Kika/Leiner: „1.350 Mitarbeiter verlieren ihren Job“
Wie berichtet, zog die Möbelkette Kika/Leiner den Sanierungsplan zurück – der Konkurs ist somit fix. Eine Hiobsbotschaft für sämtliche Mitarbeiter.
Ein Stückchen Hoffnung hätte bestanden, doch nun erlischt auch das letzte bisschen. Wie heute bekannt wurde, hat die Leiner & kika Möbelhandels GmbH den Sanierungsplan zurückgezogen. Die Insolvenz wird somit als Konkursverfahren behandelt. Mehr dazu in: Gescheitert: Kika/Leiner zieht Sanierungsplan zurück. Doch was bedeutet das? Wie geht es weiter?
Mitarbeiter verlieren ihren Job
In einer Aussendung des Kreditschutzverbandes 1870 gibt Jürgen Gebauer einen Ausblick: „Die Leiner & Kika Möbelhandels GmbH wird nunmehr konkursmäßig abzuwickeln sein. Das bedeutet, dass am Ende eines strukturierten Verwertungsprozesses die noch bestehenden 17 Filialen zu schließen sein werden und somit auch 1.350 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Ihren Job verlieren.“ Die Post hatte bereits vor Tagen den betroffenen Mitarbeitern österreichweit neue Jobmöglichkeiten angeboten.
Ware wird abverkauft
Und was passiert mit dem vorhandenen Warenbestand? Laut Insolvenzverwalter Volker Leitner werde dieser abverkauft. Der Masseverwalter prüfe derzeit noch, welche Kundenaufträge entsprechend den insolvenzrechtlichen Bestimmungen erfüllt werden dürfen, heißt es in einer Stellungnahme. Diese Prüfung soll Ende dieser Woche zum großen Teil abgeschlossen sein. Für einen Teil der Anzahlungen bestehe „aufgrund ordnungsgemäß abgeschlossener Anzahlungsgarantien ein Aussonderungsrecht“, so Leitner.
Schulden schießen weiter in die Höhe
Das Scheitern der Sanierungsbestrebungen hat laut KSV1870 noch weitere Auswirkungen: Das Ausmaß der Verbindlichkeiten, sprich der Schulden, also auch die Anzahl der betroffenen Gläubiger, wird sich aus heutiger Sicht wohl erhöhen. Beim Antrag auf ein Sanierungsverfahren Mitte November war die Rede von Verbindlichkeiten in der Höhe von rund 139 Millionen Euro.
Betroffene können Forderung anmelden
Laut dem Masseverwalter Leitner gibt es bei der Kika/Leiner-Insolvenz „eine große Anzahl an geschädigten Kunden als Gläubiger, deren Anzahlung aufgrund der insolvenzrechtlichen Bestimmungen nicht rücküberwiesen werden dürfen“. Betroffene Kunden können ihre Anzahlungen als Konkursforderungen im Insolvenzverfahren beim Landesgericht St. Pölten anmelden. „Es musste festgestellt werden, dass bei den geschädigten Kunden viele Härtefälle gegeben sind. Leider sieht das Insolvenzrecht dafür keine Ausnahmen oder Spielräume vor“, sagte Leitner.
Kunden lassen Zorn an Mitarbeitern aus
Außerdem haben sich offenbar viele betroffene Kunden lautstark bei Kika/Leiner-Mitarbeitern beschwert. „Ich ersuche daher als Insolvenzverwalter, den – für alle verständlichen – Unmut nicht gegenüber Mitarbeitern des Unternehmens zum Ausdruck zu bringen, wie es in den letzten Tagen leider öfters festgestellt werden musste“, so Leitner. Den Mitarbeitern könne „kein Vorwurf für diese Situation und den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens gemacht werden.“ Und weiter: „Sie sind vielmehr selbst als Geschädigte betroffen.“
„Haben alles Menschenmögliche unternommen“
In einer Aussendung Mitte November gab Kika/Leiner eine Erklärung ab: „Das Management von kikaLeiner hat alles Menschenmögliche unternommen, um den Fortbestand des Unternehmens zu ermöglichen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen war die Sanierung des schwer angeschlagenen Möbelhauses leider nicht möglich.“ Kurz darauf wurde auch schon die Insolvenz angemeldet. Mehr dazu in: KikaLeiner ist pleite: „Haben alles Menschenmögliche unternommen“.
Es traf auch die Restaurants!
Nach der Insolvenz der Möbelhandels GmbH „Leiner & kika“ wurde auch ein Sanierungsverfahren über das Vermögen der dazugehörigen Gastrohandelskette beantragt. Betroffen sind 18 Restaurants an 18 Standorten. Das Leiner-Restaurant in Villach, Kärnten, nahm erst kürzlich Abschied. Mehr dazu liest du in: Villacher Restaurant verabschiedet sich: „Es war echt schön“. (APA, red. 04.12.2024)