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/ ©Montage: Pexels / Mikhail Nilov & BMK / Perwein
Bildmontage auf 5min.at zeigt einen verzweifelten Mann und ein Kuvert des österreichischen Klimabonus.
Könnte der Klimabonus in seiner aktuellen Form zum Auslaufmodell werden?

Klimabonus-Aus? Deshalb könnte umstrittener Bonus vor dem Ende stehen

Bis zu 290 Euro gibt es in diesem Jahr, nächstes Jahr könnten es noch mehr sein. Die Rede ist vom Klimabonus. Allerdings ist nicht klar, ob der Klimabonus mit einer neuen Regierung überhaupt fortgeführt wird.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
4 Minuten Lesezeit(769 Wörter)
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Vor etwas mehr als zwei Wochen war die Nationalratswahl in Österreich, in den kommenden Wochen und Monaten wird dann auch eine neue Regierung gebildet. Vor allem dem Wahlsieger ist dabei eine ganz besondere Bonuszahlung ein Dorn im Auge. Die FPÖ hat schon mehrmals die Abschaffung der CO2-Bepreisung und des damit einhergehenden Klimabonus gefordert. Die Einsparungen, die durch Abschaffung des Klimabonus entstehen würden, könnten laut Wirtschaftsforschern jedenfalls in die Milliarden gehen.

Welche Gründe für die Abschaffung sprechen

Ein Grund für die mögliche Abschaffung des Klimabonus dürfte dabei die wirtschaftliche Lage sein, in der sich Österreich befindet. Erst kürzlich wurde ein immenses Budgetloch bekannt, dass früher oder später wohl gestopft gehört. Dabei könnte der Klimabonus in der Form, wie wir ihn kennen, vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Wie der „Kurier“ berichtet, würden sich sowohl Fiskalratschef Christoph Badelt, als auch das IHS (Institut für höhere Studien) und das Wifo (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) für das Aussetzen der Bonuszahlung aussprechen.

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Was die Opposition vom Klimabonus hält

Seitens der FPÖ wird dabei immer wieder kritisiert, dass auch Asylwerber den Klimabonus bekommen würden. Zudem bezeichnet man den Bonus als „Almosen, mit denen die Bevölkerung abgespeist werde, nachdem ihnen die Bundesregierung mit beiden Händen das Geld aus der Tasche zieht“, erklärt es Nationalratsabgeordneter Michael Bernhard (FPÖ) etwa bildhaft. Auch vonseiten der SPÖ gibt es Kritik am Klimabonus, dabei allerdings vor allem an der „nicht nachvollziehbaren, regionalen Differenzierung“ und der fehlenden sozialen Staffelung. Bei den NEOS befürwortet man zwar die CO2-Bepreisung, stößt sich jedoch ebenfalls an der regionalen Differenzierung. „Generell wird durch den Klimabonus mehr ausgegeben, als durch die CO2-Bepreisung eingenommen wird“, so eine weitere Kritik der NEOS.

Grüne „ratlos“, ÖVP „erfreut, über bereits erfolgte Maßnahmen“

Bei den Grünen wiederum zeigt man sich „ratlos“. So etwa Nationalratsabgeordneter Adi Gross, der nicht wisse, „was noch besser gemacht werden kann“. Durch die CO2-Bepreisung würde man Alternativen beim Heizen oder in der Mobilität attraktiver machen, gleichzeitig sorge der Klimabonus dafür, dass das Haushaltseinkommen nicht reduziert werde. Die ÖVP ist vor allem erfreut, über die bereits erfolgten Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, wie man erklärt. Die Fraktion stehe für „Klimaschutz mit Hausverstand“, so etwa ÖVP-Abgeordnete Sandra Lassnig.

Armutskonferenz: „Schädliche Debatte“

Die Armutskonferenz jedenfalls kritisiert die Debatte über die Streichung des Klimabonus als „schädlich“. „Die ärmere Hälfte der Bevölkerung muss den Klimabonus weiter als Entlastungsmaßnahme bekommen“, so das „Netzwerk Armutskonferenz“. Man schlägt gleichzeitig vor, den Klimabonus einkommensabhängig zu machen. „Der regionale Aspekt wird so durch eine stärker akzentuierte soziale Komponente ergänzt“, heißt es weiter. Ob es mit dem Klimabonus in der jetzigen Form weitergehen wird und ob die CO2-Steuer bestehen bleibt, wird wohl die kommende, neue Regierung entscheiden müssen. Auf Nachfrage von 5 Minuten hat das Klimaministerium zu diesem Thema noch keine Stellungnahme abgegeben.

