Weltweite Mpox-Warnung: Wie sieht die Lage in Österreich aus?
Erst kürzlich schlug die WHO Alarm wegen dem Mpox-Virus. Auch in Europa rechnet das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) mit "mehr sporadischen Fällen" von Mpox (Affenpocken).
Das betonte die Ex-SPÖ-Politikerin und nunmehrige ECDC-Direktorin Pamela Rendi-Wagner am Freitag im „Ö1-Mittagsjournal“. Das Risiko einer Situation wie bei Corona bestehe derzeit für Europa nicht, Afrika brauche aber Unterstützung. In Österreich stehen noch Mpox-Impfdosen zur Verfügung, ergab eine APA-Anfrage im Gesundheitsministerium.
WHO schlug Alarm
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch wegen einer neuen Variante der Mpox-Viren in Afrika ihre höchste Alarmstufe aktiviert und eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ (PHEIC) ausgerufen. „Wir beobachten gemeinsam mit der WHO die Situation natürlich in Afrika und sind auch hier in engem Kontakt mit dem afrikanischen Zentrum für Krankheitskontrolle“, erläuterte Rendi-Wagner im ORF-Radio.
Kein größerer Ausbruch in Europa erwartet
„Was derzeit aufgrund der Datenlage nicht gegeben ist, ist die Gefahr, dass es zu einem großen europäischen Ausbruch wie in Afrika kommt“, sagte die Epidemiologin und ehemalige Gesundheitsministerin. Menschen aus Europa hätten dann „ein hohes Risiko“ einer Ansteckung, wenn sie eine Reise in die betroffenen Gebiete in Afrika planen und „engen Kontakt mit der dort heimischen Bevölkerung haben oder häufige sexuelle Kontakte pflegen“. Reiserückkehrer mit Mpox-Symptomatik müssten rasch identifiziert werden.
Afrika in Notlage
„In Afrika schaut die Situation ganz anders aus. Im Kongo alleine gibt es 16.000 Verdachtsfälle und mehr als 500 Todesfälle. Das ist ein Anstieg von 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die Dunkelziffer, die liegt vermutlich noch viel höher“, berichtete Rendi-Wagner. Der Ausbruch in Afrika sei „alles andere als unter Kontrolle“. Es gelte, die Testkapazitäten extrem zu erhöhen und „breite, rasche Impfkampagnen in Afrika zu platzieren“. Dazu brauche es die Hilfe und Unterstützung Europas und der USA, die bereits angelaufen sei. Laut Gesundheitsministerium finden bereits Gespräche auf WHO- und EU-Ebene betreffend der notwendigen Unterstützung durch Geldmittel und Impfstoffspenden statt.
Über 300 Mpox-Fälle in Österreich
In Österreich sind Mpox-Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle seit der Häufung von Fällen in Europa im Jahr 2022 meldepflichtig und „das Infektionsgeschehen wird genau beobachtet“, hieß es am Freitag aus dem Büro von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Seit Beginn des weltweiten Ausbruchs vor zwei Jahren wurden in Österreich 348 Mpox-Fälle gemeldet. Davon wurden elf Fälle im Jahr 2023 und bisher zehn Fälle im Jahr 2024 registriert. (APA, 16.08.2024)