Netztarife gesenkt: Graz entlastet Haushalte bei Stromkosten
Während die Energiekosten in der Steiermark weiter steigen, setzt Graz ein Zeichen der Entlastung: Die Stadt senkt die Netztarife um 4,6 Prozent und unterstützt mit einem Härtefallfonds Betroffene bei den Energiekosten.
Während vielerorts die Energiekosten weiter steigen, geht die Stadt Graz einen anderen Weg: Mit einer Senkung der Netztarife um 4,6 Prozent und einem großzügigen Härtefallfonds will sie Grazer Bürger entlasten. Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) betonte am Freitag: „Es ist wichtig, dass im Winter niemand Wohnung, Licht und Wärme verliert.“
Keine Abschaltungen im Winter
Ein wichtiger Schritt, der bereits Tradition hat: Haushaltskunden der Energie Graz müssen sich auch in diesem Winter keine Sorgen um Strom- oder Heizungsabschaltungen machen. Zwischen dem 1. Dezember und dem 28. Februar verzichtet das Unternehmen auf Abschaltungen bei Zahlungsverzug – eine Maßnahme, die direkt Betroffenen hilft, ohne sie in eine Notlage zu drängen.
Härtefallfonds mit 1 Million Euro
Zusätzlich hat die Stadt Graz einen Härtefallfonds mit einer Million Euro eingerichtet, der von der Energie Graz finanziert wird. Neu in diesem Jahr: Die Unterstützung ist nicht mehr an das Einkommen gebunden, sodass ein größerer Personenkreis davon profitieren kann. Betroffene können sich direkt an die Erstberatungsstelle des Sozialamts wenden. „Das Sozialamt und andere städtische Stellen tun alles, um schon vor Eintritt einer Notlage Härtefälle zu vermeiden“, so Bürgermeisterin Kahr.
Graz senkt Netztarife gegen den Trend
Während in der Steiermark die Netzentgelte 2025 im Schnitt um 102 Euro pro Jahr steigen – die höchste Erhöhung im Bundeslandvergleich – senkt Graz als einzige steirische Stadt diese Kosten. Die Stromnetz Graz GmbH, ein städtisches Tochterunternehmen, reduziert die Tarife um 4,6 Prozent, was einer jährlichen Entlastung von rund 15 Euro für einen durchschnittlichen Haushalt entspricht. Trotz der Entlastung bleibt die Infrastruktur stabil: Rund 10 Millionen Euro werden weiterhin jährlich in die Modernisierung des Stromnetzes investiert. Der österreichweite Vergleich zeigt, dass Graz damit wirtschaftlich effektiv arbeitet und dennoch soziale Verantwortung übernimmt.
„Die Wirtschaftskrise trifft auch viele Grazerinnen und Grazer“
In Zeiten von steigenden Preisen und wirtschaftlicher Unsicherheit setzt Graz damit ein klares Zeichen für Solidarität. „Die Wirtschaftskrise trifft auch viele Grazerinnen und Grazer“, so Kahr. Mit Maßnahmen wie der Netztarif-Senkung und dem Härtefallfonds zeigt die Stadt, dass soziale Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz Hand in Hand gehen können.