Bild auf 5min.at zeigt einen Brief zum Thema Klimabonus
©5 Minuten
Mit einem Brief hat das Klimaministerium darauf aufmerksam gemacht, die Kontodaten zu aktualisieren, damit man den Klimabonus direkt aufs Konto anstatt per Brief und Gutscheinen bekommt.

So viel Geld bringt der Klimabonus 2024 auf die Konten der Österreicher

Mit Anfang September hat in diesem Jahr die Auszahlung des Klimabonus in Österreich begonnen. Während die Briefe mit den Gutscheinen teilweise noch in Zustellung sind, haben Millionen Österreicher das Geld bereits auf ihre Konten bekommen. Bis zu 290 Euro sind es, wobei der Betrag regional gestaffelt ist und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nur die Hälfte bekommen. Wie viel genau es dabei in jeder Gemeinde gibt, zeigt eine Karte. Mehr dazu hier: Klimabonus 2024: Diese Karte zeigt, wie viel Geld du heuer bekommst.

Das sind die vier Stufen der Klimabonus-Auszahlung:

  • Klasse I: Gemeinden urbaner Zentren mit höchstrangiger ÖV-Erschließung – 145 Euro.
  • Klasse II: Gemeinden urbaner Zentren mit zumindest guter ÖV-Erschließung – 195 Euro.
  • Klasse III: Gemeinden urbaner Zentren mit zumindest guter Basiserschließung, Gemeinden regionaler Zentren mit zumindest guter Basiserschließung und Gemeinden des ländlichen Raumes im Umland von Zentren mit zumindest guter Basiserschließung – 245 Euro.
  • Klasse IV: Gemeinden des ländlichen Raumes und Gemeinden mit höchstens Basiserschließung – 290 Euro.

In welche Stufe deine Region aktuell fällt, siehst du auf dieser Statistik Austria Karte.

Wer bekommt den Klimabonus?

Den Klimabonus bekommen prinzipiell (fast) alle Personen, die in Österreich ihren Hauptwohnsitz haben. Die einzige Zahl, die dabei wichtig ist, ist die 183. So viele Tage lang muss man nämlich im Anspruchsjahr mindestens seinen Hauptwohnsitz hierzulande gehabt haben, dann bekommt man den Bonus auch. Ausnahmen sind dabei jene Personen, die mehr als die Hälfte des Jahres im Gefängnis verbracht haben. Mehr dazu hier: 0 statt 290 Euro: Diese Personen sehen vom Klimabonus keinen Cent.

Wer hat den Klimabonus noch nicht bekommen – und warum?

Neben jenen Menschen, die mehr als die Hälfte des Jahres im Gefängnis gesessen sind, bekommen auch all jene Personen den Klimabonus nicht, die weniger als 183 Tage des Jahres in Österreich per Hauptwohnsitz gemeldet waren. Doch noch eine weitere große Gruppe hat den Klimabonus bisher nicht bekommen und wird auch noch einige Monate auf die Auszahlung warten müssen. Mehr dazu hier: Klimabonus ab September: Diese Österreicher gehen vorerst leer aus.

Häufig gestellte Fragen

Beim Klimabonus handelt es sich um eine Bonuszahlung für (fast) alle Österreicher. Im Jahr 2024 gibt es dabei bis zu 290 Euro regional gestaffelt abzuholen. Der Klimabonus dient als Ausgleichszahlung für die CO2-Bepreisung.

Das ist noch nicht klar, klar ist jedenfalls, dass im Frühjahr 2025 – wie auch in den Vorjahren – noch jene Menschen den Klimabonus ausbezahlt bekommen, die ihn in der Herbst-Auszahlungswelle noch nicht bekommen haben. Das liegt in den allermeisten Fällen daran, dass man im ersten Halbjahr entweder geboren wurde oder umgezogen ist.

Der Klimabonus 2024 bringt bis zu 290 Euro auf die Konten der Österreicher. Dabei wird das Geld aber regional gestaffelt, in Teilen Wiens gibt es daher „nur“ 145 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gibt es außerdem „nur“ jeweils die Hälfte ausbezahlt.

Die regionale Staffelung liegt an der unterschiedlichen Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und an der unterschiedlichen Ausstattung an Infrastruktur in einer Region. Hat eine Gemeinde beispielsweise nur Basiserschließung des öffentlichen Verkehrs, bekommt man in diesen Gemeinden den vollen Klimabonus in Höhe von 290 Euro.

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