Bleib gesund: 38 Ärztedienste fehlen zu Weihnachten
Da kann man den Kärntnern nur wünschen, gesund zu bleiben. 5 Minuten hat die Liste der Bereitschaftsdienste für 24., 25. und 26. Dezember. Es zeigt sich: Die ärztliche Versorgung weist riesige Lücken auf.
Vor allem der Bereich Oberkärnten entwickelt sich zu einem echten Problem. In Kirchbach, Kötschach, Lesachtal, Spittal, Radenthein, Millstatt, Seeboden, Kolbnitz, Mühldorf, Möllbrücke, Heiligenblut, Winklern, Stall, Obervellach und Mallnitz sind die Bereitschaftsdienste nur ganz sporadisch, zumeist aber überhaupt nicht besetzt. Auch Villach, Wernberg, Arriach, Treffen und Afritz sind nicht besetzt. Ähnlich ist die Situation im Lavanttal. Unter dem Strich sind 38 Dienste nicht besetzt.
Im Notfall ins Krankenhaus
Die Ärztekammer weist in ihren Veröffentlichungen ganz eindringlich auf diese Umstände hin: „Bitte rufen Sie (im Krankheitsfall, Anm.) das Rote Kreuz.“ Das heißt im Klartext: Es gibt keinen Mediziner, den sie im Fall einer Erkrankung über die Weihnachtsfeiertage erreichen, es bleibt wohl nur der Weg in ein Krankenhaus. Aus der Politik gibt es erste Proteste, etwa von Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Das ist eine unerträgliche Situation. Mit diesen eklatanten Versorgungslücken, vor allem an und nach Feiertagen, kann und darf es nicht mehr weitergehen.“ Köfer appelliert an die zuständige Gesundheitsreferentin Landesrätin Beate Prettner, die Ärzte und die Ärztekammer, rasch eine Lösung für den Ärzteengpass zu entwickeln.
Land sieht Ärztekammer und ÖGK in der Verantwortung
In einer Presseaussendung aus dem Büro von Beate Prettner reagiert man auf die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ärzte-Bereitschaftsdiensten in Kärnten: „In unseren Krankenanstalten wird so vorausschauend geplant, dass auch Feiertagsdienste kein Problem darstellen. Das sollte eigentlich auch für den niedergelassenen Bereich möglich sein“, heißt es in der Presseaussendung. Das Land sieht dabei Ärztekammer und ÖGK in der Verantwortung: „Die Verantwortung für die Koordination und die Besetzung der Bereitschaftsdienste liegt bei Ärztekammer und Gesundheitskasse. Seitens des Landes wurde sogar ein eigenes Fahrzeug plus Fahrer zur Verfügung gestellt.“ Weiters wird darauf hingewiesen, dass die Bevölkerung die Möglichkeit habe, gesundheitliche Fragestellungen über die Nummer 1450 abzuklären. „Darüber hinaus sind die Notarztdienste in ganz Kärnten besetzt“, heißt es abschließend.