Windkraft-Volksbefragung sorgt bei Sozialpartnern für Kopfschütteln
In einem Pressegespräch setzten sich die Kärntner Sozialpartner vereint für einen nachhaltigen Energiemix in Kärnten ein: "Dazu gehört auch die Windkraft, die in Kärnten zum Spielball politischer Interessen zu werden droht."
Nicht nur der Lieferstopp von russischem Gas an die OMV, auch die immer näher rückende Termin der Volksbefragung zum Thema Windkraft veranlasste die Kärntner Sozialpartner dazu, am heutigen Dienstag, dem 19. November 2024, ein Pressegespräch in Klagenfurt einzuberufen. Dort stellten Arbeiterkammer, ÖGB, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung klar: Nicht nur in der Wirtschaft, sondern allgemein werde immer mehr Strom gebraucht. Bis ins Jahr 2040 wird eine Verdoppelung des Bedarfs prognostiziert. Das Ziel müsse deshalb eine gesicherte, ganzjährige Energieversorgung sein, bei welcher Öl, Gas und Kohle durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden.
Sozialpartner fordern: „Energiewende einleiten“
„Um den stark steigenden Strombedarf bei gleichzeitigem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen abzudecken, die Zukunftsfähigkeit des Lebens- und Wirtschaftsstandortes aufrechtzuerhalten und gleichzeitig das Klima zu schützen, ist ein Zusammenwirken aller erneuerbaren Energiequellen unverzichtbar. Dazu gehört auch die Windkraft, die in Kärnten zum Spielball politischer Interessen zu werden droht“, bezieht sich Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl auf die nahende Volksbefragung. ÖGB-Landesvorsitzender René Willegger schlägt in dieselbe Kerbe: „Um Österreich lebenswert zu erhalten, muss die Energiebereitstellung klimaneutraler werden. Dazu benötigt es einen gesunden Energiemix aus allen Formen der erneuerbaren Energie.“
Infrastrukturfonds für „faire Kostenverteilung“
Erneuerbarer Strom soll dazu stärker als derzeit dezentral erzeugt und gespeichert werden, zum Beispiel über Haushalte, Unternehmen, Genossenschaften oder Energiegemeinschaften, so die Forderung: „Uns geht es um die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie leistbare Energie für Konsumenten. Die Kosten für die Energiewende müssen fair aufgeteilt und sozial verträglich sein. Niemand darf zurückgelassen werden. Je effizienter und umfassender der Energiemix in Zukunft gestaltet wird, desto geringer können auch die Kosten für Haushalte gehalten werden“, erklärt wiederum Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach und schlägt einen Infrastrukturfonds mit öffentlichen Geldern vor.
Initiative ins Leben gerufen
IV-Präsident Timo Springer betont: „Wesentlich für die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandortes ist die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich. Die Verfügbarkeit von Energie und die Kosten hierfür sind in dem Zusammenhang entscheidende Faktoren. Um eine florierende Zukunft mit sicheren Arbeitsplätzen und Wertschöpfung zu gewährleisten, ist eine leistbare und sichere Versorgung durch erneuerbare Energien von zentraler Bedeutung.“ Zudem verweist die Wirtschaftskammer abschließend noch auf die Initiative „Unsere Energie für unser Kärnten“, die vom Verein „Forum Naturschutz und Wirtschaft Kärnten“ ins Leben gerufen wurde.