Ticket, aber kein Sitz: Warum Intercitybus-Passagiere oft zurück bleiben
Der Intercitybus verkehrt zwischen Klagenfurt und Graz. Immer wieder jedoch kommt es zu der Situation, dass Passagiere mit gültigem Ticket nicht mitfahren dürfen.
Viele Kärntner zieht es fürs Studium nach Graz. Es gibt aber auch viele andere Gründe, weshalb der Intercitybus, welcher zwischen den Bahnhöfen Klagenfurt und Graz (mit einem Zwischenstopp in Wolfsberg) verkehrt, gut genutzt und zu stark frequentierten Zeiten voll besetzt ist. Die meisten Passagiere wählen für die Route zwischen den beiden Landeshauptstädten den Intercitybus, da er die rascheste Option des öffentlichen Verkehrs darstellt. Wer mit dem Zug reist, muss umsteigen und auch die Fahrtzeit verlängert sich.
Immer wieder bleiben Passagiere am Bahnhof zurück
Besonders an Wochenenden ist der Intercitybus oft komplett ausgebucht. Was einige Passagiere jedoch nicht wissen: Ein Ticket ist keine Garantie auf einen Sitzplatz. Deshalb kommt es immer wieder zu Situationen, bei denen Passagiere, die einen Fahrschein für die Strecke gekauft haben, am Bahnhof zurückbleiben müssen, weil die Kapazitäten des Intercitybusses bereits erschöpft sind. Viele denken nämlich, dass ein gültiges Ticket automatisch einen Sitzplatz garantiert, wie es beispielsweise bei FlixBussen der Fall ist. Wie bei den ÖBB-Zügen so üblich, können sich Fahrgäste nur mit einer Reservierung zum Preis von 3 Euro einen fixen Sitzplatz im Intercitybus sichern.
Passagiere meldeten sich bei den ÖBB
Diesbezüglich gingen auch schon Meldungen bei den ÖBB ein, „da einige Fahrgäste nicht wussten, dass eine Sitzplatzgarantie nur mit einer zusätzlichen Reservierung sichergestellt wird“, informiert Herbert Hofer, Pressesprecher der ÖBB auf Anfrage von 5 Minuten. Diesbezüglich äußern sich die ÖBB wie folgt: „Wir nehmen dies ernst und haben bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Information in unseren Buchungssystemen und auf den Fahrplänen umgesetzt, um Fahrgästen die Möglichkeit der Platzreservierung deutlicher aufzuzeigen.“
System bietet „Flexibilität“
Warum aber haben sich die ÖBB für dieses System entschieden? „Der Intercitybus verkehrt im Rahmen des ÖBB-Tarifsystems, das für alle Verbindungen – ob Zug oder Bus – dieselben Grundprinzipien für Ticketbuchungen vorsieht. Dies bedeutet, dass Fahrgäste ihr Ticket flexibel ohne Sitzplatzzuweisung erwerben können“, so die Antwort von Hofer. „Eine zusätzliche Sitzplatzreservierung für 3 Euro bietet jedoch die Option, einen garantierten Platz zu sichern“, betont er weiters. Als Gründe, warum man sich für dieses „einheitliche System“ entschieden hat, nennt er die Bewahrung der flexiblen Tarife.
Sitzplatz-System war „eine pragmatische Wahl“
Warum die ÖBB sich nicht wie beim FlixBus für einen inkludierten Sitzplatz beim Ticketkauf entschieden haben, wird wie folgt begründet: „Im Vergleich zu FlixBus, bei dem jedem Fahrgast automatisch ein Sitzplatz zugewiesen wird, liegt der Vorteil dieses Systems bei den ÖBB in der Flexibilität für die Reisenden, insbesondere in Bezug auf Ermäßigungen und Tarifanpassungen. Da die Intercitybus-Verbindung jedoch eine Übergangslösung darstellt, bis die Koralmbahn fertiggestellt ist, war die Entscheidung für dieses System eine pragmatische Wahl.“ Mit der Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 sollen Bahnverbindungen eine direkte, schnelle Alternative auf dieser Strecke bieten, betont Hofer. Dann soll sich auch das Problem der „raren Sitzplätze“ auf der Strecke zwischen Graz und Klagenfurt lösen: „Die Umstellung auf Zugverbindungen bringt dann auch fixe Sitzkapazitäten und feste Platzverfügbarkeiten mit sich.“
Koralmbahn wird Intercitybus ablösen
Die ÖBB erläutern bezugnehmend auf die Anfrage von 5 Minuten, wie die Koralmbahn bei diesem Problem Abhilfe schaffen soll: „Da ab 2025 die Koralmbahn auf dieser Strecke in Betrieb gehen wird, wird der Intercitybus als Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt sukzessive durch eine durchgehende Bahnverbindung ersetzt. Diese neue Bahnverbindung bietet zahlreiche Vorteile: kürzere Reisezeiten und eine höhere Kapazität der Sitzplätze, was die derzeitigen Bedenken der Fahrgäste lösen wird. Die Koralmbahn stellt nicht nur eine nachhaltigere, sondern auch eine deutlich komfortablere Alternative zum bisherigen Busverkehr dar und wird die Flexibilität und Reisequalität auf dieser Strecke erheblich verbessern.“
Sitzplatzreservierung beim Intercitybus dringend empfohlen!
Bis es jedoch so weit ist und die Koralmbahn in Betrieb geht, so werden Passagiere für ihre Fahrt zwischen Graz und Klagenfurt weiterhin den Intercitybus nutzen. Wer nicht am Bahnhof zurückbleiben will, der sollte sich also unbedingt einen Sitzplatz reservieren. „Für Fahrgäste, die in der Zwischenzeit von Sitzplatzproblemen betroffen waren, bieten wir selbstverständlich die Möglichkeit einer Rückerstattung und stehen gerne für individuelle Lösungen zur Verfügung“, ergänzt Hofer.
Daten & Fakten zum Intercitybus
Der Intercitybus, in Fahrplänen als ICB abgekürzt, ist eine Reisekategorie der ÖBB-Personenverkehr AG. Diese wurde am 1. Oktober 2007 erstmals auf der Relation zwischen Graz und Klagenfurt eingeführt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde zudem eine weitere Verbindung zwischen Klagenfurt und Venedig hinzugefügt, die aber mittlerweile eingestellt wurde. Obwohl es sich um Autobuslinien handelt, sind sie im Österreichischen Eisenbahn-Kursbuch aufgeführt und es gilt für sie der Eisenbahntarif der ÖBB.
Mit Blick auf die Zukunft möchten die ÖBB besonders auf die Vorteile der Koralmbahn hinweisen, die nach ihrer Eröffnung auf der Strecke zwischen Klagenfurt und Graz neue Reisemöglichkeiten bieten wird. Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn werden die Verbindungen mit dem Intercitybus zwischen Graz und Klagenfurt eingestellt, da die Bahn eine deutlich attraktivere Alternative darstellt.
Die ÖBB geben einen Überblick über Vorteile der neuen Bahnstrecke
Deutlich kürzere Reisezeiten:
Im Vergleich zu den Intercity Bussen werden die Reisezeiten mit der Koralmbahn signifikant kürzer sein. Dies bedeutet, dass Sie schneller und effizienter an Ihr Ziel gelangen.
Umweltbewusstes Reisen:
Reisen mit der Bahn ist wesentlich umweltfreundlicher als der Individualverkehr oder Busreisen. Die Koralmbahn trägt somit zu einer Reduktion des CO₂-Ausstoßes bei und unterstützt nachhaltiges Reisen.
Hohe Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit:
Im Gegensatz zum Straßenverkehr ist die Bahn nicht von Verkehrsstaus, Baustellen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen betroffen. Dies führt zu einer höheren Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Verbindungen.
Komfort und Sicherheit:
Zugreisen bieten einen hohen Komfort, der durch moderne Züge und gut ausgestattete Bahnhöfe ergänzt wird. Zudem entfallen die Risiken, die mit dem Straßenverkehr verbunden sind.
Attraktive Tarife und Angebote:
Als Teil des ÖBB-Tarifsystems profitieren Reisende von attraktiven Preisangeboten und verschiedenen Ermäßigungen, die speziell für Bahnreisende entwickelt wurden.