Sozialpartner zur Windkraft-Befragung: „Verbote rauben uns die Zukunft“
Am 12. Jänner findet in Kärnten die Windkraft-Volksbefragung statt. Nun haben sich die Kärntner Sozialpartner zu Wort gemeldet und sich strikt gegen ein Verbot ausgesprochen.
Die Jugendorganisationen der Kärntner Sozialpartner haben sich am Dienstag, fünf Tage vor der Windkraft-Volksbefragung in Kärnten, strikt gegen ein Verbot weiterer Windräder im Bundesland ausgesprochen. Kärnten brauche einen „technologieoffenen und nachhaltigen Energiemix“, sagten die Vertreter von Junger Wirtschaft, Österreichischer Gewerkschaftsjugend und Junger Industrie vor Journalisten.
Windkraft-Befragung am 12. Jänner
Am kommenden Sonntag, den 12. Jänner, findet in Kärnten die Volksbefragung zu einem Verbot weiterer Windräder im Bundesland statt. Konkret lautet die Frage: „Soll zum Schutz der Kärntner Natur (einschließlich des Landschaftsbildes) die Errichtung weiterer Windkraftanlagen auf Bergen und Almen in Kärnten landesgesetzlich verboten werden?“ Die FPÖ und einzelne Abgeordnete des Team Kärnten hatten die Volksbefragung verlangt, das Ergebnis ist allerdings rechtlich nicht bindend.
Sozialpartner präsentierten Generationenvertrag
Am Dienstag präsentierten die Sozialpartner einen eigenen „Generationenvertrag“. Darin verpflichten sich die Jugendorganisationen, die „Energiewende aktiv zu begleiten und die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern“, so die Vertreter. „Unsere Großeltern haben mit dem Ausbau der Wasserkraft den Grundstein für Kärntens Energiesicherheit gelegt. Jetzt ist es an uns, diese Erfolgsgeschichte mit einem erneuerbaren Energiemix weiterzuführen“, so Mario Pichler, der Vorsitzende der Kärntner Gewerkschaftsjugend. Markus Sylle, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Kärnten, erklärte: „Verbote rauben uns die Zukunft.“
Sozialpartner für Energiemix statt für politische Verbote
Man wolle Chancen nutzen, die Energiewende aktiv mitzugestalten und stehe für einen Energiemix aus Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik, Biomasse und Wasserstoff. Politische Verbote „waren und sind nie eine Lösung“, so Sylle, nun werde aber die Windkraft zum Spielball parteipolitischer Interessen. Technologieoffenheit sei der Schlüssel zu einer sicheren, nachhaltigen und weitgehend autarken Energieversorgung, sagte Paul Podhajsky, Vorstandsmitglied der Jungen Industrie Kärnten. Solarenergie und Wasserkraft unterliegen saisonalen Schwankungen: „Gerade im Winter könnte Windkraft eine zuverlässige Quelle erneuerbarer Energie sein.“ Es wäre fatal, den Ausbau dieser Erzeugungsform zu verbieten.
In der Steiermark soll Windkraft ausgebaut werden
Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) appellierte bei dieser Gelegenheit an die Kärntnerinnen und Kärntner, mit einem „Nein“ zum Windrad-Verbot abzustimmen. Er verwies auf die Windkraftzonenverordnung des Landes, laut der lediglich auf 0,26 Prozent der Landesfläche Windparks errichtet werden dürften – und auf das neue Regierungsprogramm der steirischen Landesregierung. In dem von FPÖ und ÖVP getragenen Papier sei nämlich sehr wohl der Ausbau der Windkraft in der Steiermark vorgesehen: „Da ist man ein wenig verwundert, was in Kärnten so viel anders ist.“ Mehr dazu findest du hier: Kärnten vs. Steiermark: Windkraft spaltet die Freiheitlichen.
Auch Scientists for Future gegen Verbot
Weitere Stimmen gegen ein Windrad-Verbot wurden am Dienstag im Diözesanhaus in Klagenfurt laut. Vertreter von Scientists for Future, Fridays for Future, Attac Kärnten, dem Klimabündnis, dem Umweltreferat der katholischen Kirche und dem Kärntner Klimabeirat warben für ein „Nein“ bei der Befragung. Gaby Krasemann von Scientists for Future meinte, es brauche eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Thema Windkraft: „Was uns eint ist die Überzeugung, dass unsere Natur vor allem durch die Verwendung fossiler Brennstoffe gefährdet wird.“ Wasserkraft alleine könne den Energiebedarf in Kärnten entgegen oftmaligen Behauptungen nicht decken, „es braucht ein sowohl als auch“.
Katholische Kirche sagt „Nein zu Windkraftverbot“
Und auch die katholische Kirche stellt sich gegen ein Verbot: „Aus christlicher Verantwortung heraus sagen wir Nein zu einem Windkraftverbot und Ja zu einer gemeinschaftlichen Lösung“, formulierte es Ulrike Wöhlert vom Umweltreferat. In einer Aussendung meldete sich am Dienstag auch die Naturschutzorganisation „Global 2000“ zu Wort: „Ein Windkraftverbot wäre ein massiver Rückschritt bei der Energiewende.“ (7.1.2025, APA/Red.)