Spinnen-Alarm: Südrussische Tarantel erstmals in der Steiermark gesichtet
Die Südrussische Tarantel taucht vorrangig in Wien, Niederösterreich und im Burgenland auf. Kürzlich kam es auch zu einer ersten Sichtung in der Steiermark. "Der Wissenschaft war das bisher nicht bekannt", so ein Experte.
Da staunte eine Niederösterreicherin nicht schlecht, als sie an ihrer Hausmacher kürzlich eine Riesenspinne entdeckte. Mehr dazu liest du in: Riesen-Spinne an Hauswand gefunden: „Wir waren schockiert“. Wie Recherchen von 5 Minuten ergaben, handelte es sich bei dem Tier um eine Südrussische Tarantel. Die Spinnenart ist hierzulande nicht weit verbreitet und taucht vorrangig in Wien, im Burgenland und im Osten Niederösterreichs auf. Nun soll es jedoch auch eine erste Sichtung in der Steiermark gegeben haben, wie man auf Anfrage beim Naturschutzbund Österreich gegenüber 5 Minuten bestätigt.
Riesenspinne in Heizkeller in der Steiermark entdeckt
„Die Meldung einer Südrussischen Tarantel in der Steiermark ging am 7. Oktober auf unserer Plattform ein“, berichtet Gernot Neuwirth vom Naturschutzbund gegenüber 5 Minuten. So soll der Melder sie am 4. Oktober in seinem Heizkeller beobachtet und fotografiert haben. Der Vorfall trug sich im steirischen Schlag bei Tahlberg in Dechantskirchen zu – nur ein paar Kilometer von der niederösterreichischen Grenze entfernt. Hier geht es zur Meldung der Südrussischen Tarantel. Bis dato blieb dies auch die einzige Meldung aus der Steiermark. „Gut möglich, dass es diese Spinnenart in dieser Region bereits länger gibt, der Wissenschaft war das bisher nicht bekannt“, so Neuwirth.
Hast du Angst vor Spinnen?
Appell: Spinnensichtungen melden!
Um einen besseren Eindruck über das Vorkommen der Südrussischen Tarantel zu bekommen, wird um weitere Meldungen gebeten. Sichtungen können zum Beispiel auf der Naturbeobachtungs-Plattform oder in der gleichnamigen App gemeldet werden. „Damit wir einen Überblick über das aktuelle Vorkommen bekommen – und herausfinden, ob es sich dabei um Einzelfälle handelt oder bereits stabile Populationen vorhanden sind. Deshalb sind solche meldeaufrufe auch so wichtig“, weiß Neuwirth.
Südrussischen Tarantel: Ist die Spinnenart für Menschen gefährlich?
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die Spinnenart eine Gefahr für den Menschen darstellt. Die Antwort ist ganz klar: Nein! „Sie ist völlig ungefährlich. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass man von dem Tier gebissen wird“, erklärt Ines Hickmann vom Naturschutzbund auf Nachfrage von 5 Minuten. Der Biss sei vom Schmerz und Verlauf her mit einem Bienenstich vergleichbar. Doch wie reagiert man nun am besten, wenn man ein solches Exemplar entdeckt? „Wenn man sie im Garten findet, einfach in Ruhe lassen. Wenn man sie in der Wohnung findet, mit einem Blatt Papier und einem Glas ins Freie bringen“, rät die Experten. Auch sie bittet darum, den Fund zu melden. „Damit bekommen wir ein besseres Verständnis, wo diese Art aktuell in Österreich vorkommt. Wir konnten dank der Meldeaufrufe an die Bevölkerung heuer schon knapp 100 Meldungen zu dieser Art sammeln“, informiert Hickmann weiter.
Was ist eine Südrussische Tarantel?
Diese Spinnenart gilt als die größte Spinne Mitteleuropas und wurde erstmals 1785 durch Carl von Linné beschrieben. „Südrussisch“ ist sie aller Wahrscheinlichkeit deswegen, weil sie im Großteil der Eurasischen Steppe bis hin zum europäischen Teil von Russland und in vielen osteuropäischen Ländern verbreitet ist. Auch in Österreich ist die Südrussische Tarantel ebenfalls im (Nord-)Osten verbreitet. Für den Menschen ist die Spinne ungefährlich.