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Das Bild auf 5min.at zeigt den Stammzellenspender Bernhard und Julia von Geben für Leben.
Bernhard aus Villach und Julia vom Verein "Geben für Leben" bei der Urkundenübergabe.

Bernhards Stammzellenspende: „Ich hatte die Chance, ein Leben zu retten“

Eine Leukämiepatientin aus Mitteleuropa braucht Hilfe – und Bernhard aus Villach war zur Stelle. Mit seiner Stammzellenspende könnte er der Frau das Leben retten. Der Weg dorthin war nicht einfach, aber er hat sich gelohnt.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(548 Wörter)

Als sich Bernhard aus Villach beim Verein Geben für Leben typisieren ließ, hatte er noch keine großen Berührungspunkte mit Stammzellenspenden. „Die Typisierung fand direkt bei meiner Arbeit statt, und ich dachte mir einfach, dass ich damit möglicherweise in ferner Zukunft etwas Gutes tun kann“, erklärt der Villacher dem Verein Geben für Leben. Die Typisierung per Wangenabstrich war schmerzfrei und zum damaligen Zeitpunkt kein emotionaler Moment für den 39-Jährigen. „Das änderte sich allerdings schlagartig, als Julia von Geben für Leben mir meinen Spenderausweis in die Hand drückte mit den Worten: ,Herzlich willkommen in der Lebensretterfamilie!‘ In diesem Moment wurde mir mit einem Ruck bewusst, welche Bedeutung meine Typisierung für einen anderen Menschen haben könnte und dass ich durch diesen Schritt wirklich einem Menschen das Leben retten könnte.“

Bernhard bekam die Chance, ein Leben zu retten

In der Zeit nach seiner Typisierung traten in Bernhards beruflichem Umfeld einige Leukämiefälle auf. „Einen Fall habe ich recht nah miterlebt und schmerzhaft erkennen müssen, wie diese Krankheit das Leben eines Menschen in kürzester Zeit vollkommen auf den Kopf stellt“, erklärt Bernhard. Im Mai 2024 war es schließlich so weit und er bekam die Nachricht, dass er selbst als Spender für einen Leukämiepatienten in Frage komme und damit die Chance habe, ein Leben zu retten. Nach einer Blutabnahme beim Hausarzt gib es zur Voruntersuchung und zur Aufklärung ins LKH Graz. Nur zwei Wochen später fand bereits die Stammzellenspende statt. Bernhard fühlte sich dabei gut betreut: „Sowohl das medizinische Fachpersonal als auch die Damen von Geben für Leben waren sehr kompetent, einfühlsam und beinahe jederzeit erreichbar. Auch mein Arbeitgeber war sehr entgegenkommend und stellte mich für Voruntersuchungen und die Spende vom Dienst frei.“

Hast du dich schon typisieren lassen?

Ja, hab ich
Nein, hab ich aber vor
Nein, will ich auch nicht
Bin nicht sicher

Langer Weg bis zur Stammzellenspende

Das Prozedere rund um die Spende verlangte Bernhard einiges ab: „Ich musste Termine verschieben, Meetings neu koordinieren und mir ab vier Tagen vor der Spende zweimal täglich eine G-CSF-Spritze verabreichen“, erklärt der Villacher. Diese Spritzenbehandlung, die dazu dient, dass Stammzellen vermehrt vom Knochenmark ins Blut wandern, wo sie in weiterer Folge extrahiert werden können, ist mit Schmerzen verbunden. Doch Bernhard überstand diese Zeit tapfer und die Behandlung schlug sehr gut an, weswegen „die Stammzellenspende selbst eine Kleinigkeit“ für ihn war. Stolz teilt er mit: „Die benötigte Anzahl an Stammzellen wurde in kürzester Zeit aus meinem Blut extrahiert.“

Bernhard: „Spende eine der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens“

Als der Prozess abgeschlossen war, fiel die Anspannung von Bernhard ab und er fühlte sich viel besser. Doch bereits während der Spende war ihm klar, dass seine Beschwerden einem höheren Zweck dienten: „Die ganze Vorbereitung, die körperlichen Beschwerden und die emotionale Belastung waren durchaus herausfordernd. Doch als ich dort lag, verbunden mit der Maschine, die mein Blut filterte, wurde mir bewusst, dass jeder Moment des Unwohlseins einen tieferen Sinn hatte. Ich dachte an den Menschen irgendwo da draußen, der vielleicht zum ersten Mal seit langem wieder Hoffnung schöpfte. Diese Vorstellung trug mich durch die schwierigen Momente und verlieh mir eine ungeahnte Stärke. Rückblickend war die Spende eine der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens.“

Geben für Leben: Wie kann ich helfen?

Wenn auch du dich als Stammzellenspender typisieren lassen möchtest, kannst du das einerseits ganz bequem von zu Hause aus machen, indem du beim Verein „Geben für Leben“ ein Typisierungsset anforderst. Andererseits gibt es auch öffentliche Typisierungsaktionen, bei denen du dich als Stammzellenspender registrieren kannst. Typisieren lassen können sich Menschen, die in Österreich leben, gesund und zwischen 17 und 45 Jahre alt sind.

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