Skip to content
/ ©Bildmontage: Canva
Eine Bildmontage auf 5min.at zeigt eine verschreckte Katze und ein Feuerwerk.
Die Feuerwerke rund um den Silvesterabend können für Tiere zur Tortur werden.

Silvester in Wien: „Auf Menschen, Tiere und Umwelt Rücksicht nehmen“

Wie auch schon in den Vorjahren gibt es innerhalb der Wiener Stadtgrenzen ein Verbot von Knallern, Feuerwerksraketen und anderer Pyrotechnik. Und das aus gutem Grund.

von Tanja Janschitz Tanja Janschitz Onlineredaktion 5min.at
2 Minuten Lesezeit(431 Wörter)

„Die Knallerei zu Silvester ist eine Belastung für Menschen, Haus- und Wildtiere und darüber hinaus schlecht für Umwelt und Klima“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Michael Kienesberger, Leiter der Stadt Wien-Umweltschutzabteilung, ergänzt: „Feuerwerkskörper setzen Luftschadstoffe wie Feinstaub, Schwefel-, Stickstoffoxide und Schwermetalle in großer Menge frei. Laute Kracher können Menschen und Tieren Stress bereiten und zurück bleibt vom kurzen Vergnügen nur eine Menge Müll.“

Auf Tiere Rücksicht nehmen

„Feuerwerk und Knallerei rund um den Silvesterabend können für Hunde und andere Tiere zur Tortur werden“, betont Tierschutzombudsfrau Eva Persy: „Daher gilt auch heuer: Bereitet eure Vierbeiner auf unruhige Stunden vor. Viele Heim- und Wildtiere leiden unter den knallenden, lauten Geräuschen. Sie zeigen ängstliches Verhalten, verkriechen sich oder geraten sogar in Panik.“

Tipps für Tierhalter

  • Hund und Katze in Ruhe lassen, wenn sie sich verkriechen. Nicht versuchen, das Tier aus seinem Versteck zu holen, wenn es sich z.B. unter einer Bank sicher fühlt.
  • Tiere werden nicht nur durch den Lärm, sondern auch durch die mit Feuerwerken verbundenen Lichterscheinungen beunruhigt. Es empfiehlt sich daher, Fenster durch Jalousien oder Vorhänge abzudunkeln, im Zimmer aber Licht zu machen und durch Musik eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
  • Ablenkungen (z.B. Aufgaben stellen, Kauobjekte) können helfen, wenn der Hund durch die Knallerei und Feuerwerkskörper nur mäßig beeinträchtigt ist.
  • Aufmuntern statt bemitleiden: „Seid für euer Tier da und versucht, dabei selbst Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Führt euren Hund nur an der Leine Gassi und passt eure Spazierrunden am Silvesterabend zeitlich so an, dass ihr zu den schlimmsten ‚Knallerei-Zeiten‘ nicht draußen seid“, so Persy.

Vorbereitungen im TierQuarTier Wien laufen

Wichtig sei es, schon im Vorhinein Maßnahmen zu treffen, so die Tierschutzombudsfrau. „Das kann ein Heranführen der Tiere an die Silvestergeräuschkulisse oder sogar die gemeinsame ‚Flucht‘ aufs Land sein. Sich erst am Silvestertag darüber Gedanken zu machen, wie man seinen gestressten Vierbeinern helfen kann, ist viel zu spät!“ Auch das TierQuarTier Wien bereitet sich jedes Jahr auf die Silvesternacht vor. „Wie jedes Jahr werden wir auch heuer unsere Fenster abdunkeln, Radios aufdrehen und auf den Gängen das Licht nachts brennen lassen. Dadurch soll der Stress in Form von lauten Geräuschen oder hellen Feuerwerken für unsere Tiere minimiert werden“, so Betriebsleiter Thomas Benda. Darüber hinaus werden den Tieren genügend Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen sowie Kauartikel und Kongs zum Stressabbau angeboten.

Kann für Wildtiere tödlich enden

Nicht nur für Heimtiere – sondern auch für Wildtiere – ist der Verzicht auf Raketen und Böller wichtig: „Das laute Krachen und die explodierenden Raketen bedeuten puren Stress für Reh, Fuchs, Dachs, Hase und eine Fülle an anderen heimischen Wildtieren“, so der Forstdirektor Andreas Januskovecz. Er bittet ausdrücklich darum, keine Raketen und Knallkörper in Waldgebieten, Parkanlagen und Rückzugsräumen von Wildtieren abzuschießen. „Da diese ein sehr empfindliches und feines Gehör haben, nehmen sie diesen Lärm vielfach verstärkt wahr. Ständiges, lautes Knallen löst deswegen besondere Panik in ihnen aus und der Versuch, vor den vielen Geräuschen zu fliehen, endet oft tödlich!“ Dabei ist es gerade in der kalten Jahreszeit für die Tiere wichtig, ihre Kraftreserven zu schonen, um gut über den Winter zu kommen.

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes