
Teurer Strom: Das machen 220.000 Österreicher dagegen
274.150 Strom- und Gaskunden wechselten heuer den Anbieter – etwas weniger als im Vorjahr. Angesichts des bevorstehenden Endes der Stromkostenbremse rät die E-Control zu einem Preisvergleich.
274.150 Strom- und Gaskunden – sowohl Haushalte als auch Unternehmen – haben heuer von Jänner bis September ihren Lieferanten gewechselt. Das geht aus der aktuellen Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor. Bei Strom liegt die Zahl der Wechsler in den ersten neun Monaten bei 218.043 (darunter 168.000 Haushalte) Kunden, den Gaslieferanten wechselten 56.107 Kunden (darunter 50.428 Haushalte). Die Wechselraten betrugen 3,4 Prozent bei Strom und 4,6 Prozent bei Gas.
Was Österreicher gegen teuren Strom tun können
„Das sind etwas weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als sich 282.596 Kunden einen neuen Strom- oder Gaslieferanten gesucht hatten. Dabei wäre es gerade jetzt extrem wichtig, seine Strom- oder Gaspreise zu überprüfen und einen Vergleich anzustellen. Wir sehen auf der einen Seite derzeit sehr attraktive Neukundenangebote, auf der anderen Seite läuft mit Jahresende die Stromkostenbremse aus. Das bedeutet, dass viele Konsumenten dann wieder mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Wer also einen Stromtarif hat, der über 10 Cent pro Kilowattstunde liegt, muss ab Jänner mit Mehrkosten rechnen, da der subventionierte Teil dann wegfällt.“, rät der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, zu einem Preisvergleich.
Ab 2025: Strom wird teurer
Ab Januar 2025 wird der Strom in Österreich teurer, da die Strompreisbremse, die aktuell die Preise deckelt, ausläuft. Bisher übernimmt der Staat Stromkosten zwischen 10 und 25 Cent pro Kilowattstunde. Doch diese finanzielle Unterstützung entfällt bald. Die Folge: Der Strom wird wieder teurer. Zusätzlich kündigt die E-Control für das nächste Jahr voraussichtlich höhere Stromnetzentgelte an, was die Belastung weiter erhöhen dürfte. Mehr dazu liest du hier: Strom wird teurer: Österreicher müssen tiefer in die Tasche greifen.
Wie teuer ist dein Stromtarif?
Bundesland-Zahlen im Detail
Am häufigsten wechselten sowohl ihren Strom- als auch ihren Gaslieferanten im ersten Dreivierteljahr im Verhältnis zur Kundenanzahl die Niederösterreicher mit 5,7 Prozent (50.644 Kunden) bei Strom und bei Gas mit 6,8 Prozent (18.346 Kunden). Am zweithäufigsten wechselten die Oberösterreicher ihren Strom- und Gaslieferanten, und zwar mit 4,2 Prozent bei Strom (44.323 Kunden) und 6,1 Prozent bei Gas (7.805 Kunden). An dritter Stelle folgt bei Strom Wien mit 4,0 Prozent Wechselrate (65.466 Kunden) und bei Gas die Steiermark mit 4,7 Prozent (2.899 Kunden). „Kunden in Vorarlberg haben, wie schon so häufig, auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres am seltensten den Lieferanten gewechselt, und zwar bei Strom mit 0,3 Prozent (802 Kunden) und bei Gas mit 0,7 Prozent Wechselrate (246 Kunden)“, so Urbantschitsch. Sämtliche Zahlen zum Anbieterwechsel sind auf der Homepage der E-Control einzusehen.
Energiesparen bleibt die Devise
Die Temperaturen gehen zurück und damit beginnt auch wieder die Heizperiode. Der letzte Winter stand noch im Zeichen der Krise und der hohen Energiepreise. Gleichzeitig war der Winter auch historisch mild. Diese Faktoren führten zu einem Rückgang bei der Nachfrage nach Energie. „Heuer haben sich die Energiemärkte beruhigt, und wie kalt der Winter werden wird, lässt sich natürlich im Vorhinein nicht beurteilen. Trotzdem gilt: Energieeffizienz und Energiesparen sind essenzielle Bestandteile der Transformation der Energieversorgung. Um die großen Themen Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit realisieren zu können, hilft ein Verbrauchsrückgang nachhaltig. Aber auch auf individuelle Ebene ist ein geringerer Verbrauch bare Münze wert. Beim Vergleich der Preise gilt wiederum: der Tarifkalkulator der E-Control hilft dabei, sich einen einfachen Überblick über mögliche Angebote zu verschaffen“, betont der Vorstand der E-Control, Alfons Haber. Nach den letztjährigen Turbulenzen floriert der Wettbewerb wieder, und ein Wechsel des Energieversorgers kann bares Geld sparen. Mehr dazu in: Strom ab Jänner teurer: Wer jetzt noch den Anbieter wechseln sollte.
Häufig gestellte Fragen
„Die Strompreisbremse ist ein wichtiges Instrument“, erklärt die Arbeiterkammer. Sie soll Haushalte unterstützen, die hohen Energiekosten zu stemmen. Seit Juli 2024 beträgt die Entlastung insgesamt 15 Cent pro Kilowattstunde. Ziel der Maßnahme ist es, österreichische Haushalte in der Energiekrise und der damit verbundenen drastischen Erhöhung der Strompreise zu entlasten.
Die Strompreisbremse wurde von Ende Juni 2024 auf Ende Dezember 2024 verlängert. Danach soll sie aber mit 1. Jänner 2025 auslaufen.
Aktuell unterstützt der Staat die Stromkosten der Österreicher mit bis zu 15 Cent pro Kilowattstunde. Die ersten zehn Cent pro Kilowattstunde trägt man selbst, danach übernimmt der Staat bis zu einem Preis von maximal 25 Cent. Liegt der Preis darüber, muss man wieder selbst für den Strom aufkommen. Diese 15 Cent werden vom Staat bis zu einem jährlichen Verbrauch von 2.900 Kilowattstunden übernommen.

