. Zudem besteht das Risiko einer Übertragung von infizierten Tieren auf den Menschen, etwa durch Bisse oder den Verzehr von ungenügend gegartem Fleisch. Schwangere können das Virus zudem auf den Fötus übertragen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 15.08.2024 um 17:53 Uhr aktualisiert
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