Internationaler Krimi: „Sanfter“ Serienbetrüger geschnappt
In Wiener Neustadt wurde am 29. November ein Italiener wegen Verdacht auf Leasingbetrug festgenommen. Als seine wahre Identität bekannt wurde, wurde klar, dass er um einiges mehr auf dem Kerbholz hat.
Eine Anzeige nach zwei Einmietbetrügereien gegen einen italienischen Staatsbürger in Villach, welche am 7. November 2024 auf der Polizeiinspektion Villach-Trattengasse angezeigt wurden, brachte den Stein ins Rollen. Die Dienststelle begann, diverse Erhebungen durchzuführen.
Leasingfahrzeuge weiterverkauft und Ausweis gestohlen
Dabei stellten die Beamten fest, dass innerhalb einer Woche auf den italienischen Staatsbürger drei Fahrzeuge zugelassen worden waren. Bis zum 22. November konnte ermittelt werden, dass diese Fahrzeuge Ende Oktober 2024 mit einem auf diesen italienischen Staatsbürger lautenden Leasingvertrag finanziert und nach Italien verbracht wurden. Eines dieser Fahrzeuge wurde bereits in Italien weiterverkauft, für die beiden anderen Fahrzeuge wurden noch Käufer gesucht. Eine Nachfrage in Italien bezüglich der Person, auf die die Leasingverträge ausgestellt worden waren, verlief vorerst negativ und es konnte erhoben werden, dass der vorgelegte Ausweis in Italien als gestohlen zur Fahndung ausgeschrieben war.
Weitere Betrügereien in Wiener Neustadt
Im Zuge weiterer intensiver Ermittlungen konnte von Beamten des Stadtpolizeikommandos (SPK) Villach (Kriminalreferat) in Erfahrung gebracht werden, dass der italienische Staatsbürger in Wiener Neustadt unter einem weiteren Aliasnamen neuerlich einen PKW geleast hatte und diesen dort abholen wollte. Die Finanzierung war bereits bewilligt. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde der italienische Staatsbürger am 29. November von Beamten des SPK Villach in Zusammenarbeit mit Beamten des Landeskriminalamts Niederösterreichs und dem SPK Wiener Neustadt beim Abholen eines Fahrzeuges in Wiener Neustadt festgenommen.
Bei Haftausgang geflohen
Im Zuge der Einvernahme konnte die wahre Identität des 55-jährigen Italieners festgestellt werden. Der Mann gab an, dass er ein „sanfter Betrüger“ sei, der 2016 in Italien zu einer Haft von 16 Jahren verurteilt worden war. Im Zuge eines Haftausgangs 2021 kehrte der 55-jährige nicht mehr in das Gefängnis zurück und dürfte sich bis zu seiner Festnahme mit diversen Betrügereien in Deutschland und Österreich seinen Lebensunterhalt finanziert haben. Nach Rücksprache und Überprüfung seiner Aliasdaten konnte ermittelt werden, dass der 55-jährige wegen rund 200 ähnlich gelagerter Delikte in Deutschland aktuell gesucht wird. Die derzeit in Österreich bekannte Schadenssumme beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro. Die Schadenssumme in Deutschland dürfte ein Vielfaches betragen. Die genaue Schadenssumme ist jedoch noch Gegenstand der Ermittlungen. Derzeit befindet sich der 55-jährige in Untersuchungshaft.