Kritik durch Verantwortung ERDE: Villachs Stadtchef in Zugzwang?
Nach der nicht anerkannten, durch den WWF aufgezeigten Situation der starken Versiegelung in Villach fordert Verantwortung ERDE den konstruktiven Umgang mit dem Thema durch den Bürgermeister Villachs.
Am Mittwoch, den 14. August wurden durch den Bürgermeister Günther Albel in ORF Kärnten einige, für die Fraktion Verantwortung ERDE nicht nachvollziehbare Aussagen getroffen. So sei die geringe Bevölkerungszahl Villachs Grund für die schlechten Ergebnisse. Auch habe Villach mit 9 Prozent Bodenversiegelung einen der besten Werte in ganz Österreich, obwohl der Vergleich zu Fläche und Einwohnerzahl anderer Städte laut Verantwortung ERDE nicht zulässig ist. Außerdem bezieht sich die Fraktion auf die Versiegelung durch Verkehrsflächen, welche vor allem den Parkplätzen und dem großen Gemeindestraßennetz geschuldet sei.
Diskreditierung von Organisationen
Die Fraktion Verantwortung ERDE beobachtet zudem eine Diskreditierung von unabhängigen Organisationen durch die Stadtpolitik im Allgemeinen. So Verantwortung ERDE-Klubobmann Gerald Dobernig: „Nach dem Kärntner Naturschutzbeirat und Greenpeace (jeweils zum Projekt ALPLOG Nord) wird nun mit dem WWF die dritte Organisation in wenigen Wochen von der Villacher SPÖ angegriffen. Dieses postfaktische Verhältnis zur Realität ist aus demokratiepolitischer Sicht höchst problematisch.“ Die Partei sieht Villach im Zugzwang aufgrund dieser eindeutigen Ergebnisse.
Laut Baumann weniger dramatisch
FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann sieht die Bodenversiegelung hingegen als nicht zu dramatisch an. “Insbesondere die Panikmache, die insbesondere von der Fraktion Erde betrieben wird, ist nicht angebracht, wenn man die Fakten betrachtet!”, sagte Baumann wörtlich. Ebenfalls verwies er auf neue Initiativen der Stadt Villach zur Nutzung von bereits versiegelten Flächen. Er betont des weiteren die gute Ausgangssituation Villachs, durch einen sehr hohen Waldanteil von 55 Prozent.
Bodenzerstörung in Villach stoppen
Karin Herkner, Gemeinderätin der Grünen Villach, fordert Bürgermeister Albel wiederum auf, zu handeln und sieht die Versiegelung als Problem der Stadt: „Die Zahlen sprechen für sich. Villach ist stark versiegelt. Und die aktuelle Hitzewelle führt uns einmal mehr vor Augen, dass wir dringend mehr kühle Grünoasen in der Stadt brauchen, damit wir auch in Zukunft Erholungsräume im städtischen Umfeld finden können. Für ein gutes Morgen müssen wir die Bodenzerstörung in Villach stoppen. Mit nachhaltiger, überörtlicher Raumordnung, mit fixen Grenzwerten für den Bodenverbrauch, damit zukünftig weniger Natur der Betonwalze zum Opfer fällt. Mit Entsiegelungs- und Begrünungsprojekten, damit die Stadt und ihre Bewohner:innen wieder aufatmen können.“