Steiermark als Schlüsselregion bei der Nationalratswahl
Die Nationalratswahl am 29. September rückt näher, und laut Politikwissenschaftler könnte die Steiermark das Zünglein an der Waage sein. Mit ihrem vielfältigen Wählerprofil wird die Region zur Schlüsselarena im Kampf um den Sieg.
Mit der Nationalratswahl am 29. September in Sichtweite nehmen die Wahlkampfaktivitäten der Parteien Fahrt auf. Besonders in der Steiermark, einem der größten und vielfältigsten Bundesländer Österreichs, wird der Wahlkampf intensiv geführt. Dem ORF erklärt Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, dass hier die Entscheidung um den Wahlsieg fallen könnte. Die Steiermark vereint sowohl ländliche als auch städtische Gebiete und ist somit repräsentativ für das gesamte Land. „Wer in der Steiermark vorne ist, hat auch eine Chance, gesamt vorne zu sein“, so Filzmaier.
Wahlkampf in der Steiermark bereits gestartet
Die steirische ÖVP hat bereits in der Vorwoche offiziell den Wahlkampf eingeläutet, und auch der grüne Spitzenkandidat, Vizekanzler Werner Kogler, war in Graz aktiv. Am Montag folgt die SPÖ Steiermark mit der Vorstellung ihrer Kampagne, wobei Spitzenkandidat Andreas Babler am Dienstag nach Kapfenberg kommt. Doch dies sei laut Filzmaier nur der Anfang, denn in den kommenden Wochen werden die Bundesspitzenkandidaten noch häufig in der Steiermark anzutreffen sein.
Doppelte Herausforderung für steirische Parteien
Besonders herausfordernd ist die Situation für die steirischen Parteien, da kurz nach der Nationalratswahl auch die Landtagswahl ansteht. Diese „Sondersituation“ birgt ein gewisses Risiko, so Filzmaier gegenüber dem ORF weiter: „Es ist nach dem Wahlkampf gleich wieder vor dem Wahlkampf.“ Parteien, die bei der Nationalratswahl Verluste hinnehmen müssen, könnten Schwierigkeiten haben, sich im darauffolgenden Landtagswahlkampf zu positionieren.
Enges Rennen erwartet
Filzmaier rechnet mit einer besonders knappen Wahl, bei der drei Parteien um den ersten Platz kämpfen werden. Eine Ablehnung der Bundespolitik durch die steirischen Landesorganisationen sei daher unwahrscheinlich, da dies innerhalb der eigenen Partei als nachteilig betrachtet werden könnte. Auch wenn keine bundespolitischen Gäste beim Auftakt der steirischen SPÖ am Montag vorgesehen sind, bleibt die nationale Politik stark präsent im steirischen Wahlkampf.